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23.10.2012 16:32

World Health Summit: Sind negative Gesundheitsfolgen des Sparzwangs notwendig oder vermeidbar?

Tobias Gerber Media & Communication
World Health Summit

    Diskussionen, wie aktuelle Herausforderungen der Gesundheitssysteme gelöst werden könnten, kehren stets zum Problemkomplex Finanzierung zurück. Entsprechend erwartet wurde die Grundsatzrede von Josef Ackermann (Zurich Insurance Group) beim World Health Summit 2012. Die unterstützten Sparmaßnahmen wurden kurz darauf von Agis Tsouros (WHO) allerdings als mögliche Ursache von gesundheitlichen Problemen genannt.

    Der Finanzexperte erklärte, in den nächsten Jahren müsse sich Europa auf ein minimales Wirtschaftswachstum, eventuell sogar eine Rezession einstellen. Sinnvolles Sparen sei daher unabdingbar, um die Ökonomie nachhaltig gesunden zu lassen – inklusive dem Gesundheitssystem. Erste richtige Schritte seien unternommen worden, eine Heilung ohne Schmerzen gebe es aber nicht.

    Welche gesundheitlichen Folgen die Sparauflagen haben könnten, wurde von Agis Tsouros (Head of the Policy and Cross-cutting Programmes, WHO Europe) angesprochen, während er in der Pressekonferenz die “Health 2020”-Agenda der WHO vorstellte. Es gebe zwar noch keine wissenschaftlichen Erkenntnisse über die genauen Zusammenhänge, aber: “There is first evidence of negative effects of austerity.” Sollten diese Beobachtungen bestätigt werden, fällt es nicht schwer vorauszusehen, dass die angekündigten Sparzwänge zu spürbaren medizinischen Problemen führen werden. In Europa und darüber hinaus.

    Doch selbst schmerzhafte Erkenntnisse könnten dem heterogenen Asiatischen Raum helfen, erklärte John Wong (Vice Provost, Academic Medicine, of the National University of Singapore), als er das Inaugural World Health Summit Regional Meeting (08 – 10. April 2013) vorstellte. Rund die Hälfte der Weltbevölkerung lebt im Asiatischen Raum, die zunehmende Urbanisierung wird das Gesundheitssystem vor immense Aufgaben stellen. Asien könne da viel vom ebenfalls heterogenen Europa lernen. Das Regional Meeting werde die Expertise des World Health Summit und sein weites Netzwerk auch vor Ort in Asien nutzbar machen und damit helfen, die langsame Evolution des Gesundheitssystems durch Lehren aus guten Beispielen und vermeidbaren Fehlern zu ersetzen. “It would be a crime if Asia established a 20th century health-care system,” erklärte John Wong. Genau deshalb sei das Treffen 2013 in Singapur so wichtig.

    Die letzte Pressekonferenz des World Health Summit 2013 wird am Mittwoch, 24.10.2012, von 12:20 – 13:10 in „Raum Bier“ (5. OG) stattfinden. Thematisch geht es vor allem um das Spezialthema dieses Tages: “Information Technology for Health”. Erwartet werden:

    Gerd Binnig (Nobelpreis in Physik 1986)
    Volker Wetekam (CEO, GE)
    Alain Labrique (JHBSPH,Baltimore)

    World Health Summit 2012
    21. – 24. Oktober 2012
    Langenbeck-Virchow-Haus, Luisenstr. 58, 10117 Berlin


    Weitere Informationen:

    http://www.worldhealthsummit.org


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Ernährung / Gesundheit / Pflege, Medizin, Politik, Wirtschaft
    überregional
    Forschungsergebnisse, Pressetermine
    Deutsch


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