Richtungsstreit in der Prävention: "Gesundheitssport - ein Stiefkind der Politik?"

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18.06.2003 15:01

Richtungsstreit in der Prävention: "Gesundheitssport - ein Stiefkind der Politik?"

Frederik Borkenhagen Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutsche Vereinigung für Sportwissenschaft

    Die Auswirkungen des gesundheitsorientierten Sports können nicht sofort in Euro und Cent gemessen werden - er ist eine Investition in die Zukunft. Auf dem Symposium "Gesundheitssport - ein Stiefkind der Politik?" will die Kommission Gesundheit der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft (dvs) am 24. September 2003 in Potsdam u.a. mit Vertretern der Politik und der Sportverbände ins Gespräch kommen.

    Wird der gesundheitsorientierte Sport bald als Präventiv-Maßnahme eine größere Rolle im deutschen Gesundheitswesen spielen oder wird er in seinem Dornröschenschlaf verbleiben? Dieser Richtungsstreit beschäftigt im Augenblick nicht nur viele Politiker im Deutschen Bundestag und Sportwissenschaftler, sondern auch Vertreter der Kostenträger und der Sportverbände. Da die Auswirkungen nicht sofort in Euro und Cent gemessen werden können, ist er mehr eine Investition in die Zukunft. Unter dem Titel "Gesundheitssport - ein Stiefkind der Politik?" will die Kommission Gesundheit der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft (dvs) mit einem Symposium am 24. September 2003 in Potsdam eine Bestandsaufnahme über die Möglichkeiten des Sports liefern.

    Die Vor- und Nachteile werden bei der Diskussionsrunde, die in den 38. Kongress der Sportmedizin und Prävention integriert ist, im Vordergrund stehen. Schon im Spätherbst soll der Entwurf des Präventionsgesetzes von Gesundheitsministerin Ulla Schmidt vorliegen, dann wird sich die Richtung weisen.

    In den Vergangenheit haben Sportverbände und -wissenschaft bei ihrem Engagement um Präventionssport meist nur mit leiser Stimme gesprochen. Ihre Worte fanden für den Präventions- und Rehabilitationssport keine Beachtung. Unter Horst Seehofer (CSU) wurde der gesundheitsorientierte Sport mit fatalen Folgen ganz herausgestrichen. Bei der jetzigen Gesetzes-Novelle soll es anders sein. Das Symposium am 24. September 2003 möchte neben der reinen Bestandsaufnahme auch Antworten für einen Weg in die Zukunft aufzeigen, die für die Versicherungsträger eine Menge Kosten einsparen könnten.

    In Potsdam werden Professor Walter Brehm (Bayreuth) und Professor Alfred Rütten (Erlangen) die Diskussion eröffnen und den Zustand des deutschen Präventionssports aus der Sicht der Wissenschaft beschreiben. Schon bei einer Anhörung vor dem Deutschen Bundestag im Mai war deutlich geworden, dass alle Experten eine Stärkung eines zielorientierten Präventionssport für dringend erforderlich halten. Nur über den Weg, wie der Sport im geplanten Präventionsgesetz festgeschrieben werden soll, sind sie sich noch nicht einig.

    Anschließend bekommen in Potsdam Vertreter der Kostenträger wie Krankenkassen und Rentenversicherung sowie eine Vertreterin des Bundesgesundheitsministeriums die Möglichkeit zur Stellungnahme. In der abschließenden Diskussionsrunde, die von dem Kommissionssprecher Professor Klaus Pfeifer (Magdeburg) geleitet wird, wird zusätzlich der SPD-Bundestagsabgeordnete Götz-Peter Lohmann sitzen. Er ist im Deutschen Bundestag gleichzeitig Mitglied im Gesundheits- und Sportausschuss.

    Die SPD hat gemeinsam mit Bündnis 90/Die Grünen einen Antrag auf dem Weg gebracht, der den Präventionssport stärken soll. Ähnliches gilt für die FDP. Ob die Anträge allerdings von den Gesundheitspolitikern beachtet werden, wird erst die Zukunft zeigen.

    Die Veranstaltung im Rahmen des Sportmediziner-Kongresses "Sport als Medizin" ist für die allgemeine Öffentlichkeit zugänglich. Um Anmeldung wird aber im Internet unter www.sportmedizinkongress2003.de gebeten. Die Teilnahmegebühr beträgt 20 Euro.

    Weitere Informationen zur dvs-Kommission Gesundheit finden Sie unter: http://www.uni-kiel.de/sport/dvs-gesundheit/

    oder erhalten Sie bei:
    Professor Dr. Klaus Pfeifer
    Sprecher der dvs-Kommission Gesundheit
    Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
    Institut für Sportwissenschaft
    Postfach 41 20
    39016 Magdeburg
    Tel. (0391) 6716972
    E-Mail: klaus.pfeifer@gse-w.uni-magdeburg.de


    Weitere Informationen:

    http://www.uni-kiel.de/sport/dvs-gesundheit/
    http://www.sportmedizinkongress2003.de
    http://www.dvs-sportwissenschaft.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Ernährung / Gesundheit / Pflege, Gesellschaft, Medizin, Politik, Recht, Sportwissenschaft
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft, Wissenschaftliche Tagungen, Wissenschaftspolitik
    Deutsch


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