idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
Grafik: idw-Logo

idw - Informationsdienst
Wissenschaft

Medienpartner:
Wissenschaftsjahr


Teilen: 
22.02.2013 13:07

Die ältesten und jüngsten Sammlungsschätze der Universität Greifswald

Jan Meßerschmidt Presse- und Informationsstelle
Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald

    Die Ausstellungsreihe „Wissen sammeln. Die digitalisierten Schätze der Universität Greifswald“ geht in die dritte Runde. Vom 26. Februar bis zum 26. Mai 2013 werden Sammlungsobjekte der Geologie und der Medizingeschichte im Foyer der Zentralen Universitätsbibliothek präsentiert. Sie dokumentieren einen weiteren Fortschritt des Digitalisierungsprojektes der Universität Greifswald.

    Dabei werden die Objekte der 17 wissenschaftlichen Sammlungen Stück für Stück digital erfasst und in ein Sammlungsportal eingestellt. Mittlerweile umfasst das Portal mehr als 5.300 Sammlungsschätze. Das Projekt wird seit 2010 von der Leitung der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald gefördert und in der Kustodie koordiniert.

    In den vergangenen Monaten haben die Museologie-Studentinnen Nicole Eichler (Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin) und Evelin Rast (Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg) Objekte der Paläontologie, Geologie und Mineralogie sowie der Geschichte des neuzeitlichen medizinischen Alltags digital erfasst. Sie fotografierten und vermaßen hunderte Sammlungsstücke im Rahmen eines mehrmonatigen Praktikums. Anschließend wurden die Objekte auf der Website http://www.wissenschaftliche-sammlungen.uni-greifswald.de publiziert. Unter der Nutzung der wissenschaftlichen Recherchen und Forschungsergebnisse der Sammlungsleiter Dr. Stefan Meng und Dr. Hartmut Bettin haben die Praktikantinnen die Ausstellung mit ausgewählten Originalobjekten einschließlich eines ausführlichen Ausstellungskataloges vorbereitet.

    Viele der aktuell inventarisierten Sammlungsobjekte sind deutschlandweit und auch weltweit herausragend. In Deutschland einzigartig ist die medizingeschichtliche Sammlung „Medizinischer Alltag in der DDR“. Ihre Spannweite reicht von medizinischen Apparaturen, Instrumenten und Materialien, die den Mangel in der DDR-Medizin dokumentieren, bis zu Hightech-Geräten wie der künstlichen Niere KN 40 und einem Herzschrittmacher aus den 1980er Jahren. Den Kontrast zu diesen jüngsten Sammlungsobjekten der Universität Greifswald bilden die 500 Millionen Jahre alten fossilen Trilobiten (meeresbewohnende Gliederfüßer wie Krebse) aus der Rudolf-Kaufmann-Gedächtnissammlung. Sie sind die ältesten Stücke der Ausstellung. Mit dem über 250 Millionen Jahre alten und 26 Zentimeter langen Urflugdrachen aus Eisleben/Sachsen-Anhalt wurden sogenannte Holotypen digital erfasst. Holotypen sind Fundstücke, an denen erstmals eine neue Art beschrieben wurde.

    „Besonders faszinierend ist das unbekannte wissenschaftliche Potenzial, das in vielen Greifswalder Sammlungsobjekten noch unentdeckt schlummert“, so Dr. Birgit Dahlenburg, Leiterin der Kustodie der Universität Greifswald. „Als Beispiel sei ein Krebsfossil genannt, das als Holotyp noch unbekannt 30 Jahre lang in einem Keller der Geologischen Sammlungen lag. Erst vor kurzem gelang einem Stuttgarter Paläontologen mit dem Fossil die Entdeckung einer vollkommen neuen Krebsart. Dieses Objekt steht stellvertretend für tausende Sammlungsstücke, die es künftig noch wissenschaftlich zu entschlüsseln gilt. Hier ist wahre Detektivarbeit gefordert.“

    „Die Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald kann für ihre Forschung und Lehre auf einen kostbaren Schatz von rund sechs Millionen Einzelobjekten zurückgreifen“, so Rektorin Prof. Johanna Eleonore Weber. „Die Sammlungsstücke dokumentieren die lange Tradition und Vielfalt unserer Universität. Sie vermitteln beispielsweise Studierenden einen konkreten Einblick in die Lehr- und Forschungsgeschichte unserer Universität. Mit dem Portal, in dem Wissenschaftler und Interessierte selbstständig nach Exponaten recherchieren können, werden die Objekte einfach und übersichtlich der Forschung sowie der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Und die Entdeckung einer völlig neuen Krebsart in unserer geologischen Sammlung zeigt anschaulich, wie wertvoll unsere alten wissenschaftlichen Sammlungen für die moderne Forschung sind.“

    „Besonders hat mir das weite Spektrum der Aufgaben während des Praktikums gefallen“, so Nicole Eichler von der HTW Berlin. „Vom Dokumentieren und Archivieren der Stücke bis hin zur Ausstellungsvorbereitung war die Arbeit an der Universität Greifswald eine wunderbare Möglichkeit, meine theoretischen Kenntnisse nun auch praktisch anzuwenden.“

    „Als ich im vergangenen Oktober von Herrn Dr. Meng durch die Geologische Sammlung geführt wurde, war ich sofort beeindruckt von der hohen Anzahl der Objekte und deren Vielfältigkeit“, so Evelin Rast von der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. „Am faszinierendsten ist für mich die Geschichte, die jedes Stück mit sich trägt. Zum Beispiel erzählen die Kieferfragmente der Ur-Elefanten aus der Fayum-Region in Ägypten, einem Vorfahren der heutigen Elefanten, ihre ganz eigene Geschichte. Bei den Stücken der Greifswalder Sammlung kann man beispielsweise die Zahnstruktur besonders gut erkennen.“

    Das gemeinsam mit digiCULT Verbund eG und der Verbundzentrale des GBV entwickelte Portal http://www.wissenschaftliche-sammlungen.uni-greifswald.de wird wissenschaftlichen Anforderungen an Datenbankrecherche gerecht. Es bietet aber auch dem interessierten Laien einen einfachen und übersichtlichen Zugang zu Sammlungsobjekten der Medizin, Natur- und Geisteswissenschaften sowie der Theologie. Das Onlineportal beinhaltet derzeit fachübergreifend Sammlungsobjekte aus vier Fakultäten. In den kommenden Monaten und Jahren werden weitere Sammlungen und Einzelobjekte digital verfügbar gemacht und so bessere Voraussetzungen für Wissenschaftler und Studierende in der Arbeit mit Sammlungen geschaffen.

    Weitere Informationen
    Die Ausstellung ist vom 26.02.2013 bis zum 26.05.2013 im Foyer der Zentralen Universitätsbibliothek (Felix-Hausdorff-Straße 10, 17489 Greifswald) von Montag bis Freitag von 08:00 bis 24:00 Uhr und am Samstag und Sonntag von 09:00 bis 24:00 Uhr geöffnet.
    Der ausstellungsbegleitende Katalog kostet während der Ausstellung 3,00 Euro, danach sind es 5,00 Euro.

    Kustos/Kustodin/Kustodie sind aus dem Lateinischen abgeleitet von custodia (Bewachung, Bewahrung, Aufsicht). Heute befassen sich Kustoden mit der Bewahrung und wissenschaftlichen Erschließung von Sammlungen.

    Weitere Informationen zur Ausstellung und zum Digitalisierungsprojekt http://www.uni-greifswald.de/informieren/kustodie/ausstellungen/wissen-sammeln.html
    Empfehlungen des Wissenschaftsrats zu wissenschaftlichen Sammlungen http://www.wissenschaftsrat.de/index.php?id=347&
    digiCult Verbund eG http://www.digicult-verbund.de/
    Vorschaubild http://www.wissenschaftliche-sammlungen.uni-greifswald.de/

    Die Fotos können für redaktionelle Zwecke im Zusammenhang mit der Pressemitteilung kostenlos heruntergeladen und genutzt werden. Dabei ist der Name des Bildautors zu nennen.
    Download http://www.uni-greifswald.de/informieren/pressestelle/download-presseinformationen/pressefotos-2013/pressefotos-februar-2013.html

    Ansprechpartner an der Universität Greifswald

    Dr. Birgit Dahlenburg
    Leiterin der Kustodie
    Domstraße 11, 17487 Greifswald
    Telefon 03834 86-1122
    kustodie@uni-greifswald.de

    Rita Sauer
    Projektkoordinatorin
    Domstraße 11, 17487 Greifswald
    Telefon 03834 86-1122
    kustodie@uni-greifswald.de

    Dr. Stefan Meng
    Lehrstuhl für Paläontologie
    Institut für Geographie und Geologie
    Friedrich-Ludwig-Jahn-Straße 17a, 17487 Greifswald
    Telefon 03834 86- 4551
    stefan.meng@uni-greifswald.de

    Dr. Hartmut Bettin
    Wissenschaftlicher Mitarbeiter
    Institut für die Geschichte der Medizin
    Walter-Rathenau-Straße 48, 17487 Greifswald
    Telefon 03834 86- 5780
    hartmut.bettin@uni-greifswald.de

    Nicole Eichler
    Studentische Praktikantin Kustodie
    Studentin der Museumskunde
    Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin
    nic.eichler@googlemail.com

    Evelin Rast
    Studentische Praktikantin Kustodie
    Studentin der Kunstgeschichte sowie Theater und Medienwissenschaft
    Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
    raste@uni-greifswald.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, jedermann
    Geowissenschaften, Medizin
    regional
    Buntes aus der Wissenschaft
    Deutsch


    Hilfe

    Die Suche / Erweiterte Suche im idw-Archiv
    Verknüpfungen

    Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.

    Klammern

    Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).

    Wortgruppen

    Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.

    Auswahlkriterien

    Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).

    Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).