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09.02.2017 14:01

Die Erinnerungskultur europäisieren

Stephan Laudien Stabsstelle Kommunikation/Pressestelle
Friedrich-Schiller-Universität Jena

    Historiker der Universität Jena etablieren ein Jean-Monnet-Netzwerk mit europäischen Partnern

    Wie entsteht historisches Wissen? Wie wird es verbreitet und vermittelt? Ein neues Jean-Monnet-Netzwerk für Angewandte Europäische Zeitgeschichte am Historischen Institut der Universität Jena wird diesen Fragen nachgehen.

    Universitäre Forschung mit Museumsarbeit verzahnen

    „Das Netzwerk bietet die Chance, universitäre Forschung mit der Arbeit von Museen, Gedenkstätten und Nichtregierungsorganisationen zu verzahnen und dabei wechselseitig voneinander zu profitieren“, sagt PD Dr. Jörg Ganzenmüller, der das Netzwerk leitet. Der Osteuropahistoriker selbst steht sinnbildlich für die enge Verzahnung unterschiedlicher Sphären: Ganzenmüller ist Vorstandsvorsitzender der Stiftung Ettersberg und lehrt an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Die Idee für das Netzwerk hat der Historiker gemeinsam mit seinen Kollegen Dr. Juliane Tomann und Dennis Dierks entwickelt. Geknüpft wird das Netzwerk mit Historikern und Geschichtspraktikern aus Belgien, Polen, Serbien, Bosnien-Herzegowina und Deutschland. Koordiniert wird die Arbeit von Jena aus. Dennis Dierks verweist darauf, dass es ein Ziel des Netzwerks sei, die Fachdisziplin Angewandte Europäische Zeitgeschichte als interdisziplinäre historische Grundlagenwissenschaft weiterzuentwickeln und sie mittelfristig als Teil der universitären Ausbildung europaweit zu etablieren.

    Das Jean-Monnet-Netzwerk ist das erste EU-Projekt, das am Historischen Institut der Universität Jena bewilligt wurde. Zugleich ist es das erste Netzwerk aus der Geschichtswissenschaft überhaupt, das innerhalb des Jean-Monnet-Programms gefördert wird. Die Fördersumme beträgt 300.000 Euro.

    Verständnis für die „wunden Punkte“ in den Erinnerungskulturen

    In Erinnerungsorten wie Srebrenica soll wissenschaftlich reflektiertes Verständnis für die „wunden Punkte“ in den Erinnerungskulturen der europäischen Nachbarn geweckt und zugleich ein Beitrag zu einer gemeinsamen europäischen Erinnerungskultur geleistet werden. Dabei arbeiten die Netzwerkpartner fachübergreifend zusammen und bündeln die Ansätze der Geschichtswissenschaft, Soziologie, Politikwissenschaft, der Sozial- und Kulturanthropologie sowie der allgemeinen Kulturwissenschaften.

    Seine Arbeit nimmt das Netzwerk mit einem gemeinsamen Workshop auf, der vom 16. bis 18. Februar in Jena ausgerichtet wird. Vorgesehen sind zudem Tagungen, Sommerschulen sowie gemeinsam entwickelte Studienmodule, Curricula und Materialien für den universitären Unterricht.

    Das Jean-Monnet-Programm wurde 1989 erstmals von der Europäischen Union aufgelegt, um Lehre, Forschung und Reflexion zur europäischen Integration an den Hochschulen zu fördern. Seinen Namen hat das Programm von dem französischen Unternehmer Jean Monnet (1888-1979), der maßgeblich die Idee einer Montanunion erarbeitete, die 1951 gegründet wurde. Dieser deutsch-französische Zusammenschluss gilt als Geburtsstunde der Europäischen Gemeinschaft. Jean Monnet wird auch „Vater Europas“ genannt.

    Kontakt:
    PD Dr. Jörg Ganzenmüller
    Historisches Institut der Friedrich-Schiller-Universität Jena
    Fürstengraben 13, 07743 Jena
    Tel.: 03641 / 944460
    E-Mail: joerg.ganzenmueller[at]uni-jena.de


    Weitere Informationen:

    http://www.uni-jena.de


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    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Geschichte / Archäologie
    überregional
    Kooperationen
    Deutsch


     

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