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21.11.2012 13:42

Drei auf einen Streich: TU Graz glänzt bei Simulationspreisen des Landes Steiermark

Mag. Alice Senarclens de Grancy Büro des Rektorates - Kommunikation
Technische Universität Graz

    Simulation und Modellierung sind wichtige Zukunftswerkzeuge der ingenieur- und naturwissenschaftlichen Disziplinen und eröffnen neue Möglichkeiten in Wissenschaft und Wirtschaft. Gestern Abend verlieh Wissenschaftslandesrätin Kristina Edlinger-Ploder die „Forschungspreise für Simulation und Modellierung“ des Landes Steiermark. Die TU Graz freut sich, gleich drei Preise „abgeräumt“ zu haben: in den Kategorien „Grundlagenforschung“, „Wirtschaftliche Anwendungen“ und „Nachwuchsförderung“. In den prämierten Arbeiten geht es um die Lernfähigkeit des Gehirns, die Verbesserung der Druckqualität von Papier und statistische Lösungen für industrielle Herstellungsprozesse.

    Es ist ein noch immer weitgehend ungelöstes Rätsel, wie das menschliche Gehirn Informationen verarbeitet und lernt. Eine entscheidende Rolle spielen jedenfalls Dendrite, die baumartigen Verästelungen von Nervenzellen, wie Robert Legenstein vom Institut für Grundlagen der Informationsverarbeitung der TU Graz durch mathematische Modellierung und Computersimulation feststellen konnte. Diese Arbeit wurde er gestern mit dem Simulationspreis des Landes Steiermark in der Kategorie „Grundlagenforschung“ ausgezeichnet.

    Muster erkennen und speichern

    „Aus dem Sammelsurium von stetig hereinströmenden Informationen von Tausenden anderer Neuronen suchen die Dendriten nach wiederkehrenden Mustern und speichern diese auch ab“, erklärt der Forscher. Die Forschungsarbeit ist ein Schritt in Richtung neuer intelligenter und lernfähiger Technik mit potentiell enormer wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Relevanz – denkbar sind Computer, die nach dem biologischen Vorbild Informationen verarbeiten und lernen. Vor der gestrigen Auszeichnung mit dem Simulationspreis des Landes Steiermark wurde die Arbeit bereits im renommierten „Journal of Neuroscience“ veröffentlicht.

    Lernen mit „trial-and-error“

    Robert Legenstein war auch in ein ähnliches Forschungsprojekt des Institutes eingebunden, das es in die aktuelle Ausgabe des „Cerebral Cortex“, einem der angesehensten Fachjournalen des Forschungsbereiches, schaffte. „Hier haben wir uns der Frage gewidmet, wie Schaltkreise von Neuronen, also Nervenzellen, im Gehirn lernen, Informationen in der richtigen Weise zu verarbeiten“, erläutert Wolfgang Maass, Vorstand des Instituts für Grundlagen der Informationsverarbeitung. Anhand von Computersimulationen konnten die Forscher der TU Graz zeigen, dass diese Schaltkreise komplexe Aufgaben nach dem „trial-and-error“-Prinzip lernen könnten.

    Weitere Preisträger

    Erstmals wurde im Bereich Nachwuchsförderung auch ein Sonderpreis des Forschungsrates Steiermark verliehen. Dieser ging an Markus Neumayer vom Institut für Elektrische Meßtechnik und Meßsignalverarbeitung. In seiner Dissertation beschäftigte sich der Nachwuchsforscher mit schnellen statistischen Lösungen für Tomographiemessprobleme – seine Erkenntnisse sind relevant für industrielle Herstellungsprozesse. Auch das Team um Ulrich Hirn vom Institut für Papier-, Zellstoff- und Fasertechnik durfte sich freuen: Die Forschergruppe wurde für ihre Arbeit zur Verbesserung der Druckqualität von Papier in der Kategorie „Wirtschaftliche Anwendungen“ ausgezeichnet.

    Kontakt:
    Mag. Alice Senarclens de Grancy, MSc
    Pressesprecherin
    E-Mail alice.grancy@tugraz.at
    Tel 0316 873 6006
    Mobil 0664 60 873 6006


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Elektrotechnik, Informationstechnik, Mathematik, Medizin, Wirtschaft
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft, Wettbewerbe / Auszeichnungen
    Deutsch


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