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31.05.2016 11:47

Mit der Kaufprämie lohnt sich das E-Auto schneller

Meike Drießen Dezernat Hochschulkommunikation
Ruhr-Universität Bochum

    Mit der am 18. Mai 2016 beschlossenen Kaufprämie von 4000 Euro für reine Elektroautos und 3000 Euro für Hybridfahrzeuge macht sich die Anschaffung schneller bezahlt. Die kleinsten E-Autos amortisieren sich mitunter auch bei geringer Nutzung schon nach dreieinhalb Jahren.

    Das ist das Ergebnis einer Auswertung durch Forscher der Ruhr-Universität Bochum. Bei größeren Autos dauert es länger; für Vielfahrer lohnt sich aber der Vergleich mit dem entsprechend gut ausgestatteten Dieselfahrzeug.

    Geringere Wartungskosten, günstigerer Betrieb

    Elektroautos fahren günstiger als Autos mit Verbrennungsmotor, weil sie geringere Wartungskosten verursachen und Strom weniger kostet als Benzin oder Diesel. In der Anschaffung sind sie bisher aber deutlich teurer – ein Grund dafür, dass sich viele Autokäufer gegen ein Elektroauto entscheiden. Nun gibt es die Kaufprämie. Die Forscher des Instituts für Energiesystemtechnik und Leistungsmechatronik von Prof. Dr. Constantinos Sourkounis wollten wissen, wie sich die Prämie auf die Amortisationszeit eines E-Autos auswirkt. Sie werteten aktuelle Fahrzeugpreise und die Daten ihrer Studie zur Alltagstauglichkeit von Elektroautos unter diesem Aspekt neu aus.

    Kleinwagen rentieren sich schnell

    „Batteriegetriebene Kleinwagen sind selbst bei geringerer Nutzung von rund 7000 Kilometern pro Jahr schon ohne Prämie über das gesamte Fahrzeugleben günstiger als Kleinwagen mit Verbrennungsmotor“, erklärt Forscher Philipp Spichartz. „Mit der Prämie amortisiert sich der Kauf schon nach höchstens 3,3 Jahren.“

    Vielfahrer sollten vergleichen

    Komplizierter ist die Entscheidung für ein Elektroauto der unteren Mittelklasse: Die Auswahl ist größer und die Preisunterschiede zu entsprechenden Autos mit Verbrennungsmotor variieren stark. Daher errechneten die Forscher auch Amortisationszeiten zwischen zwei Jahren und unrealistischen 30 Jahren. „Manche dieser Autos sind mit der Prämie allerdings auch schon beim Kauf günstiger, wenn man sie zum Beispiel mit dem entsprechenden Dieselfahrzeug oder dem mit Automatikgetriebe vergleicht“, erläutert Philip Dost vom Lehrstuhl. „Oftmals sind Elektrofahrzeuge serienmäßig umfangreich ausgestattet. Da lohnt sich ein Vergleich auf jeden Fall.“

    Hybride und Range Extender fahren elektrisch und mit Benzin

    Vor allem für Vielfahrer kann sich die Anschaffung eines so genannten Plug-In Hybriden oder Range Extenders lohnen. Diese Autos verfügen sowohl über einen Batterieantrieb als auch über einen Verbrennungsmotor, der dann anspringt, wenn die Batterie leer ist. So ist die Reichweite des Autos größer. Wer viel fährt – etwa 28.000 Kilometer pro Jahr – und je zur Hälfte elektrisch und benzingetrieben, für den rechnet sich der Kauf der betrachteten Fahrzeuge der unteren Mittelklasse mit Prämie schon nach 4,2 Jahren im Vergleich zu einem Benziner. Je mehr elektrisch gefahren wird, desto kürzer wird die Amortisationszeit. Bei einem Anteil des rein elektrischen Betriebs von 80 Prozent, was eine hohe Anzahl an Lademöglichkeiten voraussetzt, liegt sie zum Beispiel schon bei 2,5 Jahren. „Vergleicht man diese Autos allerdings mit Dieselfahrzeugen, die Vielfahrer ja oft bevorzugen, lohnt sich der Kauf eines Hybridautos nur wenn überwiegend elektrisch gefahren wird. Im Hinblick auf die zeitliche Batterielebensdauer ist eine Amortisation unter heutigen Randbedingungen erst ab einem Anteil des rein elektrischen Betriebs von etwa 60 Prozent möglich.“, sagt Constantinos Sourkounis.

    Förderung wird E-Mobilität nach vorne bringen

    „Die Förderung hilft, die noch vorhandenen Mehrkosten von Elektrofahrzeugen schnell zu amortisieren und somit den Absatz zu erhöhen“, so Sourkounis. „Der erhoffte Mehrabsatz sollte innerhalb weniger Jahre zu geringeren Produktionskosten führen, wodurch weitere Kaufanreize durch Zuschüsse in Zukunft nicht mehr benötigt würden.“ Trotz des wartungsarmen Antriebsstrangs bei Elektrofahrzeugen werden für Inspektionen heute oftmals ähnlich hohe Preise wie bei Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren verlangt. Sollten diese Kosten sinken, lohnt sich ein Elektrofahrzeug noch schneller und bei geringerer Laufleistung. Versicherungen sind aufgrund der neuen Technologie und der fehlenden Erfahrungswerte bei möglichen Reparaturkosten teilweise sogar leicht teurer als die von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren. Dies werde sich bei einer höheren Anzahl an Nutzern voraussichtlich relativieren, vermuten die Forscher.

    Pressekontakt

    Philip Dost, Philipp Spichartz, Institut für Energiesystemtechnik und Leistungsmechatronik, Ruhr-Universität Bochum, Tel. 0234/32-25397/-25399, E-Mail: dost@enesysrub.de, p.spichartz@enesys.rub.de, office@enesys.rub.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Verkehr / Transport
    überregional
    Forschungsergebnisse
    Deutsch


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