Medizinische Premiere: Schwangere von schwerer Thrombose befreit

idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
Grafik: idw-Logo

idw - Informationsdienst
Wissenschaft

Thema Corona

idw-Abo
Science Video Project



Teilen: 
20.07.2017 10:22

Medizinische Premiere: Schwangere von schwerer Thrombose befreit

Monika Kugemann Bereich Kommunikation und Marketing
Universitätsspital Bern

    Ein interdisziplinäres Ärzteteam aus dem Inselspital Bern hat am Dienstag einer schwangeren Frau und ihrem Fötus das Leben gerettet. Durch eine schwere Thrombose in Becken und Herznähe schwebten beide in akuter Lebensgefahr.

    Montagnachmittag, 15.00 Uhr: Eine junge Frau kommt mit starken Schmerzen im geschwollenen linken Bein ins Inselspital Bern. Sie ist in der zehnten Woche schwanger. Bei der Untersuchung wird klar, dass sie eine massive Thrombose der Beckenvenen und der unteren herznahen Hohlvene hat. Die Gefahr einer Lungenembolie mit plötzlichem Herztod ist gross, weil sich das Blutgerinnsel nahe des Herzens frei bewegt.

    Blitzentscheid im interdisziplinären Team

    In der Folge bespricht ein Team aus Ärztinnen und Ärzten der Universitätskliniken für Angiologie, Frauenheilkunde, Hämatologie und Herzchirurgie am Inselspital Bern das beste Vorgehen. Zusammen entscheiden sie, eine medizinische Premiere zu wagen, um sowohl die werdende Mutter als auch ihr Kind zu retten.

    Schonende Entfernung des Gerinnsels ohne Röntgenstrahlen

    Der erfahrene Angiologe Prof. Dr. med. Nils Kucher wird beauftragt, die Thrombose der Patientin mit einem weltweit erstmals angewandten Vorgehen zu entfernen. Ziel ist, das Leben der Patientin zu retten, die Schwangerschaft intakt zu halten und eine Schädigung des Embryos zu vermeiden. So beginnt am Dienstag kurz nach dem Mittag die komplett strahlungsfreie Auflösungsbehandlung zur Entfernung des lebensgefährlichen Gerinnsels.

    Dazu wird der Katheter unter direkter Visualisierung durch Ultraschall bis zur Hohlvene geführt – eine für den Embryo ungefährliche Art der Bildgebung. Beim üblichen Verfahren zur Entfernung einer grossen Thrombose hätten die dafür notwendigen Röntgenstrahlen zu schweren Schäden am Embryo oder sogar zu seinem Absterben führen können.

    Patientin konnte Inselspital verlassen

    In der Ultraschallkontrolle am Mittwoch die Entwarnung: Die Thrombose hat sich vollständig aufgelöst und dem Embryo geht es gut. Noch am selben Abend kann die Patientin das Inselspital Bern beschwerdefrei verlassen, nachdem die Pränatalmediziner die Intaktheit der Schwangerschaft bestätigt haben.

    Die Universitätsklinik für Angiologie am Inselspital Bern hat im Jahr 2011 als Pionierin die ultraschall-beschleunigten Auflösungen von Thrombosen eingeführt. Die Technik wurde allerdings bis jetzt noch nie in der Frühschwangerschaft eingesetzt.

    Auskünfte:
    Prof. Dr. med. Nils Kucher, Chefarzt, Universitätsklinik für Angiologie, Inselspital, Universitätsspital Bern
    (für die Beschreibung des Eingriffs)

    Prof. Dr. med. Daniel Surbek, Co-Klinikdirektor, Chefarzt Geburtshilfe und feto-maternale Medizin, Universitätsklinik für Frauenheilkunde, Inselspital, Universitätsspital Bern
    (für die Risiken in Schwangerschaft und Thrombose und für die Risiken für das ungeborene Kind)

    Prof. Dr. med. Anne Angelillo-Scherrer, Direktorin und Chefärztin, Universitätsklinik für Hämatologie und Hämatologisches Zentrallabor, Inselspital, Universitätsspital Bern
    (für die Behandlungsalternativen bei Thrombose)

    Kontakt via Kommunikation Insel Gruppe AG, kommunikation@insel.ch, +41 31 632 79 25.


    Anhang
    attachment icon Schwangere von schwerer Thrombose befreit

    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wissenschaftler
    Medizin
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft, Organisatorisches
    Deutsch


    Hilfe

    Die Suche / Erweiterte Suche im idw-Archiv
    Verknüpfungen

    Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.

    Klammern

    Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).

    Wortgruppen

    Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.

    Auswahlkriterien

    Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).

    Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).

    Cookies optimieren die Bereitstellung unserer Dienste. Durch das Weitersurfen auf idw-online.de erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Datenschutzerklärung
    Okay