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26.02.2013 12:16

Startschuss für Leipziger Kooperation mit renommierter indonesischer Universität

Maria Garz Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Translational Centre for Regenerative Medicine (TRM) Leipzig

    Das Translationszentrum für Regenerative Medizin der Universität Leipzig hat den Kreis seiner internationalen Partner erweitert: Dr. Isnatin Miladiyah, Dekanin der Medizinischen Fakultät und Ir. Wiryono Raharjo, Vize-Dekan des Internationalen Programmes der traditionsreichen Universitas Islam Indonesia (UII Yogyakarta), unterzeichneten gestern (Montag) eine entsprechende Kooperationsvereinbarung. Prof. Ulrich Sack, TRM-Forschungsdirektor und Angelika Röhr, TRM-Verwaltungsdirektorin signierten den Vertrag seitens des TRM Leipzig.

    Ziel der Vereinbarung ist die langfristige Zusammenarbeit beider Partner auf wissenschaftlichem Gebiet, um die Internationalisierung zu stärken sowie wissenschaftliches Potenzial wechselseitig auszubauen und zu fördern. Dazu sind für die kommenden Jahre gemeinsame Forschungsprojekte geplant.

    Der Kooperation vorausgegangen war wenige Wochen zuvor der Besuch einer Leipziger Delegation der Fakultät für Biowissenschaften an der ältesten indonesischen Universität in Yogyakarta. Unter Leitung von Professorin Evelin Witruk konnte ein erstes Projekt bereits angestoßen werden, das sich mit der psychologischen Intervention traumatisierter Kinder in den indonesischen Erdbeben- und Tsunami-Gebieten befasst. Das Projekt fokussiert dabei auf Traumatherapieprogamme für Kinder wie das tanzorientierte Biodanza, die vom Leipziger Psychologen Prof. Dr. Marcus Stück entwickelte Empathieschule sowie das Stressreduktionstraining mit Yogaelementen.

    Neue Wege in der Behandlung von Stressbelastungen könnten nun in Zusammenarbeit mit dem TRM Leipzig beschritten werden. Biochemische Verfahren zur Messung des Emotionsausdruckes wie der Nachweis von Cortisol, Testosteron und Immunglobulin A sollen dabei die Möglichkeiten psychologischer Interventionen ergänzen. Dieser Ansatz stützt sich auf bereits veröffentlichte Studien zur Interaktion zwischen Stress und dem Immunsystem. Bei extremem psychischen Stress wurde darin das Absinken der Konzentration von Immunglobulin A im Speichel, die vermehrte Ausschüttung des Neurostresshormons Cortisol sowie ein verringerter Testosteronspiegel nachgewiesen. Zusammen mit Veränderungen in der Genexpression führen diese Stressantworten zu einem stark belasteten Immunsystem mit langfristig körperlichen Folgeerkrankungen. Ziel des Projektes ist die Verringerung der Stressbelastung und die Stabilisierung des Immunsystems der traumatisierten Kindern und Jugendlichen in den betroffenen Krisengebieten. Das heutige Treffen wurde bereits genutzt, um erste Gespräche zu diesem Projekt zu führen.

    Ein weiterer Kooperationsansatz ist das Forschungsprojekt von Dr. Vuk Savkovic. Der TRM-Wissenschaftler forscht am TRM Leipzig an der Entwicklung einer autologen, d.h. körpereigenen Zelltherapie zur Behandlung von Vitiligo. Diese auch Weißfleckenkrankheit genannte chronische Pigmentstörung der Haut ist „zwar keine lebensbedrohliche Erkrankung, aber für die Betroffenen mit immensen psychosozialen Auswirkungen verbunden“, so Vuk Savokovic. Durch die weißen Hautflecken fühlen sie sich entstellt, sozialer Rückzug und sogar Depressionen können die Folge sein. In Südostasien leiden bis zu sechs Prozent der Gesamtbevölkerung an der Weißfleckenkrankheit, allein in Indonesien sind etwa anderthalb Millionen Menschen betroffen. Schon deshalb sei das Interesse an einer Zusammenarbeit zur Entwicklung eines marktfähigen Produktes zur Behandlung von Vitiligo groß, so Dr. Miladiyah.

    Mit besonderem Hinblick auf diese Forschungsprojekte äußerten sich beide Partner zuversichtlich, dass der Kooperationsvertrag bald mit Leben erfüllt wird. „Diese Kooperationsvereinbarung ist für beide Seiten ein strategisch wichtiger Schritt, um sich künftig international noch besser positionieren zu können“, konstatiert Prof. Ulrich Sack, Forschungsdirektor des TRM Leipzig.


    Weitere Informationen:

    http://www.trm.uni-leipzig.de


    Anhang
    attachment icon Pressemitteilung

    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Biologie, Medizin
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft, Kooperationen
    Deutsch


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