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30.11.2012 12:25

Renommierter Anna-Monika-Preis geht nach Regensburg - Auszeichnung für Prof. Dr. Rainer Rupprecht

Alexander Schlaak Referat II/2, Kommunikation
Universität Regensburg

    Zum dritten Mal verlieh die Anna-Monika-Stiftung auf dem Kongress der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN) den Anna-Monika-Preis als höchste internationale Auszeichnung im Bereich der Erforschung affektiver Störungen. Im Rahmen ihrer Jahrestagung am 24. November in Berlin ging die Auszeichnung an zwei Persönlichkeiten: Eine davon ist Prof. Dr. Rainer Rupprecht, Ärztlicher Direktor der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Regensburg am Bezirksklinikum und Inhaber des Lehrstuhls für Psychiatrie und Psychotherapie an der Universität Regensburg.

    Der Anna-Monika-Preis wird alle 2 Jahre an Forscher verliehen, die mit ihrer Arbeit einen herausragenden Beitrag zum Verständnis neurobiologischer Grundlagen und der pharmakologischen Behandlung affektiver Störungen geleistet haben. Auch in diesem Jahr hat die Anna-Monika-Stiftung wieder zwei führende Wissenschaftler für ihre bahnbrechende Forschungsarbeit in diesem Bereich geehrt: Prof. Dr. Rainer Rupprecht aus Regensburg und Prof. Dr. Eric J. Nestler aus New York.

    Die Anna-Monika-Stiftung begründet die Entscheidung für Prof. Rupprecht mit seinen wegweisenden Forschungsergebnissen zu molekularen Mechanismen von Neurosteroiden und ihrer möglichen klinischen Anwendbarkeit im Bereich depressiver Erkrankungen und Angststörungen. Die Arbeitsgruppe von Prof. Rupprecht konnte ein Protein identifizieren, welches für die Regulation der Produktion körpereigener Neurosteroide verantwortlich ist und so angstlösende Wirkungen vermittelt. Mit Hilfe spezieller Liganden für dieses Protein konnte ein Einfluss auf Ionenkanäle des GABAergen Neurotransmittersystems demonstriert werden. Über diesen Mechanismus konnten klinisch anxiolytische Effekte erzielt werden, welche mit der Wirkung von Benzodiazepinen vergleichbar waren. Im Gegensatz zu Benzodiazepinen scheinen diese Liganden jedoch weder in Tierversuchen noch am Menschen das für die Benzodiazepine typische Abhängigkeitspotenzial aufzuweisen.

    Somit stellt die in höchstrangigen Journalen publizierte Arbeit von Prof. Rupprecht (z.B. Neuropsychopharmacology, Science und Nature Reviews Drug Discovery) einen Durchbruch für das Verständnis und möglicherweise für die Behandlung affektiver Störungen wie der Depression dar, wobei auch Angst als relevantes und belastendes Symptom eine wichtige Rolle spielt.

    Die Anna-Monika-Stiftung bezeichnet Prof. Rupprecht als einen der wenigen klinischen Wissenschaftler, dessen Arbeit echten translationalen Charakter zeigt, und zwar im Sinne des Prinzips „from bench to bed and back“. Die hieraus resultierende enorme Expertise, welche ihren Ursprung sowohl im Labor als auch am Patientenbett hat, kann er so jederzeit für die Entwicklung, Planung und Durchführung komplexer neuer Projekte in klinischer Forschung und Grundlagenforschung nutzen.

    „Die medbo gratuliert Prof. Rupprecht zu dieser hohen Auszeichnung, die in Fachkreisen auch als „Psychiatrie-Oskar“ bezeichnet wird. Wir sind stolz, dass wir ihn 2011 für die medbo und für Regensburg gewinnen konnten. Seinem Engagement ist es zu verdanken, dass Regensburg nicht nur in Forschung und Lehre, sondern auch in der Versorgung psychiatrisch erkrankter Patienten einen Spitzenplatz einnimmt“, so Kurt Häupl, Geschäftsführer der Medizinische Einrichtungen des Bezirks Oberpfalz (medbo).

    Prof. Dr. Dr. Torsten E. Reichert, Dekan der Fakultät für Medizin der Universität Regensburg, erklärt: „Uns war von Anfang an klar, dass wir mit Prof. Rupprecht einen exzellenten Wissenschaftler auf den Lehrstuhl für Psychiatrie und Psychotherapie berufen haben. Eine Auszeichnung mit dem Anna-Monika-Preis für herausragende Leistungen in der psychiatrischen Forschung freut uns deshalb nicht nur sehr, sondern bestätigt uns in der Berufung von Prof. Rupprecht. Seit seinem Dienstantritt in Regensburg im Juni vergangenen Jahres hat er innerhalb kürzester Zeit ausgezeichnet Fuß gefasst und viele Anstöße gegeben.“

    Der weitere Preisträger ist Professor Dr. Eric J. Nestler, Inhaber der Nash-Stiftungsprofessur für Neurowissenschaften, Vorsitzender der neurowissenschaftlichen Abteilung und Direktor des Friedman Brain Institute an der Mount Sinai School of Medicine in New York.

    Professor Nestler wurde ausgezeichnet für seine herausragende Forschung zu molekularen Grundlagen der Depression und seine Entdeckungen zur Wirkungsweise von Antidepressiva auf das Belohnungssystem.

    Die Anna-Monika-Stiftung:
    Seit ihrer Gründung im Jahre 1965 hat die Anna-Monika-Stiftung weltweite Anerkennung bei Wissenschaftlern erlangt, die sich der Erforschung affektiver Störungen widmen. Ein Hauptziel der Stiftung ist es, Wissenschaftler zu motivieren, an der alle 2 Jahre international stattfindenden Preisausschreibung teilzunehmen. Viele herausragende Wissenschaftler mit wichtigen Beiträgen zum wissenschaftlichen Kenntnisstand depressiver Störungen konnten bis heute auf diese Weise identifiziert und geehrt werden. Die Liste der Preisträger aus Europa und USA liest sich wie ein „Who is Who“ der prominentesten Wissenschaftler in der Depressionsforschung, was dem Anna-Monika-Preis eine weitreichende internationale Anerkennung verleiht. Anerkannte Wissenschaftler aus aller Welt haben durch ihre ehrenamtliche Tätigkeit als Mitglieder der Jury einen großen Beitrag zum Erfolg der Stiftung beigetragen.
    www.anna-monika-stiftung.com

    medbo – Medizinische Einrichtungen des Bezirks Oberpfalz:
    Die Welt von medbo widmet sich den Schwerpunkten Psychiatrie, Kinder- und Jugendpsychiatrie, Neurologie, sowie Pflege und Forensik. Als Gesundheitszentrum in öffentlicher Trägerschaft verbinden wir in besonderer Weise die Aufgaben einer differenzierten regionalen und überregionalen Versorgung auf höchstem medizinischem und pflegerischem Niveau mit den Möglichkeiten von Forschung und Lehre. An sechs Standorten in der gesamten Oberpfalz – in Regensburg, Wöllershof, Parsberg, Weiden, Cham und Amberg - betreiben wir Einrichtungen mit stationärem, teilstationärem und ambulantem Angebot. Zwei Universitätskliniken zählen ebenso zu unserer Organisation wie das Institut für Bildung und Personalentwicklung IBP, das größte Bildungsinstitut im Gesundheitsbereich in Ostbayern.
    www.medbo.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Medizin
    überregional
    Personalia
    Deutsch


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