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21.11.2012 14:32

Eine App als Dolmetscher für Gebärdensprache

Stefan Zorn Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Medizinische Hochschule Hannover

    MHH-Institut bietet Programm zur besseren Kommunikation zwischen gehörlosen Patienten und medizinischem Personal / Kostenloser Download

    Im Krankenhaus ist eine eindeutige Kommunikation unerlässlich. Doch was ist, wenn die Patientin oder der Patient gehörlos und eine „normale“ Kommunikation nicht möglich ist? Das Peter L. Reichertz Institut für Medizinische Informatik (PLRI) bietet jetzt eine Applikation (App) für mobile Endgeräte an, die medizinische Dialoge in Gebärdensprache übersetzt. iSignIT-App ermöglicht mit mehr als 800 medizinischen Phrasen eine Basiskommunikation zwischen gehörlosen Patienten und dem medizinischen Personal. Anhand von einfachen Fragen und Antworten kann sich ein schwerhöriger oder gehörloser Patient mit einem Arzt oder einer Pflegkraft verständigen. Die ausgewählten Aussagen werden mittels Videos in Gebärdensprache übersetzt. „Patienten können mit Hilfe der App rasch ihre Probleme beschreiben. Medizinisches Personal wiederum kann gezielt nachfragen und über Behandlungsschritte informieren“, sagt Tino Schaft vom PLRI MedAppLab des Peter L. Reichertz Instituts für Medizinische Informatik (PLRI). Die mobile Übersetzungshilfe iSignIT-App wurde vom PLRI MedAppLab gemeinsam mit dem ServiceCenter ÖGS.barrierefrei und der Entwicklerfirma Blue Owl Software erstellt. Zurzeit ist die App in englischer, deutscher und österreichischer Gebärdensprache verfügbar. Sie kann kostenlos im App Store von Apple bezogen werden (www.isignit-app.de)

    Mit Anwendungen auf Tablet-Computern und Smartphones können die Schwierigkeiten in der Kommunikation zwischen gehörlosen Patienten und medizinischem Personal verringert werden. "Es ist aber klar, dass iSignIT-App Gebärdensprach-dolmetscher nicht ersetzen kann“, sagt Schaft. Doch sei sie ein hilfreiches Mittel, um erste Barrieren abzubauen. Gebärdensprache ist die Muttersprache der Gehörlosen.

    Wie bei Lautsprachen haben sich regional sehr unterschiedliche Gebärdensprachen herausgebildet. Es existieren sogar verschiedene Dialekte. Es gibt beispielsweise die deutsche, die österreichische oder die amerikanische Gebärdensprache, die wie die Lautsprachen stark voneinander abweichen. Die genaue Zahl der Menschen, die in Gebärdensprache kommunizieren, ist schwer einzugrenzen. Schätzungen gehen von insgesamt etwa 200.000 Menschen in Deutschland aus.

    Das Peter L. Reichertz Institut für Medizinische Informatik ist ein gemeinsames Institut der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) und der Technischen Universität Braunschweig. Die beiden Hochschulen stärken durch das Institut ihre Kompetenzen in den Bereichen assistierende Gesundheitstechnologien, eLearning, Informationsmanagement und Lehre.

    Weitere Informationen erhalten Sie bei Dr. Urs-Vito Albrecht, Peter L. Reichertz Institut für Medizinische Informatik (PLRI), MedAppLab,
    Telefon (0511) 532-3508, albrecht.urs-vito@mh-hannover.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Medizin
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft
    Deutsch


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