idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
Grafik: idw-Logo

idw - Informationsdienst
Wissenschaft

Science Video Project
idw-Abo

idw-News App:

AppStore

Google Play Store



Instanz:
Teilen: 
17.12.2013 13:08

Wie die Vernunft fast den Verstand verlor

Dr. Hansjakob Ziemer Kooperationen und Öffentlichkeitsarbeit
Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte

Ein neues Buch untersucht, wie Rationalität im Kalten Krieg neu definiert worden ist und in so unterschiedlichen Bereichen wie in diplomatischen Verhandlungen oder für landwirtschaftliche Preisfestlegungen angewendet wurde.

Auf dem Höhepunkt des Kalten Kriegs verfolgten in den USA kluge Köpfe, mächtige Politiker, reiche Stiftungen und hochrangige Militärs das Projekt einer Neudefinition von Rationalität. Diese Art der Rationalität war das Produkt einer bestimmten Zeit und eines bestimmten Ortes und trug die Hoffnung für eine Vereinigung der Humanwissenschaften mit sich.

Das neue Buch „How Reason Almost Lost Its Mind“, gerade erschienen bei University of Chicago Press, erzählt die Geschichte dieser Neudefinition und zeigt, wie die Rationalität des Kalten Kriegs die Kennzeichen eines besonderen Moments in der Geschichte der amerikanischen Humanwissenschaften trug. Es verfolgt die Geschichten von Personen wie Herbert Simon, Oskar Morgenstern, Herman Kahn, Anatol Rapoport oder Thomas Schelling und von Orten wie z.B. der RAND Corporation oder dem Center for Advanced Study in the Behavioral Sciences, die eine Schlüsselrolle darin spielten, „Cold War rationality“ zu etablieren. Entscheidungsträger machten sich das Bild einer optimierenden, formalen, algorithmischen und mechanischen Rationalität zu Nutze, um Phänomene wie ökonomischen Wandel, biologische Evolution, politische Wahlen, internationale Beziehungen und Militärstrategie besser zu verstehen. Die Autoren gehen der Frage nach, was es bedeutete, im Zeitalter am Rande der nuklearen Katastrophe rational zu sein.

Das Buch haben sechs renommierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zusammen verfasst: die Wissenschaftshistoriker Lorraine Daston (MPI für Wissenschaftsgeschichte Berlin), Michael D. Gordin (Princeton University), Rebecca Lemov (Harvard University), Paul Erickson (Wesleyan University) sowie die Wirtschaftswissenschaftlerin Judy L. Klein (Mary Baldwin College) und der Wissenschaftsphilosoph Thoms Sturm (Autonomous University of Barcelona).


Weitere Informationen:

http://www.mpiwg-berlin.mpg.de/de/ressourcen/publikationen/books/0183


Bilder

Daston, Lorraine u.a.: How Reason Almost Lost Its Mind. Chicago 2013.
Daston, Lorraine u.a.: How Reason Almost Lost Its Mind. Chicago 2013.

None


Ergänzung vom 20.12.2013

Korrektur in der Bildunterschrift: statt "Daston, Lorraine et. al." bitte einfügen "Erickson, Paul et al."


Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten, Wissenschaftler
Biologie, Geschichte / Archäologie, Philosophie / Ethik, Politik, Wirtschaft
überregional
Wissenschaftliche Publikationen
Deutsch


 

Hilfe

Die Suche / Erweiterte Suche im idw-Archiv
Verknüpfungen

Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.

Klammern

Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).

Wortgruppen

Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.

Auswahlkriterien

Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).

Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).