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07.03.2013 13:09

Steroidtherapie bei Tennisarm landet im Aus

Sabine Ranke-Heinemann Pressestelle
Australisch-Neuseeländischer Hochschulverbund / Institut Ranke-Heinemann

    Eine neue Studie der australischen University of Queensland in Brisbane stellt eine gängige Methode der Tennisarmbehandlung in Frage. Die Forscher der Universität fanden heraus, dass sich Physiotherapie in Verbindung mit dem Spritzen von Kortison weder positiv auf die Rückfallquote der Patienten noch auf die Möglichkeit einer Komplettheilung auswirkt. Auch eine langfristige Beeinflussung des Schmerzniveaus und der Lebensqualität konnte nicht
    nachgewiesen werden.

    Professor Bill Vicenzino vom Institut für Gesundheits- und Rehabilitationswissenschaften der Universität zufolge zeigen jüngste Studien, dass Steroidtherapien nur eine kurzfristige Linderung bewirken. Die Rückfallrate nach zwei Monaten liegt bei mehr als 70 Prozent, so dass der Heilungsprozess zu einer langwierigen Angelegenheit wird. "Die Beschwerden treten für gewöhnlich deshalb erneut auf, weil sich die Patienten nach der Injektion sofort besser fühlen. Trotz der Ermahnung, den Arm erst nach und nach wieder zu belasten, muten sie sich gleich zu viel zu. In der Regel verordnen Ärzte nach dem Spritzen von Kortison Physiotherapiesitzungen, um den Arm durch moderate Übungen stufenweise an eine vollständige Belastung zu gewöhnen", erklärt Professor Vicenzino.

    Im Rahmen der Studie wurden die medizinischen Daten von vier verschiedenen Patientengruppen verglichen. Die erste Gruppe erhielt nur Kortisonspritzen, die zweite Placebos, die dritte Kortisonspritzen plus Physiotherapie und die vierte Placebos plus Physiotherapie. "Wir stellten fest, dass die Patientengruppe, die nur Kortison verabreicht bekam, eine höhere Rückfallrate aufwies als die Placebo-Gruppe, was darauf hindeutet, dass Steroidtherapien sehr wahrscheinlich für die erhöhte Rückfallquote verantwortlich sind."

    Professor Vicenzino vertritt daher die Meinung, dass Patienten im Rahmen einer Steroidtherapie über die wahrscheinliche Rückkehr der Schmerzen nach drei bis zwölf Monaten und über die geringere Möglichkeit der langfristigen Verbesserung aufgeklärt werden müssen.

    "Physiotherapie sollte zunächst ohne Steroidtherapie verordnet werden. Erst wenn kein zufrieden stellendes Ergebnis erzielt werden konnte, sollten Ärzte weitere Behandlungsmethoden in Betracht ziehen. Physiotherapie allein führt nicht nur kurzfristig zu einer Schmerzlinderung, sondern verspricht auch die geringste Rückfallrate und eine 100-prozentige Heilung oder zumindest eine signifikante Verbesserung nach 12 Monaten."

    Die Studie wurde kürzlich in der amerikanischen Wissenschaftszeitschrift "The Journal of the American Medical Association"veröffentlich. Das Abstract können Sie hier herunterladen: http://jama.jamanetwork.com/article.aspx?articleid=1568252

    Weitere Informationen:

    Institut Ranke-Heinemann / Australisch-Neuseeländischer Hochschulverbund
    Pressestelle
    Friedrichstr. 95
    10117 Berlin
    Email: berlin@ranke-heinemann.de
    Tel.: 030-20 96 29 593

    oder

    Kirsten Rogan
    Communications and Media
    University of Queensland
    Faculty of Health Sciences
    Tel.: + 61 7 3346 4713
    Email: k.rogan@uq.edu.au

    Das Institut Ranke-Heinemann / Australisch-Neuseeländischer Hochschulverbund ist das gemeinnützige Studierendensekretariat aller australischen und neuseeländischen Universitäten in Europa, zuständig für Wissens- und Forschungstransfer, Forschungsförderung sowie Studenten- und Wissenschaftleraustausch und für die Betreuung von Studierenden und Schülern, die ein Studium Down Under vorbereiten.


    Weitere Informationen:

    http://www.ranke-heinemann.de
    http://www.ranke-heinemann.at
    http://www.ranke-heinemann.tv


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wissenschaftler
    Medizin, Sportwissenschaft
    überregional
    Forschungsergebnisse
    Deutsch


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