Warum schaffen es so wenig technologische Innovationen in die Regelversorgung?

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27.02.2019 15:53

Warum schaffen es so wenig technologische Innovationen in die Regelversorgung?

Dr. Stefanie Scholz Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Wilhelm Löhe Hochschule für angewandte Wissenschaften

    Eine fehlende Nutzerakzeptanz, die unzureichende Passung in organisatorischen Kontexten sowie eine fehlende Evidenz zu Wirksamkeit und Effizienz sind häufige Gründe, dass Re-Finanzierungen für Geschäftsmodelle nicht vorhanden sind bzw. Geschäftsmodelle in unzureichender Weise adressiert werden.
    Der ELSI-Expertenworkshop im BMBF-Projekt GUARDIAN diskutierte jetzt konkrete Lösungsbeiträge aus einer erweiterten ELSI-Perspektive

    Warum kommen technologische Innovationen im Gesundheitswesen häufig nicht über den Status eines Pilotprojektes hinaus und eine Breitenwirkung wird nicht erreicht? Diese Frage ist in den letzten Jahren, auch durch manche Studien unterstützt, stärker in den Fokus anwendungsorientierter Forschung und auch Forschungsförderung geraten. Bei den unterschiedlichen Implementierungshürden, die insbesondere für den Pflegebereich genannt werden (vgl. etwa ePflege-Studie 2017), lassen sich die unzureichende Akzeptanz der Nutzer, die unzureichende Passung in organisatorische Kontexte sowie fehlende Evidenz zu Wirksamkeit und Effizienz nennen, die häufig auch dazu führen, dass Re-Finanzierungen für Geschäftsmodelle nicht vorhanden sind bzw. Geschäftsmodelle in unzureichender Weise adressiert werden. Die Akteure im Forschungsprojekt GUARDIAN (BMBF-Förderkennzeichen: 16SV7698) haben von Projektbeginn an die Bedeutung einer systematischen ELSI-Begleitung („ELSI“: ethical, legal and social implications), die kombiniert mit Aspekten von gesundheitsökonomischer Technikfolgeabschätzung verknüpft ist, hervorgehoben. Im Fokus von GUARDIAN steht die Entwicklung einer technischen Grundlage für eine nach Projektzeit mögliche Produkt-Dienstleistungs-Kombination zur kontaktlosen Vitalparameterüberwachung von pflegebedürftigen Menschen im Kontext der stationären Palliativ-, Intensiv und der allgemeinen pflegerischen Versorgung. Durch eine mittels multimodaler, elektromagnetischer Hochfrequenzsensorik unterstützte berührungsloste Erfassung der Atmung und des Herzschlags soll eine verbesserte Form des „Bedside-Monitoring“ möglich werden, die aus Patientensicht weniger störanfällig ist und durch die Kabellosigkeit die Interaktionsbeziehungen zwischen Pflegenden und Gepflegten befördern soll.
    Die verschiedenen Perspektiven von ELSI zu beleuchten, war Anlass eines ELSI-Workshops an der Wilhelm Löhe Hochschule in Fürth, wo sowohl externe Referentinnen und Referenten als auch die Entwicklungsbeteiligten im GUARDIAN-Projekt ihre aktuellen Erkenntnisse zur ELSI-Umsetzung vorstellten und kritisch diskutieren. Dr. Tobias Steigleder, Abteilung für Palliativmedizin des Universitätsklinikums Erlangen, skizzierte anhand einer Darstellung der aktuellen technischen und medizinischen Ergebnisse und des Versuchsaufbaus auf Station (PallMeT) den gegenwärtigen Status des GUARDIAN-Projektes und skizzierte gleichsam die möglichen Skalierungsoptionen auf erweiterte klinische als auch ambulante Settings. Orientiert an den Bildern der möglichen Interaktionsbeziehungen, die sich durch ein GUARDIAN-System ergeben würden, konnten durch Dr. Galia Assadi von der Arbeitsgruppe Prof.. Manzeschke (Evangelische Hochschule Nürnberg) ethische Betrachtungsperspektiven und –implikationen diskutiert werden.
    Den Blick auf die rechtliche Perspektive, insbesondere die Bedeutung des Datenschutzes nach DGSVO, nahm Prof. Dr. Christian Jäger, Lehrstuhl für Strafrecht, Medizinstrafrecht der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg ein. Die Breite der sozialwissenschaftlichen Perspektive (soziale Implikationen) wurde durch zwei Perspektiven dargelegt: Céline Gressel, Zentrum für Ethik der Wissenschaften, vermittelte am Beispiel des BMBF-geförderten Projekt INTEGRAM Analysetools, Aspekte qualitativer Zugänge zu sozialwissenschaftlichen Dimensionen. Dr. Christian Heidl und Prof. Dr. Jürgen Zerth vom Forschungsinstitut IDC der WLH konnten sowohl pflege- und gesundheitswissenschaftliche als auch gesundheitsökonomische Aspekte aus bereits erfolgten empirischen Erhebungen im GUARDIAN-Projekt vorstellen, die insbesondere die Technikbereitschaft und –kontrollüberzeugung von Pflegekräfte analysierten.


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Prof. Dr. Jürgen Zerth
    juergen.zerth@wlh-fuerth.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wirtschaftsvertreter, Wissenschaftler
    Ernährung / Gesundheit / Pflege
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft, Wissenschaftliche Tagungen
    Deutsch


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