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03.07.2015 13:00

Nobelpreisträger rufen zum Klimaschutz auf

Gero von der Stein Communications
Kuratorium für die Tagungen der Nobelpreisträger in Lindau e.V.

    Anlässlich des Abschlusstags der 65. Lindauer Nobelpreisträgertagung präsentierten und unterzeichneten am heutigen Freitag, den 3. Juli auf der Bodenseeinsel Mainau über 30 Nobelpreisträger eine Deklaration zum Klimawandel. In dieser „Mainauer Deklaration 2015“ heißt es, „dass die Nationen der Welt die Chance der UN-Klimakonferenz in Paris im Dezember 2015 nutzen und entschlossen handeln müssen, um die künftigen Emissionen weltweit zu begrenzen“. Anlässlich der 21. UN-Klimakonferenz soll eine neue internationale Klimaschutz-Vereinbarung in Nachfolge des Kyoto-Protokolls verabschiedet werden.

    Nach den jüngsten klimapolitischen Beschlüssen der G7-Staaten sowie der dem Umwelt- und Klimaschutz gewidmeten Enzyklika „Laudato si'“ von Papst Franziskus, ist die Deklaration der Nobelpreisträger eine weitere eindringliches Warnung vor den Folgen des Klimawandels. „Wenn wir dem nicht entgegensteuern, so wird die Erde schließlich nicht mehr in der Lage sein, den Bedürfnissen der Menschheit gerecht zu werden und unsere ständig zunehmende Nachfrage nach Nahrung, Wasser und Energie zu decken. Und dies wird zu einer umfassenden menschlichen Tragödie führen“, heißt es im Deklarationstext.

    Die Deklaration geht auf eine Initiative aus den Reihen der naturwissenschaftlichen Nobelpreisträger zurück, die an der 65. Lindauer Nobelpreisträgertagung teilnahmen. Es sind Preisträger der Disziplinen Physiologie oder Medizin, Physik und Chemie, die die Deklaration unterzeichnet haben. Einige Laureaten, die nicht mehr am Abschlusstag teilnahmen, haben die Deklaration bereits unterzeichnet.

    Der Sprecher der Initiatoren ist Brian Schmidt, ein US-amerikanischer Astrophysiker. Aufgewachsen in Montana und Alaska, studierte er Physik und Astronomie an der University of Arizona. 1993 promovierte er an der Harvard University mit einer Arbeit über Supernovae, kurzzeitige, besonders hell leuchtende Explosionen von Sternen. Seit 1995 arbeitet er in Australien am Mount-Stromlo-Observatorium der Australian National University. Dort leitet er eines der beiden Teams, die Ende der 1990er Jahre aus der Messung der Helligkeit ferner Supernovae feststellten, dass die Expansion des Universums sich beschleunigt. Für diese Entdeckung erhielt er 2011 gemeinsam mit Saul Perlmutter und Adam Riess den Nobelpreis für Physik.

    Die Lindauer Nobelpreisträgertagung war zuletzt 1955 Anlass für eine gesellschaftspolitische Positionierung von Nobelpreisträgern. Mit der Mainauer Erklärung unterzeichneten damals auf Initiative des Physiknobelpreisträgers Otto Hahn insgesamt 51 Nobelpreisträger einen Appell zur friedlichen Nutzung der Kernenergie und warnten vor den Gefahren der militärischen Nutzung der Kernenergie.

    An der 65. Lindauer Nobelpreisträgertagung nahmen mit insgesamt 65 Laureaten so viele wie nie zuvor teil. Neben den zahlreichen Medizinern, Physikern und Chemikern zählten auch der indische Friedensnobelpreisträger Kailash Satyarthi und der nigerianische Literaturnobelpreisträger Wole Soyinka zu den Rednern. Die einwöchige Tagung dient dem generationenübergreifenden und interkulturellen Austausch: Über 650 Nachwuchswissenschaftler aus 90 Ländern hatten sich in einem mehrstufigen Auswahlverfahren erfolgreich um die Teilnahme an der interdisziplinären Jubiläumstagung beworben. Gegründet wurden die Tagungen 1951 durch Lennart Graf Bernadotte af Wisborg und die Lindauer Stadträte Franz Karl Hein und Gustav Wilhelm Parade. Der Abschlusstag findet seither traditionell auf der Insel Mainau statt.


    Weitere Informationen:

    http://www.flickr.com/photos/nobellaureatemeeting Kostenlose Bilder auf Flickr
    http://www.lindau-nobel.org/ Website
    http://www.lindau-nobel.org/blog/ Blog


    Bilder

    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Biologie, Gesellschaft, Politik, Umwelt / Ökologie
    überregional
    Forschungs- / Wissenstransfer, Wissenschaftliche Tagungen
    Deutsch


     

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