idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
Grafik: idw-Logo

idw - Informationsdienst
Wissenschaft

idw-Abo
Medienpartner:
Wissenschaftsjahr


Teilen: 
21.05.2019 12:17

Tropischer Pazifik Schlüsselregion für erfolgreiche Klimavorhersagen

Dr. Andreas Villwock Kommunikation und Medien
GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel

    Fehlende Daten erschweren bessere Prognosen

    21.05.2019/Kiel. Die Erwärmung der Erde durch den vom Menschen verursachten Treibhauseffekt schreitet weiter voran. Doch Vorhersagen für die nächsten Jahrzehnte weisen noch eine relativ große Unsicherheit auf. Ein deutsch-australisches Forscherteam unter Leitung des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel hat die großen natürlichen Schwankungen im Bereich des tropischen Pazifiks als eine wichtige Ursache dafür identifiziert. Als Fazit ihrer Studie, die in der renommierten Fachzeitschrift Nature Communications erschienen ist, fordern die Forschenden mehr Klimadaten aus dieser Region.

    Unser Planet erwärmt sich zunehmend. Dies belegen die weltweit durchgeführten Temperaturmessungen. Allerdings wird die Erwärmung, die hauptsächlich auf die anthropogenen Emissionen von Treibhausgasen zurückgeht, durch natürliche Klimaschwankungen auf Zeitskalen von Jahren bis Jahrhunderten überlagert. Prognosen für die Zukunft müssen diese natürlichen Schwankungen mit einbeziehen. Ein Team von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Australien und Deutschland hat nun herausgefunden, dass insbesondere die auf der Zeitskala von Jahrzehnten sehr starken natürlichen Klimaschwankungen im tropischen Pazifik für die globale Klimaentwicklung von entscheidender Bedeutung sind.

    „Es war uns schon seit langem bekannt, dass es im tropischen Pazifik starke natürliche Klimaschwankungen gibt“, erläutert Dr. Mohammad Hadi Bordbar vom GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel, Hauptautor der Studie, die jetzt in der Fachzeitschrift Nature Communications veröffentlicht wurde. „Ferner weisen Vorhersagen für die zukünftige Klimaentwicklung auf Zeitskalen von Jahrzehnten eine relativ große Streuung auf. Wir wollten in unserer Studie herausfinden, inwieweit es hier einen Zusammenhang gibt“, erläutert der Kieler Klimaforscher. Gemeinsam mit australischen Kollegen von der Universität von New South Wales konzipierten die Forscher eine Studie mit drei verschiedenen Klimamodellen. Sie starteten Simulationen unter Vorgabe steigender atmosphärischer CO2-Konzentrationen mit unterschiedlichen Bedingungen, die die natürlichen Schwankungen im Bereich des tropischen Pazifiks gut widerspiegeln. „Die Ergebnisse zeigen, dass ein erheblicher Teil der Streuung in den Klimaprognosen seinen Ursprung in dieser Region hat“, erklärt Dr. Matthew England von der Universität New South Wales.

    Für die Forscher bedeuten die Ergebnisse, dass bessere Informationen über den gegenwärtigen Zustand, insbesondere in den Weltmeeren und unterhalb der Oberfläche, ihre Prognosen deutlich verbessern können. „In dem von uns untersuchten Szenario hängen die vorhergesagten Änderungen der Oberflächentemperaturen in vielen Gegenden der Welt sehr stark vom Ausgangszustand des Pazifischen Ozeans ab“, erläutert Prof. Dr. Mojib Latif, Ko-Autor der Studie vom GEOMAR. „Die zur Verfügung stehenden Beobachtungsdaten aus dem Pazifik sind in weiten Bereichen nur lückenhaft, daher zeigen die Ergebnisse der verschiedenen Simulationen eine so starke Streuung“, so der Kieler Klimaforscher weiter.

    Neben Verbesserungen in den Modellen sind deshalb auch deutlich mehr und bessere Beobachtungsdaten notwendig, um die Güte von Prognosen über die zukünftige Entwicklung des Klimas zu verbessern, so das Resümee der Wissenschaftler.


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Dr. Mohammed Hadi Bordbar, mbordbar@geomar.de


    Originalpublikation:

    Bordbar, M.H., M.H. England, A.S. Gupta, A. Santoso, A.S. Taschetto, T. Martin, W. Park, and M. Latif, 2019: Uncertainty in near-term global surface warming linked to tropical Pacific climate variability. Nature Communications, 10:1990, doi: 10.1038/s41467-019-09761-2.
    Bordbar, M.H., M.H. England, A.S. Gupta, A. Santoso, A.S. Taschetto, T. Martin, W. Park, and M. Latif, 2019: Uncertainty in near-term global surface warming linked to tropical Pacific climate variability. Nature Communications, 10:1990, doi: 10.1038/s41467-019-09761-2.


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wissenschaftler
    Meer / Klima
    überregional
    Forschungsergebnisse
    Deutsch


    Hilfe

    Die Suche / Erweiterte Suche im idw-Archiv
    Verknüpfungen

    Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.

    Klammern

    Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).

    Wortgruppen

    Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.

    Auswahlkriterien

    Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).

    Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).

    Cookies optimieren die Bereitstellung unserer Dienste. Durch das Weitersurfen auf idw-online.de erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Datenschutzerklärung
    Okay