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28.01.2013 08:11

Zwei starke Teams: IPHT Jena und seine Partner punkten erneut beim Thüringer Forschungspreis

Dr. Andreas Wolff Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Institut für Photonische Technologien

    Wie bereits 2011 war das Institut für Photonische Technologien beim Thüringer Forschungspreis 2012 mit gleich zwei Projekten erfolgreich. Ein Preis in der Kategorie Angewandte Forschung ging an ein neuartiges Mikroskopie-Verfahren für den klinischen Einsatz, der Transfer-Preis wurde einem Projekt zur Erkundung tiefer Lagerstätten zugesprochen.

    IPHT-Wissenschaftler erforschten zusammen mit Kollegen des Institutes für Physikalische Chemie (IPC) und des Institutes für Angewandte Physik (IAP) der Universität Jena, des Fraunhofer-Institutes für Angewandte Optik und Feinmechanik (IOF) und des Universitätsklinikums Jena einen Multikontrast- Bildgebungsansatz, der den Schlüssel für eine leistungsstarke klinische Diagnostik darstellt, die ohne Farbstoffe auskommt.

    Das Durchschnittsalter der Bevölkerung steigt stetig. Damit einhergehend wachsen die Anforderungen an die medizinische Versorgung. Sowohl Herz- Kreislauf-Erkrankungen als auch Krebserkrankungen nehmen mit steigendem Alter zu. Neue Ansätze in Diagnostik und Therapie sind notwendig, um zukünftig eine optimale Betreuung zu sichern und die damit verbundenen Kosten zu beschränken. Dies lässt sich am besten mit einer möglichst frühen und präzisen Erkennung der Krankheiten erreichen, denn die Zeit spielt bei der erfolgreichen Behandlung eine entscheidende Rolle.

    Die Leistungsfähigkeit des neuen Verfahrens haben die Forscher insbesondere bei Krankheitsbildern wie Arteriosklerose, Kehlkopf- oder Dickdarmkrebs nachweisen können.

    „Für die Erforschung der ausgezeichneten Technologie haben Physiker, Ingenieure und Mediziner von Beginn an eng zusammengearbeitet, um im steten Austausch über die medizinischen Anforderungen und die technologischen Möglichkeiten ein optimales System zu erarbeiten“, betont IPHT-Direktor Prof. Dr. Jürgen Popp die Besonderheiten des Forschungsprojektes. „So entstand eine Kombination aus Mikroskop und Laserquelle, die prädestiniert für den klinischen Einsatz ist, da damit erstmals Multikontrastaufnahmen außerhalb von Laserlaboren in exzellenter Bildqualität auch von nicht speziell dafür geschultem Personal aufgenommen werden können.“ So werden vom Multikontrast-Bildgebungsansatz viele Patienten profitieren können.

    Das IPHT Jena erforscht mit seinem Leitmotiv „Photonics for Life“ photonische Verfahren und Systeme für Anwendungen in den Lebenswissenschaften und der Medizin. Bei der Erkennung und Identifizierung von Krankheitserregern wie Bakterien, Viren und Pilzen sind beispielsweise in den letzten zehn Jahren entscheidende Verbesserungen erreichen worden, die zum Teil auch bereits Einzug in die Klinik gehalten haben (Auszeichnung mit dem Thüringer Forschungspreis 2010 für die „Keimpolizei“ der Jenaer Biochip-Initiative). 2011 erhielt das Institut einen Preis für den „Plattenspieler für die DNA“, ein Verfahren, mit dem man biologische Strukturen im Nanometer-Bereich untersuchen kann. „Dass wir nun, nachdem wir 2011 für exzellente Grundlageforschung ausgezeichnet wurden, mit unserem Multikontrast-Bildgebungsansatz einen Preis in der Kategorie Angewandte Forschung gewinnen konnten, bestätigt uns darin, diesen interdisziplinären Ansatz, der vom Labor bis zum Patienten führt, weiter zu verfolgen“, so Popp.

    Die Preisträger im Einzelnen:

    Prof. Dr. Jürgen Popp, IPHT und IPC
    Prof. Dr. Benjamin Dietzek, IPHT und IPC
    Prof. Dr. Andreas Tünnermann, IOF und IAP
    Prof. Dr. Jens Limpert, IOF und IAP
    Prof. Dr. Andreas Stallmach, Universitätsklinikum Jena
    Prof. Dr. Orlando Guntinas-Lichius, Universitätsklinikum Jena
    PD Dr. Bernd M. F. Romeike, Universitätsklinikum Jena

    Erdkruste und Erzvorkommen in 3D: Tiefe Lagerstättenerkundung mit JESSY DEEP

    Auch im Bereich des Forschungstransfers ist das IPHT sehr erfolgreich. Nachdem das Institut 2009 für die Terahertz-Sicherheitskamera, die eine Personenkontrolle ganz ohne „Nacktscannen“ erlaubt, und 2011 für ein neues Verfahren zur Herstellung besonders leistungsfähiger optischer Fasern mit dem Thüringer Forschungspreis ausgezeichnet wurde, erhält 2012 ein Projekt die begehrte Auszeichnung, das bereits reif für den Markt ist.

    In einer mehr als zehn Jahre währenden intensiven Forschungs- und Entwicklungsarbeit ist es einer gemeinsamen Forschergruppe aus Mitarbeitern des IPHT und der Supracon AG gelungen, mit Hilfe von Supraleitenden Quanteninterferenzdetektoren (SQUIDs) den weltweit empfindlichsten Empfänger für die Methode der Transienten-Elektromagnetik zu bauen und in die Vermarktung zu überführen.

    Die zunehmende Verknappung bei steigender Nachfrage von Rohstoffen stellt weltweit die Industrie vor das Problem von steigenden Preisen. Das führt die Rohstofferkundung zum einen in zivilisationsferneren Gegenden und zum anderen zur Suche nach Mineralien in bis dato nicht zugänglichen Tiefen.

    Der fundamental neue Messaufbau wurde 2009 in London mit dem international renommierten Mining Research Award ausgezeichnet. Die aktive Methode mit dem feldtaugliche Messsystem JESSY DEEP ermöglicht mit Hilfe von Zeitbereichsmessungen Aussagen über die elektrische Leitfähigkeiten des Untergrundes zu erhalten und ermöglicht somit eine bisher nicht erreichte Steigerung der Explorationstiefe. Den Geologen wird ein Zugang zu bisher nicht zugänglichen Bereichen der Erdkruste für die Lagerstättenerkundung eröffnet. Sie können auf die im Untergrund liegenden Mineralien schließen, Erzvorkommen genau lokalisieren und vor allem eine 3D Abbildung der Strukturen im Untergrund erzeugen.

    Die Preisträger im Einzelnen:

    Dr. Ronny Stolz, IPHT Dipl.-Phys.
    Andreas Chwala, IPHT Dipl.-Ing. (FH)
    Frank Bauer, IPHT
    Dr. Viatcheslav Zakosarenko, IPHT
    Dr. Ludwig Fritzsch, IPHT
    Matthias Meyer, Supracon AG M.Eng.
    Michael Starkloff, Supracon AG
    Dr. Nikolai Oukhanski, Supracon AG

    Die feierliche Verleihung des Thüringer Forschungspreises findet am 8. Februar in der Aula der Friedrich-Schiller-Universität Jena statt.

    Ihre Ansprechpartner:
    Prof. Dr. Jürgen Popp Wissenschaftlicher Direktor
    Telefon +49 (0) 3641 · 206-300
    Telefax +49 (0) 3641 · 206-399
    juergen.popp@ipht-jena.de

    Prof. Dr. Benjamin Dietzek
    Forschergruppe Ultrakurzzeitspektroskopie
    Telefon +49 (0) 3641 · 206-332
    Telefax +49 (0) 3641 · 206-399
    benjamin.dietzek@ipht-jena.de

    Dr.Ronny Stolz
    Arbeitsgruppe Photonische Magnetometer
    Telefon +49 (0) 3641 · 206-119
    Telefax +49 (0) 3641 · 206-199
    ronny.stolz@ipht-jena.de


    Weitere Informationen:

    http://www.ipht-jena.de


    Anhang
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    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wissenschaftler
    Biologie, Chemie, Geowissenschaften, Medizin, Physik / Astronomie
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft, Wettbewerbe / Auszeichnungen
    Deutsch


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