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13.12.2012 13:18

Wittener Feuerzangenbowle: Wissenschaft im Selbstversuch

Kay Gropp Pressestelle
Universität Witten/Herdecke

    Fünf angehende Mediziner untersuchen Einfluss von Atemtechniken auf das Ergebnis von Alkoholtestern / Freitag, 14.12.2012, ab 20 Uhr

    Ein Professor für Biochemie, Michael Kaufmann, und fünf Studierende der Humanmedizin haben sich zu einem Selbstversuch verabredet: Am Freitag, den 14. Dezember um 20 Uhr treffen sie sich zur Feuerzangenbowle in Wetter-Wengern, Am Brasberg 36. Ganz sicher nimmt jeder mehr als einen „wönzigen Schlock“, denn es geht um den Einfluss von Atemtechniken auf das Ergebnis von Alkoholtestern. Im Test sind vier frei käufliche Atemluft-Alkoholtester und einer von der Polizei. Der Versuchsaufbau: Ab 20 Uhr treffen die Probanden ein, von 21 bis 22 Uhr wird die Versuchslösung oral zugeführt und ab 22:15 Uhr beginnen die Messungen.

    Wie alles begann

    Hugo Sandler (Name frei erfunden) heißt ein an der Uni Witten/Herdecke im Medizinstudium besprochener Patient. Nein, es ist kein richtiger Patient. Er existiert nur auf Papier. So, wie viele Patienten mit ihren Fallgeschichten frei erfunden sind. Sie helfen den Studierenden der Humanmedizin im Rahmen des "Problemorientierten Lernens" sich an medizinisches Denken und medizinische Zusammenhänge heranzutasten.

    Der Fall „Hugo Sandler“

    Am 13. Januar wird in der Dortmunder Innenstadt ein Mann mittleren Alters auf dem Boden liegend von Passanten aufgefunden. Als ein Passant ihn auffordert, aufzustehen, reagiert er kaum. Er ist trotz Außentemperaturen um den Gefrierpunkt nur mit Hemd, Anzugjacke und Jeans bekleidet. Seine Füße stecken in alten Turnschuhen mit Loch. Immerhin trägt er dünne Handschuhe an den Händen. Auffallend ist seine blasse, fast bläuliche Gesichtsfarbe; Nase und Ohren stechen schon fast dunkelviolett hervor. Trotz Hilfestellung kann er seine Gliedmaßen kaum bewegen. Seine Haut fühlt sich sehr kalt an. Ein Passant ruft mit seinem Handy den Rettungsdienst, ein anderer versucht - ohne Erfolg ihn daran zu hindern. Lautstark macht jener seiner Wut Luft: "Lass den doch liegen, der ist bloß betrunken, ist schließlich selbst dran schuld, hat sich selbst kaputt gesoffen. Dem ist nicht mehr zu helfen, kostet nur unsere Steuergelder!".

    So lautet die Fallgeschichte, die Prof. Kaufmann nutzt, um in seiner Veranstaltung zur Biochemie den Alkoholabbau zu erklären. Und wie man Alkohol in der Atemluft bestimmt. Dabei konnte er sich nicht verkneifen, einen kleinen Trick bei polizeilichen Alkoholkontrollen zu verraten, der angeblich niedrigere Messwerte erzeugt. Und so entstand die Idee zum Selbstversuch, der ja nach wie vor eine der edelsten Methoden zum Erkenntnisgewinn darstellt. Und Forschung darf auch Spaß machen.

    Ein Doodle, um die ersten fünf Teilnehmer des von Prof. Kaufmann angebotenen Experiments zu ermitteln, wurde aufgrund des großen Andrangs bereits kurze Zeit später wieder geschlossen. Diese fünf werden mit Prof. Kaufmann und der Assistentin Dr. Claudia Klinger im Dienst der Wissenschaft von 21 bis 22 Uhr Feuerzangenbowle konsumieren. Im Anschluss daran werden Atem-Alkoholtests mit den Messgeräten durchgeführt. Die Messungen erfolgen nach Anwendung unterschiedlichster Atemtechniken und werden die Arbeitshypothese von Prof. Kaufmann bestätigen oder widerlegen. Jeder Student wird die Forschungsergebnisse auswerten und zusammen mit einer kleinen Recherche über ein in diesem Zusammenhang relevantes Thema im Nachgang die Voraussetzungen für eine Arbeit als Vorklinisches Wahlfach erfüllen.

    Weitere Informationen bei Prof. Dr. Michael Kaufmann, 02302/926-387, oder 02335-847 1673, michael.kaufmann@uni-wh.de

    Über uns:
    Die Universität Witten/Herdecke (UW/H) nimmt seit ihrer Gründung 1982 eine Vorreiterrolle in der deutschen Bildungslandschaft ein: Als Modelluniversität mit rund 1.500 Studierenden in den Bereichen Gesundheit, Wirtschaft und Kultur steht die UW/H für eine Reform der klassischen Alma Mater. Wissensvermittlung geht an der UW/H immer Hand in Hand mit Werteorientierung und Persönlichkeitsentwicklung.

    Witten wirkt. In Forschung, Lehre und Gesellschaft.


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, jedermann
    Ernährung / Gesundheit / Pflege, Medizin
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft, Studium und Lehre
    Deutsch


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