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08.03.2013 07:42

Auszeichnung für neuartige Technologien

Rudolf-Werner Dreier Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

    Der Freiburger Innovationspreis 2012 geht an drei von der Universität Freiburg geförderte Unternehmen und Projekte

    Das Start-up-Projekt Ionera aus dem Physiologischen Institut der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg belegt den ersten Platz des Freiburger Innovationspreises, der mit 7.500 Euro dotiert ist. Auf dem mit einem Preisgeld von 2.000 Euro verbundenen zweiten Platz folgt das Unternehmen SmartExergy GmbH. Die Averbis GmbH teilt sich mit einem weiteren Unternehmen den dritten Platz und wird mit 1.500 Euro ausgezeichnet. Alle drei sind beim Aufbau ihres Unternehmens vom Gründerbüro der Universität Freiburg unterstützt worden. Die Technologiestiftung BioMed Freiburg verleiht den Freiburger Innovationspreis alle zwei Jahre gemeinsam mit dem Freiburger Medizintechnik-Unternehmen Stryker Leibinger GmbH & Co. KG und der Sparkasse Freiburg-Nördlicher Breisgau.

    Das Projekt Ionera erarbeitet eine neuartige Plattformtechnologie, die eine Analyse mit biologischen Nanoporen ermöglicht. Dabei handelt es sich um Proteine, die in einer Membran Kanäle mit Innendurchmessern von einigen millionstel Millimetern bilden. Auf diesem Weg können Biomoleküle in eine Zelle strömen oder sie verlassen. Die Pore ist zudem durchlässig für Ionen, das heißt für in der Zellflüssigkeit gelöste geladene Teilchen, und daher elektrisch leitfähig. Wenn ein größeres Biomolekül, etwa ein DNA-Strang oder ein Protein, in den Durchgang gerät, blockiert es diesen teilweise. Daraufhin leitet die Nanopore so lange weniger Strom, bis das Molekül sie wieder verlässt. Die neue Analysemethode macht sich diesen Effekt zunutze: Sie misst den elektrischen Strom durch eine einzelne Pore und erlaubt dadurch Rückschlüsse auf die Biomoleküle, die mir ihr in Wechselwirkung stehen. Ionera bietet einen Mikrochip an, auf dem eine große Anzahl solcher Membranen erzeugt und vermessen werden kann. Damit macht die Plattform dieses Messverfahren erstmals industriell nutzbar. Gegenwärtig sind mit aufwendigen Laborverfahren nur etwa fünf bis zehn einzelne Messungen am Tag möglich, die neue Technologie erlaubt künftig mehr als 10.000 täglich. Sie soll unter anderem bei der schnellen Sequenzierung von DNA oder der frühen Diagnose schwerer Erkrankungen wie Krebs zum Einsatz kommen. Die Ausgründung eines Unternehmens ist für Ende 2013 vorgesehen. Leiter des Projekts ist Dr. Gerhard Baaken aus der von Prof. Dr. Jan C. Behrends geleiteten Arbeitsgemeinschaft Membranphysiologie und -technologie des Physiologischen Instituts der Universität Freiburg. Ionera erhält aktuell eine Förderung über den EXIST-Forschungstransfer, ein Programm des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie. Für seinen Businessplan wurde das Gründerteam bei dem Wettbewerb Science4Life Venture Cup 2013 ausgezeichnet.

    Die SmartExergy GmbH entwickelt und vertreibt Komponenten für eine Funksensorik, die Photovoltaik-Anlagen überwacht und steuert. Dadurch ist es möglich, den Ertrag einer Anlage nachhaltig zu steigern. In den einzelnen Modulen integrierte Funksensoren überwachen beispielsweise die Leistung und erkennen, wie diese optimiert werden kann. Die Produkte von SmartExergy zeichnen sich zudem durch ihre Effizienz aus, sind wartungsarm und beeinflussen nicht die Wirksamkeit der Photovoltaik-Anlage. Das Unternehmen ist eine Ausgründung des Instituts für Mikrosystemtechnik (IMTEK) der Universität Freiburg und wurde von Dr. Tolgay Ungan und Patrick Steindl umgesetzt. Es erhielt eine Förderung im Rahmen des bundesweiten Programms EXIST-Gründerstipendium. Der Businessplan wurde ebenfalls beim Science4Life Venture Cup 2013 prämiert und belegte 2012 den zweiten Platz in dem bundesweiten Gründungswettbewerb start2grow.

    Das Unternehmen Averbis GmbH erhielt den Innovationspreis für das Recherchetool RadMiner, mit dem aus radiologischen Befundberichten schnell Daten gewonnen werden können. Das Produkt ermöglicht eine inhaltliche Analyse der Texte und erkennt Schlüsselbegriffe. Es kann Text- und Bildinformationen verknüpfen, wodurch Ärzte und Wissenschaftler schnell auf den gesamten Bestand einer Datenbank zugreifen können. Über eine einheitliche Weboberfläche lassen sich Verdachtsdiagnosen absichern, Patientengruppen für Studien zusammenstellen und geeignete Fallbeispiele für Vorträge und Lehre finden. RadMiner ist das erste System seiner Art für die Radiologie. Die Averbis GmbH wurde 2007 von Dr. Philipp Daumke, Dr. Kornél Markó und der Campus Technologies Freiburg GmbH gegründet. Sie bietet vor allem Unternehmen aus dem Gesundheitswesen, der Pharmaindustrie, der Automobilindustrie, dem Verlagswesen und Bibliotheken Produkte an, mit denen sie Daten effektiv durchsuchen, inhaltlich strukturieren und auswerten können. Averbis wurde durch das Programm „Junge Innovatoren“ vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg unterstützt.

    Weitere Informationen:
    http://www.ionera.de
    http://www.smartexergy.com
    http://www.averbis.de

    Kontakt:
    Dr. Thomas Maier
    Abteilungsleiter Gründerbüro
    Universität Freiburg
    Tel.: 0761/203-5212
    E-Mail: thomas.maier@zft.uni-freiburg.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, jedermann
    Biologie, Chemie, Informationstechnik, Medizin
    regional
    Forschungsprojekte, Wettbewerbe / Auszeichnungen
    Deutsch


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