idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
Grafik: idw-Logo

idw - Informationsdienst
Wissenschaft

Science Video Project
idw-Abo

idw-News App:

AppStore

Google Play Store



Instanz:
Teilen: 
21.03.2018 09:24

Leibniz-Einrichtungen in Saarbrücken, Berlin, Potsdam und Kiel/Hamburg evaluiert

Christoph Herbort-von Loeper M.A. Pressestelle Berlin
Leibniz-Gemeinschaft

    Die Förderung von drei Leibniz-Forschungsinstituten und einem Leibniz-Fachinformationszentrum soll fortgeführt werden. Das hat der Senat der Leibniz-Gemeinschaft gestern nach Abschluss der regelmäßigen wissenschaftlichen Evaluierung beschlossen. Bei allen vier Einrichtungen soll die erneute Überprüfung der Fördervoraussetzungen nach dem Regelturnus von sieben Jahren erfolgen, so die Empfehlung des Leibniz-Senats an Bund und Länder.

    Folgende Leibniz-Einrichtungen wurden evaluiert:
    • Leibniz-Institut für Neue Materialien gGmbH, Saarbrücken (INM)
    • Weierstraß-Institut für Angewandte Analysis und Stochastik im Forschungsverbund Berlin e.V. (WIAS)
    • Leibniz-Institut für Agrartechnik und Bioökonomie e. V., Potsdam (ATB)
    • ZBW – Deutsche Zentralbibliothek für Wirtschaftswissenschaften – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft, Kiel und Hamburg

    Zu den Stellungnahmen des Senats der Leibniz-Gemeinschaft im Einzelnen:

    1) Leibniz-Institut für Neue Materialien gGmbH, Saarbrücken (INM)
    Das Leibniz-Institut für Neue Materialien (INM) forscht auf dem Gebiet der Materialwissenschaften. Auf der Grundlage seiner Erkenntnisse entwickelt das INM innovative Technologien und transferiert diese gemeinsam mit Industriepartnern in die Anwendung. Der Senat der Leibniz-Gemeinschaft bescheinigt dem Institut in seiner heute veröffentlichten Stellungnahme überwiegend sehr gute, in Teilen sogar exzellente Leistungen. Das INM zähle zu den international führenden Einrichtungen im Bereich der Materialwissenschaften.
    Das Institut habe nach einer kritischen Evaluierung im Jahr 2006 unter einem neuen Wissenschaftlichen Direktor eine bemerkenswerte Entwicklung vollzogen. Seit der sehr positiven letzten Evaluierung im Jahr 2011 seien die Arbeitsergebnisse noch einmal verbessert worden. Sehr erfolgreich werde grundlagenorientierte, interdisziplinäre Forschung betrieben. Der Senat würdigt, dass das Institut seine Forschungen in Richtung Grenzflächen- und Biomaterialien erweitert habe. Überzeugend seien auch die Planungen für die Entwicklung neuer Materialien, die für die Biomedizin und für den Einsatz in digitalen Geräten relevant seien.
    Der Senat empfiehlt Bund und Ländern, die gemeinsame Förderung des INM fortzusetzen.

    2) Weierstraß-Institut für Angewandte Analysis und Stochastik im Forschungsverbund Berlin e.V. (WIAS)
    Das Weierstraß-Institut für Angewandte Analysis und Stochastik im Forschungsverbund Berlin e. V. (WIAS) betreibt Forschung in angewandter Mathematik. Die grundlegenden Arbeiten des Instituts in der Modellierung, der theoretischen Durchdringung von Modellen und der Entwicklung von numerischen Verfahren haben eine hohe praktische Relevanz, zum Beispiel für die Entwicklung von Lithium-Ionen-Akkus oder in der biomedizinischen Bildgebung.
    In seiner heute veröffentlichten Stellungnahme würdigt der Senat der Leibniz-Gemeinschaft das WIAS als eine international herausragende Einrichtung. Das Institut verfüge mit seinem ganzheitlichen Ansatz der mathematischen Problemlösung über ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal. Es nehme eine Vorreiterrolle bei der Verzahnung unterschiedlicher mathematischer Ansätze ein und entwickele auf dieser Grundlage neuartige, praxisrelevante Verfahren.
    Der Senat hebt die hervorragende Forschungs- und Publikationsleistung des Instituts hervor und lobt den intensiven Wissens- und Technologietransfer, den das WIAS über seine Wirtschaftskooperationen betreibe. In Bezug auf die langfristige Softwareentwicklung am Institut empfiehlt er unter anderem, künftig stärker die Möglichkeit von Ausgründungen auf der Basis von marktreifer oder bereits etablierter Software in den Blick zu nehmen.
    Die hohe weltweite Anerkennung des WIAS dokumentiere sich insbesondere darin, dass das Institut seit einigen Jahren Sitz des Sekretariats der International Mathematical Union (IMU) sei, die unter anderem die Fields-Medaille verleihe, die häufig als „Nobelpreis der Mathematik“ bezeichnet wird. Der Senat unterstützt die laufende internationale Bewerbung des Instituts für die Verstetigung des Sekretariats mit großem Nachdruck, da die anstehende Entscheidung über die Mathematik und das Land Berlin hinaus für den Wissenschaftsstandort Deutschland bedeutend sei.
    Der Senat empfiehlt Bund und Ländern, die gemeinsame Förderung des WIAS fortzuführen.

    3) Leibniz-Institut für Agrartechnik und Bioökonomie e. V., Potsdam (ATB)
    Das Leibniz-Institut für Agrartechnik und Bioökonomie (ATB) betreibt anwendungsorientierte Grundlagenforschung auf dem Gebiet der Agrartechnik mit dem Ziel, bioökonomische Produktionssysteme nachhaltig zu verbessern. Der Senat der Leibniz-Gemeinschaft bewertet die Arbeitsergebnisse des ATB als gut bis sehr gut. Auf der Grundlage seiner Forschungs¬ergebnisse leiste das ATB einen wichtigen Wissens- und Technologietransfer in den agrartechnischen Anwendungsbereich. Zudem sei das ATB mit seinen Beratungsleistungen für politische Entscheidungsträger, insbesondere das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, von hoher Bedeutung.
    Bei der vergangenen Evaluierung 2014 hatte der Senat in verschiedenen Bereichen Kritik an der Arbeit des ATB geäußert und daher die nächste Evaluierung bereits nach vier Jahren vorgesehen. Der daraufhin vom ATB eingeleitete Reformprozess wird vom Senat nun positiv bewertet. Ausgehend von einer neu formulierten Mission seien die Arbeiten stärker fokussiert worden. Zudem sei die geplante Entwicklung in Richtung der drei großen Themengebiete Bioökonomie, Agrarinformatik und Mikrobiologie überzeugend und biete hohes Potential. Zu begrüßen sei außerdem, dass der Bund und das Land Brandenburg Mittel zur Verfügung gestellt hätten, um ein „Zentrum für Technologie und Wissenstransfer“ am ATB zu errichten.
    Nachdem der bisherige Direktor aus seinem Amt ausgeschieden ist, wird das ATB derzeit kommissarisch geleitet. Es sei für die weitere Entwicklung des ATB von entscheidender Bedeutung, dass die Neubesetzung der Position, wie vom ATB und seinen Gremien geplant, in diesem Jahr erfolge. Die neue Leitung müsse den angestoßenen Reformprozess erfolgreich zu Ende führen und solle dazu dem Senat Mitte 2019 berichten.
    Der Senat empfiehlt Bund und Ländern, die gemeinsame Förderung des ATB fortzusetzen.

    4) ZBW – Deutsche Zentralbibliothek für Wirtschaftswissenschaften – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft, Kiel und Hamburg (ZBW)
    Die ZBW – Deutsche Zentralbibliothek für Wirtschaftswissenschaften – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft mit Standorten in Kiel und Hamburg sammelt und erschließt Literatur in den Wirtschaftswissenschaften und bietet umfassende Serviceleistungen zur Nutzung wirtschaftswissenschaftlicher Fachinformationen.
    Die bibliothekarischen Services der ZBW zur Informationsversorgung seien ausgezeichnet, hält der Senat in seiner heute veröffentlichten Stellungnahme fest. Von besonderer Relevanz seien dabei das Open-Access-Repositorium EconStor, das Fachportal EconBiz und die Zeitschrift Wirtschaftsdienst. Die ZBW wirke intensiv in wissenschaftspolitischen Beratungsgremien mit und gestalte so die Entwicklung digitaler Informationsinfrastrukturen für Wissenschaft und Forschung auf nationaler und europäischer Ebene aktiv mit.
    Der Senat würdigt die erhebliche Stärkung von Forschung und Entwicklung. Mit großer Dynamik und Innovationsfreude schaffe die ZBW Grundlagen, um die digitalen Dienste stetig weiterzuentwickeln und an neue Anforderungen der Wissenschaft anzupassen. Der Senat regt an, Innovationen zukünftig noch gezielter in Dienstleistungsangebote zu überführen.
    Mit der Universität Kiel sei die ZBW mittlerweile durch drei gemeinsame Berufungen in der Informatik vernetzt. Es sei sehr positiv, so der Senat, dass die ZBW nunmehr neben dem bibliothekarischen auch den wissenschaftlichen Nachwuchs ausbilde. Auch die Verbindungen zur wirtschaftswissenschaftlichen Fachgemeinschaft seien in den vergangenen Jahren deutlich gestärkt worden.
    Insgesamt, so der Senat abschließend, sei es der ZBW gelungen, sich in kurzer Zeit von einer klassischen Bibliothek zu einer modernen und weit sichtbaren Informationsinfrastruktureinrichtung zu entwickeln. Er empfiehlt Bund und Ländern, die gemeinsame Förderung der ZBW fortzusetzen.

    Die einzelnen Senatsstellungnahmen finden Sie im Wortlaut auch auf den Internetseiten der Leibniz-Gemeinschaft unter http://www.leibniz-gemeinschaft.de/ueber-uns/evaluierung/

    Hintergrund:
    Jede Leibniz-Einrichtung wird regelmäßig extern evaluiert, spätestens alle sieben Jahre. International ausgewiesene Sachverständige, die durch schriftliche Unterlagen und bei einem Evaluierungsbesuch informiert werden, bewerten die Leistungen und Strukturen jeder Einrichtung. Die Ergebnisse der Begutachtung werden in einem Bewertungsbericht festgehalten, zu dem das evaluierte Institut Stellung nehmen kann. Auf dieser Grundlage verabschiedet der Senat der Leibniz-Gemeinschaft eine wissenschaftspolitische Stellungnahme, die in der Regel Empfehlungen zur weiteren Förderung der Leibniz-Einrichtung enthält. Diese Senatsstellungnahme dient der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz von Bund und Ländern (GWK) zur Überprüfung der Fördervoraussetzungen. Zusammen mit den Anlagen A (Darstellung der wesentlichen Inhalte und Strukturen der Einrichtung), B (Bewertungsbericht) und C (Stellungnahme der Einrichtung zum Bewertungsbericht) werden die Senatsstellungnahmen auf der Internet-Seite der Leibniz-Gemeinschaft veröffentlicht. Alle an der Bewertung und Beurteilung beteiligten Gremien sind ausschließlich mit Personen besetzt, die nicht an Leibniz-Einrichtungen tätig sind.

    Pressekontakt für die Leibniz-Gemeinschaft
    Mirjam Kaplow
    Tel.: 030 / 20 60 49 – 42
    Mobil 0172 / 8433549
    kaplow@leibniz-gemeinschaft.de

    Christoph Herbort-von Loeper
    Tel.: 030 / 20 60 49 – 48
    Mobil: 0174 / 310 81 74
    herbort@leibniz-gemeinschaft.de

    Die Leibniz-Gemeinschaft
    Die Leibniz-Gemeinschaft verbindet 93 selbständige Forschungseinrichtungen. Ihre Ausrichtung reicht von den Natur-, Ingenieur- und Umweltwissenschaften über die Wirtschafts-, Raum- und Sozialwissenschaften bis zu den Geisteswissenschaften. Leibniz-Institute widmen sich gesellschaftlich, ökonomisch und ökologisch relevanten Fragen. Sie betreiben erkenntnis- und anwendungsorientierte Forschung, auch in den übergreifenden Leibniz-Forschungsverbünden, sind oder unterhalten wissenschaftliche Infrastrukturen und bieten forschungsbasierte Dienstleistungen an. Die Leibniz-Gemeinschaft setzt Schwerpunkte im Wissenstransfer, vor allem mit den Leibniz-Forschungsmuseen. Sie berät und informiert Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Öffentlichkeit. Leibniz-Einrichtungen pflegen enge Kooperationen mit den Hochschulen u. a. in Form der Leibniz-WissenschaftsCampi, mit der Industrie und anderen Partnern im In- und Ausland. Sie unterliegen einem transparenten und unabhängigen Begutachtungsverfahren. Aufgrund ihrer gesamtstaatlichen Bedeutung fördern Bund und Länder die Institute der Leibniz-Gemeinschaft gemeinsam. Die Leibniz-Institute beschäftigen rund 18.700 Personen, darunter 9.500 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Der Gesamtetat der Institute liegt bei mehr als 1,83 Milliarden Euro.
    http://www.leibniz-gemeinschaft.de


    Weitere Informationen:

    http://www.leibniz-gemeinschaft.de/ueber-uns/evaluierung/


    Bilder

    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wissenschaftler
    Informationstechnik, Mathematik, Tier / Land / Forst, Werkstoffwissenschaften, Wirtschaft
    überregional
    Organisatorisches, Wissenschaftspolitik
    Deutsch


     

    Hilfe

    Die Suche / Erweiterte Suche im idw-Archiv
    Verknüpfungen

    Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.

    Klammern

    Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).

    Wortgruppen

    Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.

    Auswahlkriterien

    Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).

    Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).