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31.10.2012 11:45

Sicher Autofahren trotz Diabetes

Julia Voormann Pressestelle
Deutsche Diabetes Gesellschaft

    Berlin – Diabetiker verursachen beim Autofahren – das zeigt die Statistik – nicht häufiger Unfälle als andere Fahrer. Aber: „Tritt beim Fahrer eine Unterzuckerung auf, kann dies die Konzentration erheblich stören. Schlimmstenfalls verliert der Fahrer sogar das Bewusstsein“, warnt Dr. med. Hermann Finck, niedergelassener Diabetologe und stellvertretender Vorsitzender des Sozialausschusses der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG). Worauf Diabetiker beim Autofahren achten müssen, diskutieren Experten auf der Pressekonferenz der 6. Diabetes Herbsttagung vom 16. bis 17. November 2012 im ICC Berlin.

    Verkehrsteilnehmer mit Diabetes mellitus Typ 1 und Typ 2 nehmen in der Unfallstatistik keinen Sonderplatz ein. Sie treten dort genau so oft als Unfallverursacher auf wie Nichtdiabetiker. Bei von Diabetikern verschuldeten Unfällen ist jedoch sehr häufig eine Unterzuckerung, auch Hypoglykämie genannt, die Ursache. „Sie bringt Konzentrations-, Verhaltens- und Wahrnehmungsstörungen oder auch Bewusstseinsbeeinträchtigungen mit sich“, erklärt Dr. Finck. „Eine Wahrnehmung der Unterzuckerung ist deshalb Voraussetzung für die Fahreignung“. Es sei besonders wichtig, Diabetiker so zu schulen, dass sie eine Unterzuckerung frühzeitig erkennen können.

    Auf die Anzeichen achten
    Zu den Symptomen einer Unterzuckerung gehören Schweißausbruch, Zittrigkeit, schneller Puls, plötzlicher Heißhunger, Konzentrationsstörungen, Sehstörungen bis hin zu Lähmungserscheinungen. Menschen mit Diabetes sollten besonders darauf achten, sich ausgewogen zu ernähren und körperlich aktiv zu sein. Denn: „Alle diese Faktoren beeinflussen die Stoffwechseleinstellung beim Diabetes mehr als bei anderen Krankheiten“, weiß der Experte Dr. Finck. Darüber hinaus sollten Diabetiker ihren Stoffwechsel regelmäßig kontrollieren – auch in Hinblick auf die Verkehrssicherheit. „Nur Diabetiker, die kompetent mit ihrer Erkrankung umgehen können und ein großes Verantwortungsbewusstsein haben, sollten Auto fahren“, sagt Dr. Finck.

    Alle zwei Stunden Pause machen und Blutzucker messen
    Bei längeren Autofahrten rät die DDG, alle zwei Stunden anzuhalten und den Blutzucker zu messen. Sobald sich eine Unterzuckerung bemerkbar macht, nimmt der Fahrer am Besten schnell wirkende Kohlenhydrate wie Traubenzucker, Obstsaft oder Softdrinks zu sich. Erst wenn der Blutzucker wieder ein normales Level erreicht, sollte die Fahrt fortgesetzt werden.

    Wer nicht fahren sollte
    Patienten mit Diabetes, die ihre eigene Unterzuckerung nicht wahrnehmen können, haben ein schwerwiegendes Problem hinsichtlich der Fahreignung. „Wer innerhalb eines Jahres zwei Mal im Wachzustand so stark unterzuckert war, dass er fremde Hilfe benötigt hat, ist als Autofahrer ungeeignet“, sagt DDG Experte Dr. Finck. Allerdings lässt sich die Fahreignung durch Maßnahmen wie das Unterzuckerungs-Wahrnehmungstraining, eine Änderung der Therapie sowie vermehrte Blutzuckerselbstkontrollen in der Regel wieder herstellen. Dr. Finck fasst zusammen: „Wenn Diabetespatienten die Anzeichen einer Unterzuckerung sicher erkennen, steht dem Autofahren nichts entgegen. Die Mehrzahl erfüllt die Anforderungen an das sichere Führen von Kraftfahrzeugen als Privatkraftfahrer und auch als Berufskraftfahrer.“

    Terminhinweise:
    Pressekonferenz der DDG im Rahmen der 6. Herbsttagung
    Termin: Freitag, 16. November 2012, 12.30 bis 13.30 Uhr
    Ort: Raum 43 im ICC Berlin

    Vorläufiges Programm:
    Neues DDG Zertifikat: Wie Kliniken sich auf die „Nebendiagnose Diabetes“ spezialisieren können
    Professor Dr. med. Stephan Matthaei
    Präsident der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG), Chefarzt des Diabetes-Zentrums am Christlichen Krankenhaus Quakenbrück (CKQ)

    Programm-Highlights der Diabetes Herbsttagung: Neues aus der Forschung für die Praxis
    Professor Dr. med. habil. Peter Schwarz
    Tagungspräsident, Medizinische Fakultät und Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden

    Diabetes bei geriatrischen Patienten: Was ist anders, was ist schwierig?
    Dr. med. Ann-Kathrin Meyer
    Chefärztin der Abteilung Geriatrie Asklepios Klinik Wandsbek, Hamburg, Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Diabetes und Geriatrie der DDG

    Individualisierte Diabetesprävention und Therapie: Wie können neue Studienergebnisse helfen?
    Professor Dr. med. Dr. h. c. Hans-Ulrich Häring, Mitglied des Vorstands des Deutschen Zentrums für Diabetesforschung am Helmholtz Zentrum München

    Personalisierte Medizin: Wie bringt man Menschen mit Diabetes in Bewegung?
    Universitäts-Professorin Dr. Petra Wagner
    Direktorin des Instituts für Gesundheitssport und Public Health, Leipzig

    Zuckerkrank und Autofahren: Was tun, wenn der Blutzuckerspiegel absinkt?
    Dr. med. Hermann Finck, Niedergelassener Diabetologe, Schenklengsfeld, stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses Soziales der DDG

    DDG Symposium: Diabetes im Straßenverkehr I + II
    Termin: 17.11.2012, Teil I: 12.30 bis 14.00, Teil II: 14.15 bis 15.45
    Ort: Saal 3 im ICC Berlin

    Kontakt für Journalisten:
    Dagmar Arnold/Corinna Spirgat
    Kongress-Pressestelle DDG 2012
    Pf 30 11 20, 70451 Stuttgart
    Tel.: 0711 8931-380/-293, Fax: 0711 8931-167
    arnold@medizinkommunikation.org
    http://www.herbsttagung-ddg.de
    http://www.deutsche-diabetes-gesellschaft.de/


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Medizin
    überregional
    Forschungs- / Wissenstransfer, Wissenschaftliche Tagungen
    Deutsch


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