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07.11.2012 10:18

Krankenhaus und Studiengebühren-Modell für Ruanda

Kay Gropp Pressestelle
Universität Witten/Herdecke

    Wittener Studierende engagieren sich über ihre Entwicklungshilfeorganisation L’appel Deutschland in Afrika / Aktuelle Reiseeindrücke

    Studierende der Universität Witten/Herdecke engagieren sich in ihrer eigenen Entwicklungshilfeorganisation L’appel Deutschland, die in Ruanda ein medizinisches Versorgungszentrum baut. Außerdem könnte das Wittener Finanzierungsmodell der Studienbeiträge auch in Ruanda helfen, mehr junge Menschen zum Hochschulabschluss zu bringen.

    Zum dritten Mal machten sich am 24. Juli 2012 insgesamt sechs junge Menschen, darunter drei Wittener Studierende – Tabea Zapf, Hanna Sommer und Christoph Lüdemann – auf den Weg in die nördliche Provinz Ruandas, Kiruhura. Ihr Ziel: Dort ein Krankenhaus zu bauen, das auf mehreren Ebenen nachhaltig ist. So wird es mit nachhaltigen Energiequellen ausgestattet, bietet auf lange Sicht Arbeitsplätze für Ärzte aus dem eigenen Stipendienprogramm und wertet die Infrastruktur der gesamten Region langfristig auf.

    „Wir konnten für den ersten Bauabschnitt alles vorbereiten, also z.B. den Baugrund begradigen. Ein ebenso großer Erfolg war, dass die Regierung sich in einem Vertrag verpflichtet hat, die laufenden Kosten des Krankenhauses nach Fertigstellung zu tragen“, freut sich Christoph Lüdemann, Mit-Gründer der Organisation. Die Menschen aus den umliegenden Dörfern werden beim Bau selbst mit anpacken und die Station eigenständig weiterführen. „Der Aufenthalt in diesem Jahr war unglaublich produktiv. Wir haben unsere zuvor gefassten Pläne sogar noch übertroffen“, sagt Tabea Zapf, Vorstand des neu gegründeten Vereins. Für das Bauvorhaben konnten in diesem Jahr sowohl alle vorbereitenden Bauabschnitte abgeschlossen als auch die langfristige Finanzierung der Gesundheitseinrichtung durch den Ruandischen Staat vertraglich gesichert werden.

    Zum Hintergrund: Die medizinische Versorgung der Bevölkerung ist derzeit mehr als unzureichend. Da es an qualifiziertem medizinischem Personal sowie an Medikamenten mangelt, ist gerade die Kindersterblichkeitsrate sehr hoch. Malaria, Tuberkulose oder schwerer Durchfall gehören zu den häufigsten Todesursachen, da sie schlicht nicht behandelt werden können. Daran möchte L’appel Deutschland etwas ändern und wird daher eines der wenigen medizinischen Versorgungszentren Ruandas bauen. Die Menschen aus den umliegenden Dörfern werden beim Bau selbst mit anpacken und die Station eigenständig weiterführen.

    „Eine weitere unserer Ideen betrifft den Bildungssektor in Ruanda. Wir sind selbst Studierende, also haben wir uns die Universitäten angesehen. Die jungen Menschen würden gerne studieren, können es aber einfach nicht. Also haben wir das Finanzierungsmodell aus Witten mitgebracht“, beschreibt Hanna Sommer die zweite Säule des Projekts. Bisher beschränkt sich das Bildungssystem in Ruanda lediglich auf den Aufbau des Schulsektors. Universitäten sind in der Hauptstadt oder den umliegenden Staaten vorhanden, aber für die jungen Erwachsenen bei weitem nicht finanzierbar.

    L’appel Deutschland ändert diese Situation mit dem „Umgekehrten Generationenvertrag“, ähnlich dem Modell, nach dem auch an der Universität Witten/Herdecke die Kosten für das Studium beglichen werden. Frei nach dem Motto: Jetzt studieren – später zahlen. Studierende in Ruanda, für die ein Sponsor gefunden wird, verpflichten sich, den finanziellen Beitrag des Sponsors bei Eintritt ins Berufsleben über einen gewissen Zeitraum, einkommensabhängig und sozialverträglich an die nächste Generation von Studierenden weiterzugeben. Ein nachhaltiges und langfristiges Programm, das nicht nur einem Studierenden, sondern vielen Studierenden-Generationen zu einem Hochschulstudium verhelfen wird.

    Bereits sechs Studierende aus Ruanda nehmen derzeit dieses erfolgreiche Finanzierungsmodell in Anspruch. In diesem Jahr besuchte die Delegation die Studierenden vor Ort und konnte für die Weiterentwicklung sowohl dieser als auch der Säule „Gesundheit“ wichtige Kooperationspartner vor Ort gewinnen.

    Weitere Informationen bei Christoph Lüdemann und Tabea Zapf, deren Handynummer Sie unter 02302/926-805/849 erfragen können.
    christoph.luedemann@uni-wh.de, tabea.zapf@uni-wh.de

    Über uns:
    Die Universität Witten/Herdecke (UW/H) nimmt seit ihrer Gründung 1982 eine Vorreiterrolle in der deutschen Bildungslandschaft ein: Als Modelluniversität mit rund 1.450 Studierenden in den Bereichen Gesundheit, Wirtschaft und Kultur steht die UW/H für eine Reform der klassischen Alma Mater. Wissensvermittlung geht an der UW/H immer Hand in Hand mit Werteorientierung und Persönlichkeitsentwicklung.

    Witten wirkt. In Forschung, Lehre und Gesellschaft.


    Weitere Informationen:

    http://www.uni-wh.de/universitaet/studentische-initiativen/lappel-deutschland/
    http://www.lappel.org/


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, jedermann
    Ernährung / Gesundheit / Pflege, Gesellschaft, Medizin
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft, Studium und Lehre
    Deutsch


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