idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
Grafik: idw-Logo

idw - Informationsdienst
Wissenschaft

Thema Corona

Imagefilm
Science Video Project
idw-News App:

AppStore



Teilen: 
12.02.2015 12:10

Mehr Lohn und stabilere Jobs: Wie Zuwanderer von ihrer Einbürgerung profitieren

Mark Fallak Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Institut zur Zukunft der Arbeit

    Die Integration von Zuwanderern in den Arbeitsmarkt fällt vielen europäischen Ländern schwer: Meist sind die Neuankömmlinge mit höherer Wahrscheinlichkeit arbeitslos und verdienen weniger als die einheimische Bevölkerung. Ein aktueller Beitrag von Christina Gathmann für IZA World of Labor zeigt, dass die Integrationspolitik dem erfolgreich entgegenwirken kann. Zahlreichen Studien zufolge gibt es einen klaren Zusammenhang zwischen der Modernisierung des Staatsangehörigkeitsrechts und verbesserten Arbeitsmarktaussichten von Zuwanderern.

    In Staaten, die wie Deutschland zuletzt ihre Einbürgerungsbestimmungen liberalisiert haben, führt eine bereits nach kürzerer Aufenthaltsdauer ermöglichte Einbürgerung zu größeren Lohnsteigerungen und stabileren Beschäftigungsverhältnissen. Gleichzeitig verbessert sie auch die Aufstiegschancen von Zuwanderern in besser bezahlte Berufe und Branchen. Besonders stark wächst der Lohn bei Zuwanderern aus ärmeren Ländern. Ihre wirtschaftliche Situation unterscheidet sich im Laufe der Zeit nicht mehr von Zuwanderern aus entwickelteren Ländern. In Deutschland profitieren Frauen – ohne Einbürgerung auf dem Arbeitsmarkt oft besonders benachteiligt – und neue Zuwanderer eher auch ökonomisch von ihrer Einbürgerung als Männer und schon lange hier lebende Migranten.

    Doch nicht nur für Zuwanderer haben Einbürgerung und Integration in den Arbeitsmarkt Vorteile: Sie kommen auch den Aufnahmeländern in Form von steuerlichen Mehreinnahmen und verringerten Sozialausgaben unmittelbar zu Gute und führen so insgesamt zu einem größeren gesellschaftlichen Zusammenhalt.

    Generell kann die Modernisierung von Einbürgerungsbestimmungen ein wichtiges politisches Instrument bilden, um die ökonomische Integration von Zuwanderern systematisch zu verbessern. Dies gilt selbst unter Berücksichtigung der Rolle von Selektionseffekten, die sich dadurch ergeben können, dass ohnehin besser integrierte Migranten häufig eine höhere Einbürgerungsbereitschaft mitbringen, also nicht erst durch den neuen Pass auf den Erfolgsweg geführt werden. Allerdings scheint die Einbürgerung in Deutschland, anders als etwa in Frankreich, keine Wirkung auf die Erwerbsbeteiligung zu haben.

    Volltext der englischsprachigen Studie:
    Christina Gathmann, Naturalization and citizenship: who benefits?, IZA World of Labor 2015: 125, doi: 10.15185/izawol.125
    http://wol.iza.org/articles/naturalization-and-citizenship-who-benefits

    IZA World of Labor ist eine Online-Plattform für unabhängige evidenzbasierte Politikberatung des Bonner Instituts zur Zukunft der Arbeit (IZA).

    Pressekontakt:
    Mark Fallak
    fallak@iza.org
    (0228) 3894-223


    Weitere Informationen:

    http://wol.iza.org - IZA World of Labor


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Lehrer/Schüler, Studierende, Wirtschaftsvertreter, Wissenschaftler, jedermann
    Gesellschaft, Politik, Wirtschaft
    überregional
    Forschungsergebnisse, Wissenschaftliche Publikationen
    Deutsch


    Hilfe

    Die Suche / Erweiterte Suche im idw-Archiv
    Verknüpfungen

    Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.

    Klammern

    Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).

    Wortgruppen

    Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.

    Auswahlkriterien

    Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).

    Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).