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21.12.2018 11:34

Stressmanagement von Pflanzen

Janos Krüger Presse und Kommunikation
Technische Universität Braunschweig

    Pflanzen können nicht weglaufen, um widrigen Situationen zu entkommen. So bleibt ihnen nichts weiteres übrig, als ausgefeilte Anpassungsstrategien zu entwickeln. Aber wofür entscheidet sich eine Pflanze in einer Stresssituation – weiter wachsen oder verteidigen? Das möchte Dr. Maria Pimenta Lange von der Technischen Universität Braunschweig herausfinden. Unterstützt wird das Vorhaben von der VolkswagenStiftung, die mit dem „Experiment!“-Programm riskante Forschungsideen fördert.

    Tritt eine Störung der Pflanze, zum Beispiel des Gleichgewichtszustandes (Homöostase), auf, reagieren sie auf nachteilige Veränderungen in ihrer Umgebung. Sie passen die Aktivität ihrer Gene an (Transkriptom), um bspw. spezielle Proteine herzustellen. Auch der gesamte Stoffwechsel und die Ressourcenzuteilung werden neu programmiert, um das Gleichgewicht wiederherzustellen.

    Um zu überleben und sich zu vermehren, müssen Pflanzen beides: wachsen und sich verteidigen. Bislang ist unbekannt, wie sie sich für das eine oder das andere – Wachstum oder Abwehr – entscheiden. Ziel des Projektes von Dr. Maria Pimenta Lange ist es, die Reaktionen der Organismen auf Stress zu analysieren. Dazu vergleicht sie das Stressmanagement von betäubten Pflanzen mit dem von „wachen“ Pflanzen. Es hat sich gezeigt, dass mehrere Pflanzenarten, darunter Mimosen, Venusfliegenfallen und Sonnentau, auf Anästhesiebehandlungen reagieren: Sie verlieren ihre autonome und berührungsinduzierte Fähigkeit zur Bewegung. Dieses Wissen wird Dr. Pimenta Lange vom Institut für Pflanzenbiologie nutzen, um molekulare Reaktionen zu identifizieren, die für die Entscheidung in einer Stresssituation verantwortlich sind.

    Ziel der Förderinitiative "Experiment!" ist die Erkundung radikal neuer und riskanter Forschungsideen. Die VolkswagenStiftung unterstützt Forschungsvorhaben im Bereich Natur-, Ingenieur-, und Lebenswissenschaften mit ungewissem Ausgang für jeweils 18 Monate. „It is very difficult to get research grants for new ideas and risky projects. Therefore, the Experiment-program is very attractive and competitive”, sagt Dr. Pimenta Lange.


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Dr. Maria Pimenta Lange
    Institut für Pflanzenbiologie
    Technische Universität Braunschweig
    Mendelssohnstraße 4
    38106 Braunschweig
    Tel.: 0531 391-8180
    E-Mail: m.pimenta@tu-braunschweig.de
    Web: www.ifp.tu-bs.de/lange


    Weitere Informationen:

    https://magazin.tu-braunschweig.de/pi-post/stressmanagement-von-pflanzen/


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Biologie
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft, Forschungsprojekte
    Deutsch


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