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25.02.2013 16:33

Neue Studienergebnisse zu elektronischem Seh-Chip veröffentlicht

Dr. Ellen Katz Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Universitätsklinikum Tübingen

    Implantat erlaubt Blinden bessere Orientierung

    In den Proceedings der Royal Society werden die ersten Ergebnisse* bei neun blinden Patienten mit erblichen Netzhautdegenerationen vorgestellt, die einen subretinalen elektronischen Seh-Chip (Alpha IMS von Retina Implant, Reutlingen) implantiert bekommen haben. Die klinische Studie wurde im Department für Augenheilkunde des Universitätsklinikums Tübingen von Prof. Eberhart Zrenner geleitetet.

    Das in der aktuell veröffentlichten Studie getestete Implantat ist derzeit das einzige Netzhautimplantat weltweit mit einer so hohen Pixeldichte und auch das einzige Implantat, bei dem sich der lichtaufnehmende Teil im Augeninneren befindet, so dass die natürlichen Augenbewegungen am Sehprozess beteiligt sind. Alle wesentlichen Teile wie Kamera und Elektronik wurden im Körper implantiert, mit Ausnahme eines dünnen Kabels, das zu einer kleinen Spule hinter dem Ohr verläuft. Die neue kabellose Stromversorgung erlaubte den Patienten mehr Bewegungsfreiheit im täglichen Leben, so dass eine größere Anzahl von Patienten durch den Chip Seherfahrungen im Alltag machen konnte.

    Das Implantat mit 1500 Pixeln vermittelt ein Gesichtsfeld von etwa 11 bis 15 Sehwinkelgrad und ermöglicht blinden Retinitis Pigmentosa Patienten beispielsweise das Erkennen von Gegenständen wie Bäumen, Möbeln, Geschirr und Besteck auf dem Tisch oder Autoscheinwerfer in der Nacht. Manche Patienten konnten auch Gesichtsmimik interpretieren oder Buchstaben lesen.

    Die Sehschärfe sowie andere visuelle Funktionen (z. B. Bewegungswahrnehmung) wurden mit standardisierten Methoden getestet. Im Vergleich mit früheren Ergebnissen aus der Pilotstudie konnte mit diesem Sehimplantat eine noch bessere Sehschärfe gemessen werden. Das Implantat vermittelt Konturen in etwa 9 Graustufen als schwarz-weiß Bild. Was Patienten sehen, ist im elektronischen Supplement der Arbeit in kurzen Movie-Clips** zu sehen.

    An der multizentrisch erweiterten Studie haben inzwischen Patienten in Oxford, London, Tübingen, Hongkong und anderen Zentren mit ähnlichen Ergebnissen teilgenommen.

    Medienkontakt
    Universitätsklinikum Tübingen
    Department für Augenheilkunde
    Forschungsinstitut für Augenheilkunde
    Schleichstr. 12-16, D-72076 Tübingen
    Prof. Dr. med. Eberhart Zrenner
    Tel. +49-7071-29 8 47 86 oder 29 8 73 11
    Fax +49-7071-29 50 38
    E-Mail: ezrenner@uni-tuebingen.de
    http://www.eye.uni-tuebingen.de/zrenner
    Dr. med. Katarina Stingl
    Tel. +49-7071-29 8 74 21, Fax +49-7071-29 53 61
    E-Mail: katarina.stingl@med.uni-tuebingen.de

    * Titel der Originalpublikation
    “Artificial Vision with Wirelessly Powered Subretinal Electronic Implant Alpha IMS” by Stingl K. et al. Proceedings of Royal Society B 2013 280, 20130077, published 20 February 2013
    DOI: 10.1098/rspb.2013.0077
    http://rspb.royalsocietypublishing.org/content/280/1757/20130077

    ** Movie Clips
    http://rspb.royalsocietypublishing.org/content/280/1757/20130077/suppl/DC1


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wissenschaftler, jedermann
    Elektrotechnik, Medizin
    überregional
    Forschungsergebnisse
    Deutsch


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