Erholt sich der Bestand des Luchses in Nordhessen?

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15.12.2016 11:50

Erholt sich der Bestand des Luchses in Nordhessen?

Thomas Richter Öffentlichkeitsarbeit
Georg-August-Universität Göttingen

    Seit zwei Jahren erfassen Wissenschaftler der Universität Göttingen den Bestand einer kleinen Gruppe von Eurasischen Luchsen in Nordhessen. Waren zum Jahreswechsel 2014/15 noch sechs Luchse in der Region nachgewiesen worden, war ihr Bestand im Frühjahr 2016 auf höchstens noch drei Tiere zusammengeschrumpft. Als mögliche Ursache für den Rückgang der Luchspopulation vermuteten die Göttinger Forscher eine Erkrankung der Tiere an der Fuchsräude. Im kommenden Winter soll nun untersucht werden, ob sich der Bestand der Luchse in Nordhessen erholen konnte.

    Pressemitteilung
    Nr. 279/2016

    Erholt sich der Bestand des Luchses in Nordhessen?
    Göttinger Forscher untersuchen Luchs-Population jetzt auch mit Spürhunden

    Seit zwei Jahren erfassen Wissenschaftler der Universität Göttingen den Bestand einer kleinen Gruppe von Eurasischen Luchsen in Nordhessen. Waren zum Jahreswechsel 2014/15 noch sechs Luchse in der Region nachgewiesen worden, war ihr Bestand im Frühjahr 2016 auf höchstens noch drei Tiere zusammengeschrumpft. Als mögliche Ursache für den Rückgang der Luchspopulation vermuteten die Göttinger Forscher eine Erkrankung der Tiere an der Fuchsräude. Im kommenden Winter soll nun untersucht werden, ob sich der Bestand der Luchse in Nordhessen erholen konnte.

    Dafür setzen die Wissenschaftler weiterhin automatische Kameras, sogenannte Fotofallen, ein. „Da sich Luchse anhand ihrer individuellen Fellzeichnung voneinander unterscheiden, können wir unsere Aufnahmen einzelnen Tieren zuordnen“, erklärt Projektleiter Dr. Markus Port vom Johann-Friedrich-Blumenbach-Institut für Zoologie und Anthropologie. Die Gründer der nordhessischen Teilpopulation sind sehr wahrscheinlich aus dem Harz nach Nordhessen gekommen. Im Nationalpark Harz wurden zwischen 2000 und 2006 insgesamt 24 Luchse ausgewildert. „Wir hoffen nun, dass sich das Luchsvorkommen in Nordhessen durch erneute Zuwanderung erholt“, sagt Thomas Norgall vom Arbeitskreis Hessenluchs, der den Bestand des Luchses in Hessen erfasst. „Ein stabiles Luchsvorkommen in Hessen ist von großer Bedeutung für die erfolgreiche Ausbreitung der Art in Deutschland.“

    Neben Fotofallen sollen ab sofort erstmals auch Spürhunde eingesetzt werden. Die Hunde sind darauf trainiert, Luchs-Kot im Gelände aufzuspüren. „In anderen Ländern werden Spürhunde schon sehr erfolgreich im Naturschutz eingesetzt, in Deutschland steckt die Methode aber noch in den Kinderschuhen“, sagt Christoph Hartl, Inhaber von SniffX Detection Dogs. Kotproben ermöglichen es den Wissenschaftlern, ein genetisches Profil der Tiere zu erstellen. „So können wir beispielsweise noch genauer sagen, wo die Luchse herkommen und wie der Verwandtschaftsgrad der Tiere in unserer Population ist“, ergänzt Antje Henkelmann. Die Forstwissenschaftlerin ist seit November 2016 hauptamtliche Projektmitarbeiterin und untersucht die Bestandsentwicklung der Luchse im Rahmen ihrer Doktorarbeit, die durch ein Stipendium der Heinrich-Böll-Stiftung gefördert wird.

    Das Luchsprojekt der Universität Göttingen arbeitet eng mit dem Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie, den HessenForst-Forstämtern Hessisch Lichtenau, Melsungen und Wehretal sowie dem Arbeitskreis Hessenluchs zusammen. Es wird finanziell durch die Heinz-Sielmann-Stiftung sowie die Erika-Krauskopf-Stiftung unterstützt. Das Luchsprojekt ist als Citizen Science Projekt konzipiert, welches durch ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus der Region unterstützt wird. Außerdem vergibt das Projekt jedes Jahr 10 bis 15 Kamerapatenschaften an Schulen. Interessierte Schulklassen können weitere Informationen dazu im Internet unter http://www.luchs.uni-goettingen.de finden.

    Hinweis an die Redaktionen:
    Fotos zum Thema haben wir im Internet unter http://www.uni-goettingen.de/de/3240.html?cid=5707 zum Download bereitgestellt.

    Kontaktadresse:
    Dr. Markus Port
    Georg-August-Universität Göttingen
    Fakultät für Biologie und Psychologie
    Johann-Friedrich-Blumenbach-Institut für Zoologie und Anthropologie
    Telefon (0551) 39-10890
    E-Mail: mport@gwdg.de
    Internet: http://www.uni-goettingen.de/de/412032.html, http://www.luchs.uni-goettingen.de


    Weitere Informationen:

    http://www.uni-goettingen.de/de/3240.html?cid=5707
    http://www.luchs.uni-goettingen.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, jedermann
    Biologie
    überregional
    Forschungsprojekte
    Deutsch


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