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01.03.2013 09:25

25. Würzburger Mittelohr-Operationskurs: Live und in 3D

Susanne Just Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Universitätsklinikum Würzburg

    In einem aufwändigen, internationalen Kurs schult die HNO-Klinik des Würzburger Universitätsklinikums seit 25 Jahren Ärztinnen und Ärzte in aktuellen mikrochirurgischen Mittelohr-Operationstechniken. Auch bei der diesjährigen Jubiläumsveranstaltung Ende Februar gab es wieder ein dichtes Programm aus Live-Operationen, Vorträgen und praktischen Übungen an Präparaten.

    Wie in einem modernen 3D-Kino sitzen knapp 50 Hals-Nasen-Ohrenärztinnen und -ärzte aus aller Welt mit Polarisationsbrillen im Hörsaal des Comprehensive Hearing Centers Würzburg. Was sie dabei gebannt verfolgen, ist jedoch kein Spielfilm-Blockbuster, sondern eine dreidimensionale Liveübertragung aus dem Mittelohr eines Patienten. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des 25. Mikrochirurgischen Mittelohr-Kurses der Würzburger HNO-Klinik sehen das gleiche Bild, das auch Prof. Rudolf Hagen in einem benachbarten Operationssaal zeitgleich durch sein Operationsmikroskop sieht. Riesenhaft vergrößert und in brillanter HD-TV-Qualität können sie mitverfolgen, wie der Direktor der Klinik und Poliklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenkrankheiten, plastische und ästhetische Operationen des Universitätsklinikums Würzburg routiniert präzise Eingriffe in kleinsten Operationsarealen durchführt.

    Vom Anfänger- bis zum Expertenniveau
    Das demonstrierte Spektrum reicht von Standard-Operationen, wie dem Verschließen eines Trommelfell-Lochs, bis hin zu höchsten chirurgischen Herausforderungen, wie dem Entfernen eines Tumors im Schädelinnern, inklusive Anheben des Gehirns und ohne Schädigung des Hörvermögens oder des Gesichtsnervs des Kranken. „Mit dieser therapeutischen Spannweite werden wir dem jeweiligen Ausbildungsstatus unserer Gäste gerecht, der vom Anfänger- bis zum Expertenniveau reicht“, berichtet Prof. Hagen.

    Gäste auch aus Peru, dem Irak und der Mongolei
    Die von ihm geleitete Klinik genießt seit Jahrzehnten einen Ruf, der weit über die Grenzen Deutschlands hinaus anerkannt ist. Das beweist auch ein Blick in die Teilnehmerliste des diesjährigen Kurses, der vom 25. bis 27. Februar stattfand: Neben Deutschland, Österreich, Belgien, Kroatien und der Türkei kamen die HNO-Fachleute aus Russland, Jordanien, Peru, der Mongolei und dem Irak nach Würzburg.
    „Um die hohe internationale Reputation auf Dauer aufrecht zu erhalten, ist es wichtig, immer up to date zu sein“, weiß Prof. Hagen. „Deshalb haben wir in diesem Jahr zum Beispiel das Einpflanzen eines neuen Hörimplantats gezeigt, das den Schall über den Knochen überträgt.“ Das Gerät wurde von den Experten des Comprehensive Hearing Centers Würzburg zusammen mit einem führenden Medizintechnik-Unternehmen sowie den weltweit vernetzten Kooperationskliniken entwickelt und im Jahr 2011 erstmals eingesetzt.

    Englische Moderation und Kommentierung
    Bei dem jährlich stattfindenden Mittelohr-Operationskurs werden die Bilder aus dem Operationssaal von englischen Erläuterungen begleitet – zum einen von einem ärztlichen Moderator im Hörsaal, zum anderen vom Operateur selbst. Auch Fragen aus dem Publikum werden direkt vom aktiven Arzt beantwortet. „Natürlich übt dieses ‚Veranstaltungsformat‘ einen gewissen Druck auf den behandelnden Chirurgen aus und bedeutet für unser ganzes Team eine beträchtliche organisatorische Anstrengung“, schildert Prof. Hagen. „Wir könnten diesem Stress aus dem Weg gehen, indem wir einfach vorher produzierte Lehr-Videos zeigen. Aber wir glauben, dass der Live-Aspekt einer der wesentlichen didaktischen Pluspunkte unseres Kurses ist.“

    Übertragungstechnologie als Alleinstellungsmerkmal
    Nach seinem Wissen verfügt keine andere HNO-Klinik in Deutschland über eine vergleichbare, fest installierte 3D-Übertragungsanlage. Ihre gesamte Technik wurde erst vor zwei Jahren mit Fördergeldern der Brause-Stiftung auf den neuesten Stand gebracht.
    Selbstverständlich hat die Würzburger HNO-Klinik von allen Patienten der Schau-Operationen zuvor entsprechende Einwilligungen eingeholt. „Auch wenn durch den Demonstrationscharakter des Kurses der einzelne Eingriff mal fünf bis zehn Minuten länger dauern kann, sind die Patientinnen und Patienten doch gerne dabei, denn so kommen sie in den Genuss einer Behandlung durch ausgewiesen hochkarätige Operateure“, hat Prof. Hagen beobachtet.

    „Hands-on“ im Felsenbein-Labor
    Neben den täglich gut vierstündigen Live-OPs aus zwei Operationssälen boten die drei Kurstage Vorträge von internationalen Referenten sowie Trainingssitzungen im Felsenbein-Labor. Das Felsenbein ist der Teil des Schädels, der das Mittel- und Innenohr enthält. Im Labor der HNO-Klinik konnten die Kursteilnehmer an Präparaten dieses Knochenabschnitts diverse mikrochirurgische Techniken mit Originalgeräten selbst erproben.


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Medizin
    überregional
    Forschungs- / Wissenstransfer, wissenschaftliche Weiterbildung
    Deutsch


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