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16.11.2012 09:36

Universität Kiel und Asklepios Westklinikum Hamburg richten Stiftungsprofessur ein

Mathias Eberenz Konzernbereich Unternehmenskommunikation/Pressestelle
Asklepios Kliniken Hamburg GmbH

    Hamburg, 16. November 2012. Ab dem Wintersemester 2012/2013 startet an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel die neue Professur für „Psychosomatische Akutmedizin“. Lehrstuhlinhaberin ist die Chefärztin für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie des Asklepios Westklinikums Hamburg, Prof. Dr. Aglaja Valentina Stirn. Gestiftet wird die zunächst auf zehn Jahre befristete Professur vom Asklepios Westklinikum in Hamburg-Rissen.

    „Durch die große Akutklinik im Asklepios Westklinikum Hamburg besteht die große Chance, sowohl genuine psychosomatische Forschung zu betreiben als auch interdisziplinär zu kooperieren“, erläutert Prof. Dr. Stefan Schreiber, Dekan der Medizinischen Fakultät der Christian-Albrechts-Universität. „Damit können wissenschaftliche Ergebnisse evidenzbasiert direkt in die klinische Praxis übernommen werden.“

    Ein besonderer Schwerpunkt der Stiftungsprofessur soll der pathologische Umgang mit dem eigenen Körper sein, der zumeist aus einer emotional-kognitiven Fehlsteuerung resultiert, so Prof. Dr. Aglaja Stirn: „Damit widmen wir der Erforschung selbstmanipulativer Handlungen am eigenen Körper wie Essstörungen und selbstverletzendem Verhalten ein besonderes Augenmerk. Ich werde zudem die neurobiologischen Forschungen fortsetzen und mich gleichzeitig den Schnittstellen zwischen Psychosomatik und Somatik widmen. Dazu gehören unter anderen Schmerzstörungen, Krankheitsverarbeitung, Psychokardiologie, internistische und gynäkologische Psychosomatik sowie die Somatopsychologie.“

    Mit der Einrichtung einer Stiftungsprofessur für „Psychosomatische Akutmedizin“ an der Christian-Albrechts-Universität leistet Asklepios einen wichtigen Beitrag zur Forschung und sorgt durch enge Verzahnung mit der akuten Krankenhausversorgung dafür, dass aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse und Methoden unmittelbar in die Patientenversorgung einfließen. Insbesondere die Forschung und Lehre im Fachbereich Psychosomatik und Psychotherapie möchte Asklepios nachhaltig unterstützen, denn die Verankerung in der Forschung ist eine entscheidende Voraussetzung, um den Patienten die bestmögliche, durch Studien gesicherte Therapie zukommen zu lassen. Dafür bedarf es sowohl der Grundlagenforschung als auch Therapieverlaufsstudien.

    Die Lehrstuhlinhaberin

    Prof. Dr. Aglaja Valentina Stirn ist seit Januar 2011 Chefärztin der Abteilung für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie im Asklepios Westklinikum Hamburg. Zuvor leitete die Fachärztin für Psychosomatische Medizin, Psychotherapeutin, Psychoanalytikerin, Gruppentherapeutin, Notärztin und Sexualtherapeutin den Bereich Psychosomatik der Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie der Johann Wolfgang Goethe-Universität, Frankfurt am Main.

    Aglaja Stirn wurde in Wiesbaden geboren, studierte nach einem Studium generale am Leibniz Kolleg Tübingen Humanmedizin an der Johannes Gutenberg Universität Mainz. Auslandsaufenthalte führten sie in dieser Zeit an die Columbia University, New York, nach Bhetul, Indien und Kathmandu, Nepal. Nach dem Studium arbeitete sie in der Inneren Medizin des St. Josef Hospitals Wiesbaden, anschließend leitete sie zwei Jahre die Psychotherapiestation der Landesnervenklinik Andernach. Sie arbeitete unter Prof. Otto Kernberg auf der Borderline-Station des Cornell Medical Center, New York sowie bei Prof. Lester Luborsky an der University of Pennsylvania, Philadelphia.

    Aglaja Stirns klinische Tätigkeit begann an der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie der Johann Wolfgang Goethe-Universität unter Prof. Gerd Overbeck, dessen Nachfolge sie 2005 nach einem Forschungsjahr im Max-Planck-Institut für Hirnforschung antrat. 1996 promovierte Stirn „summa cum laude“ zum Thema „Veränderung des Selbst- und Objekterlebens unter stationärer Psychotherapie – eine sprachinhaltsanalytische Untersuchung mit der ZBKT-Methode nach Luborsky an drei essgestörten Patientinnen“. 2006 folgte die Habilitation für das Fach Psychosomatische Medizin und Psychotherapie mit dem Titel „Psychosoziale und psychodynamische Hintergründe von Körpermodifikationen“. Stirns wissenschaftliche Schwerpunkte umfassen Essstörungen, Körperschemastörung, selbstverletzendes Verhalten, interkulturelle Themen, Hirnforschung, Depression, sexuelle Funktionsstörungen sowie die Vernetzung von Somatik und Psychosomatik.


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wissenschaftler
    Medizin, Psychologie
    überregional
    Kooperationen, Personalia
    Deutsch


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