idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
Grafik: idw-Logo

idw - Informationsdienst
Wissenschaft

Medienpartner:
Wissenschaftsjahr


Teilen: 
14.03.2013 16:24

Hirntumoren im Kindes- und Jugendalter

Dr. Stefanie Seltmann Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutsches Krebsforschungszentrum

    Bundesweites Behandlungsnetzwerk trifft sich im Deutschen Krebsforschungszentrum

    Am 15. und 16. März treffen sich Spezialisten für kindliche Hirntumoren aus ganz Deutschland in Heidelberg, um über die aktuellen Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten für die jungen Patienten zu diskutieren. International renommierte Experten berichten über neue Erkenntnisse bei erblichen Tumoren, innovative zielgerichtete Medikamente sowie neue Maßstäbe bei der Beurteilung des Behandlungserfolgs: Nicht nur die Tumorgröße, sondern auch die Funktion des Gehirns soll im Vordergrund stehen. Wissenschaftler und Ärzte aus dem Deutschen Krebsforschungszentrum, der Kinderklinik des Universitätsklinikums Heidelberg sowie der Berliner Charité organisieren gemeinsam mit der Deutschen Kinderkrebsstiftung die Tagung.

    Rund 500 Kinder und Jugendliche erkranken jedes Jahr in Deutschland an einem Hirntumor. „Zum Glück können wir die meisten von ihrer Krankheit heilen“, sagt Professor Olaf Witt, Abteilungsleiter am DKFZ und gleichzeitig Kinderarzt am Heidelberger Universitätsklinikum und einer der wissenschaftlichen Leiter der Tagung. Das liegt auch an der hervorragenden Vernetzung der Kinderonkologie in Deutschland: Nahezu alle Kinder mit Krebs werden im Rahmen einer klinischen Studie behandelt. „Alle Kinderonkologen in Deutschland stehen miteinander in Kontakt, tauschen sich regelmäßig über die optimalen Strategien aus und gewährleisten damit, dass die Kinder die beste aktuell verfügbare Diagnostik und Therapie erhalten.“ Studien zur Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit Hirntumoren werden in einem Forschungsverbund von der Deutschen Kinderkrebsstiftung seit mehr als 10 Jahren kontinuierlich gefördert.

    Bei den hochgradigen Gliomen, den besonders bösartigen Hirntumoren, liegt die Überlebenswahrscheinlichkeit trotz großer Fortschritte auf anderen Gebieten in der Kinderonkologie nach wie vor zu niedrig. Hier liegt die Hoffnung auf neuen, zielgerichteten Medikamenten. „Sie greifen im Idealfall nur die Krebszellen an und nicht das gesunde Gewebe, deshalb haben sie meist auch weniger Nebenwirkungen als die herkömmlichen Chemotherapien“, erklärt der Arzt und Wissenschaftler Professor Stefan Pfister, der ebenfalls am DKFZ und in der Kinderklinik tätig ist. „Im Rahmen des internationalen Krebsgenomprojektes suchen wir hier in Heidelberg speziell nach Veränderungen in den Krebszellen von kindlichen Hirntumoren. So stoßen wir möglicherweise auf neue Zielstrukturen, gegen die es lohnt, neue Medikamente zu entwickeln.“ Auf der anstehenden Tagung berichten internationale Experten über neue Entwicklungen auf diesem Gebiet. So spricht etwa der renommierte Kinderonkologe von der Harvard Medical School, Mark Kieran, über neue Hemmstoffe von Signalwegen, die ausschließlich in Hirntumorzellen aktiv sind. „Im Rahmen von Einzelheilversuchen konnten wir mit solchen Ansätzen bereits überraschende Wirkungen beobachten“, erzählt Olaf Witt.

    Auch in der Bestrahlung von Hirntumoren können speziell die Heidelberger Strahlentherapeuten Erfolge vermelden: Im Heidelberger Ionenstrahl-Therapiezentrum HIT des Universitätsklinikums werden bereits regelmäßig auch Kinder und Jugendliche behandelt. „Die Ergebnisse sind vielversprechend“, berichtet Professor Stephanie Combs, „weil wir hier die Tumoren wesentlich präziser bestrahlen können. Das ist besonders bei Kindern wichtig, deren Gehirn noch nicht ausgereift ist.“

    Gerade bei den niedriggradigen Tumoren, die selten tödlich verlaufen und gut zu behandeln sind, ist es von großer Bedeutung, die Langzeitfolgen einer intensiven Therapie so gut wie irgend möglich zu vermeiden. „Hier erleben wir gerade einen Paradigmenwechsel“, sagt Olaf Witt. „Es geht nicht mehr nur darum, den Tumor möglichst erfolgreich zum Schrumpfen zu bringen. Ein vorrangiges Therapieziel ist die Wiederherstellung oder Erhaltung von Hirnfunktionen.“ Wie genau dabei „Hirnfunktionen“ definiert und diagnostiziert werden können, soll auf der Tagung diskutiert werden.

    Die Tagung „Hirntumoren im Kindes- und Jugendalter“ findet vom 15.3. bis zum 16.3.2013 im Deutschen Krebsforschungszentrum in Zusammenarbeit mit dem Universitätsklinikum Heidelberg und dem Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) statt.

    Fragen zu Krebs, auch zu Krebs im Kindes- und Jugendalter, beantwortet der Krebsinformationsdienst (KID) des Deutschen Krebsforschungszentrums unter 0800-420 30 40 kostenlos täglich von 8.00 bis 20.00 Uhr. Oder per Email unter krebsinformationsdienst@dkfz.de. Über Tumoren im Kindesalter informiert die Deutsche Kinderkrebsstiftung auf ihrem Informationsportal www.kinderkrebsinfo.de.

    Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) ist mit mehr als 2.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte biomedizinische Forschungseinrichtung in Deutschland. Über 1000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erforschen im DKFZ, wie Krebs entsteht, erfassen Krebsrisikofaktoren und suchen nach neuen Strategien, die verhindern, dass Menschen an Krebs erkranken. Sie entwickeln neue Methoden, mit denen Tumoren präziser diagnostiziert und Krebspatienten erfolgreicher behandelt werden können. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Krebsinformationsdienstes (KID) klären Betroffene, Angehörige und interessierte Bürger über die Volkskrankheit Krebs auf. Gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Heidelberg hat das DKFZ das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg eingerichtet, in dem vielversprechende Ansätze aus der Krebsforschung in die Klinik übertragen werden. Im Deutschen Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK), einem der sechs Deutschen Zentren für Gesundheitsforschung, unterhält das DKFZ Translationszentren an sieben universitären Partnerstandorten. Die Verbindung von exzellenter Hochschulmedizin mit der hochkarätigen Forschung eines Helmholtz-Zentrums ist ein wichtiger Beitrag, um die Chancen von Krebspatienten zu verbessern. Das DKFZ wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft deutscher Forschungszentren.

    Diese Pressemitteilung ist abrufbar unter www.dkfz.de/pressemitteilungen

    Dr. Stefanie Seltmann
    Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
    Deutsches Krebsforschungszentrum
    Im Neuenheimer Feld 280
    D-69120 Heidelberg
    T: +49 6221 42 2854
    F: +49 6221 42 2968
    presse@dkfz.de

    Dr. Sibylle Kohlstädt
    Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
    Deutsches Krebsforschungszentrum
    Im Neuenheimer Feld 280
    D-69120 Heidelberg
    T: +49 6221 42 2843
    F: +49 6221 42 2968
    presse@dkfz.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Medizin
    überregional
    Forschungsergebnisse, Wissenschaftliche Tagungen
    Deutsch


    Hilfe

    Die Suche / Erweiterte Suche im idw-Archiv
    Verknüpfungen

    Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.

    Klammern

    Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).

    Wortgruppen

    Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.

    Auswahlkriterien

    Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).

    Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).