idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
Grafik: idw-Logo

idw - Informationsdienst
Wissenschaft

idw-Abo
Medienpartner:
Wissenschaftsjahr


Teilen: 
07.02.2019 15:08

Barcamp beleuchtet Chancen und Risiken der Digitalisierung für Unternehmen

Ann-Kathrin Sobeck Marketing und Kommunikation
OFFIS - Institut für Informatik

    Wie gehen Unternehmen mit den Herausforderungen der Digitalisierung um? Mit dieser Frage und all ihren Facetten setzten sich die Teilnehmer des „Praxisforum Digitalisierung“ 2019 im Oldenburger Bundestechnologiezentrum für Elektro- und Informationstechnik (BFE) in Form eines Barcamps auseinander.

    Oldenburg. Das Konzept: Die Teilnehmer können selbst Themen setzen und diese in einer „Session“ zur Diskussion stellen. Der Schwerpunkt: die Digitalisierung und ihre Anwendung in Unternehmen. Das Ziel: branchenübergreifender Wissens- und Erfahrungsaustausch. Unter diesen Voraussetzungen kamen beim zweiten Barcamp zum „Praxisforum Digitalisierung“ in Oldenburg 200 Besucher zusammen, um die Themenfelder der digitalen Zukunft aus unterschiedlichen Perspektiven zu beleuchten.

    Angesprochen fühlten sich besonders Vertreter kleiner und mittelständischer Unternehmen verschiedener Branchen sowie der Wissenschaft. Sie diskutierten, wie sich die zukünftigen Anforderungen, aber auch die Risiken und Chancen des digitalen Wandels für ihre Betriebe gestalten. Daneben wurden kreative Lösungswege sowie detaillierte Beispiele der Umsetzung vorgestellt und von den Teilnehmern der Sessions unter die Lupe genommen. Die Anwesenden nutzten das Barcamp ferner, um neue Kontakte zu knüpfen und sich zu vernetzen.

    Bereits im Vorfeld hatten die Teilnehmer Themenvorschläge eingebracht, die dann in den Sessions diskutiert wurden. Die Bandbreite reichte von der Digitalisierung in Handwerk, Logistik und Recruiting über Serious Gamification bis hin zu interaktiven Lernmethoden in der digitalen Mitarbeiterweiterbildung. Auch konkrete Beispiele wie Software-Lösungen wurden in den insgesamt 20 Sessions vorgestellt.

    „Durch die Interessen der Teilnehmer und die Sessions während der Veranstaltung ergibt sich ein Bild der aktuell nachgefragten Themen der Digitalisierung – ein wichtiger Indikator, ob die gewählten Schwerpunkte die akuten Herausforderungen der Unternehmen treffen“, stellt Rainer Holtz aus dem Planungsteam und als Bereichsleiter Projekte und Technologietransfer am BFE Gastgeber des Events fest. Die Veranstalter hoffen, dass nach Abschluss des Praxisforums jeder Teilnehmer einen guten Schritt mit der Digitalisierung des eigenen Unternehmens vorangekommen ist.

    Für die nötigen Impulse sorgten zwei Vorträge, die sich dem Themenkomplex Digitales Handwerk sowie den Risiken der Digitalisierung widmeten. Christoph Krause verantwortet als Leiter des Kompetenzzentrums Digitales Handwerk das „Schaufenster Prozessdigitalisierung“, das für zentrale Prozessthemen sensibilisiert und angewandtes Prozessmanagement sowie Wege zur Digitalisierung von Prozessen anschaulich darstellt. Das Schaufenster soll möglichst konkret vermitteln, wie sich Verfahren der Prozessdigitalisierung in die Kernprozesse eines Unternehmens einbinden lassen. „Digitalisierung lebt vom Machen, Experimentieren, Verwerfen und Neuumsetzen“, betont Innovationscoach und Digital-Stratege Krause. „Im Fokus unserer Arbeit stehen hier die Geschäftsprozesse in Unternehmen, die in Zukunft alle – und zwar ausnahmslos – digitalisiert werden.“ Dazu müsse auch eine digitale Kultur im Unternehmen etabliert werden. Wie er Unternehmen dabei unterstützt, zeigte der Experte an konkreten Beispielen aus der Praxis.

    Im zweiten Impulsreferat äußerte sich Markus Böger vom Verfassungsschutz Niedersachsen zu seiner Arbeit im Segment Wirtschaftsschutz. In seinem Vortrag „Digitalisierung mit Risiken der Wirtschaftsspionage in einer vernetzten Welt“ stellte er seinen Arbeitsbereich und dessen Aufgaben vor, ging auf die Motivation von Angreifern ein und zeigte Schwachstellen auf, dabei vor allem den „Faktor Mensch“. „Die beste Firewall sind zufriedene und sensibilisierte Mitarbeiter“, betonte der Experte. Klar sei auch, dass jedes Unternehmen von Angriffen betroffen sein könne. „Auch wenn keine hochsensiblen Daten vorhanden sein sollten: Spätestens wenn durch unüberlegtes Klicken auf einen E-Mail-Anhang sämtliche Daten verschlüsselt werden und niemand mehr damit arbeiten kann, ist die Betroffenheit zu erkennen“, so Böger.

    „Wir freuen uns, dass das Barcamp in diesem Jahr im BFE Oldenburg stattgefunden hat“, betont Rainer Holtz als Vertreter des Hausherrn. „Als Teil des bundesweiten Projekts Kompetenzzentrum Digitales Handwerk ist es uns ein Anliegen, den Technologietransfer im Zusammenhang mit der Digitalisierung zu verstärken. Ein Barcamp ist hierzu eine bestens geeignete Plattform.“ Das Interesse daran, mit dem Planungsteam am Konzept weiterzuarbeiten, sei sehr groß.

    Die Chancen auf eine Fortsetzung der Reihe stehen gut. Mit der Handwerkskammer Oldenburg, der Oldenburgischen Industrie- und Handelskammer, dem Kompetenzzentrum Digitales Handwerk, der Metropolregion Nordwest, dem OFFIS – Institut für Informatik sowie den Wirtschaftsförderungen der Stadt Oldenburg, der Wesermarsch, der Landkreise Oldenburg und Ammerland, hatten insgesamt neun Wirtschaftspartner zu diesem Praxisforum eingeladen. So wurde ermöglicht, alle regionalen, wirtschaftlichen und inhaltlichen Facetten der Digitalisierung zu beleuchten. Am Ende zeigten sich alle Beteiligten sehr zufrieden mit dem Ergebnis. „Wir konnten nahtlos an den Erfolg des letztjährigen Barcamps anschließen“, hieß es einstimmig. Eine Fortsetzung für 2020 ist bereits fest geplant.


    Weitere Informationen:

    http://www.praxisforum-digitalisierung.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wirtschaftsvertreter, Wissenschaftler
    Informationstechnik
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft, Wissenschaftliche Tagungen
    Deutsch


    Hilfe

    Die Suche / Erweiterte Suche im idw-Archiv
    Verknüpfungen

    Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.

    Klammern

    Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).

    Wortgruppen

    Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.

    Auswahlkriterien

    Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).

    Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).

    Cookies optimieren die Bereitstellung unserer Dienste. Durch das Weitersurfen auf idw-online.de erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Datenschutzerklärung
    Okay