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09.07.2019 14:46

GRÖNLAND und POLARSTERN: Das älteste Polarforschungsschiff trifft das bedeutendste

Thomas Joppig Kommunikation
Deutsches Schifffahrtsmuseum - Leibniz-Institut für Maritime Geschichte

    Nach einem halben Jahr an der Südhalbkugel ist die POLARSTERN – eines der wichtigsten Forschungsschiffe der Welt – in ihren Heimathafen Bremerhaven zurückgekehrt. Begrüßt wurde der Eisbrecher des Alfred-Wegener-Instituts / Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) vor Wangerooge von der GRÖNLAND, die 1868 zur ersten deutschen Nordpolarmeer-Expedition in See stach und heute zur Flotte des Deutschen Schifffahrtsmuseums (DSM) gehört. Die Foto- und Drohnenaufnahmen der Schiffe sollen künftig im Rahmenprogramm der Ausstellung „360° POLARSTERN – Eine virtuelle Forschungsexpedition“ im DSM genutzt werden und als bleibende Erinnerung an die historische Begegnung beider Schiffe dienen.

    Die POLARSTERN gebührend zu empfangen – das ließ sich die Besatzung der GRÖNLAND, bestehend aus den Ehrenamtlichen, die das Schiff das Jahr über instand halten und diverse Törns fahren, nicht nehmen. Mit Unterstützung von Steffen Spielke von der Reederei Laeisz und erster Offizier der POLARSTERN, organisierten die Crewmitglieder eine Begegnung, die zuletzt vor 23 Jahren stattgefunden hatte: „Es war ein unvergesslicher und zugleich historischer Augenblick, als Deutschlands wichtigstes und ältestes Polarforschungsschiff aufeinandertrafen. Die POLARSTERN am Horizont auszumachen und den ersten Funkspruch an die GRÖNLAND zu hören – das erzeugte Gänsehaut“, sagte Niels Hollmeier, Kurator der Ausstellung „360° POLARSTERN – Eine virtuelle Forschungsexpedition“, der den Törn als Fotograf begleitete. Die POLARSTERN-Ausstellung am DSM noch bis zum 31. März 2020 zu sehen und macht das Fahren, Forschen und Leben an Bord mithilfe von Virtual Reality und realen Exponaten erlebbar.

    Meterdickes Meereis prägte die Forschungsreise in die Antarktis, von der die POLARSTERN gerade zurückkehrte. „Wir hatten erstmals seit 13 Jahren wieder die Gelegenheit, die Eisdicke im nordwestlichen Weddellmeer zu bestimmen und die Beschaffenheit von Eis und aufliegendem Schnee und der davon abhängigen Mikroorganismen im Eis genau zu untersuchen“, berichtet Prof. Christian Haas vom AWI.

    Der GRÖNLAND gelang es bereits 1868 Erkenntnisse über die Arktis zu gewinnen. Eisstärken, Meeresströmungen, Wetterverhältnisse – vieles von dem, was die Koldewey-Expedition mitgebracht hat, ist heute noch von Nutzen. Die GRÖNLAND ist das älteste Polarforschungsschiff Deutschlands und seit mehr als 150 Jahren auf dem Wasser. Nie wieder ist bis heute ein Segelschiff ohne Motor soweit ins Nordmeer vorgedrungen. Dabei wurde das Segelschiff ursprünglich 1867 in Norwegen für den Fischfang gebaut. Der Schiffstyp: Nordische Jagt. Als das Schiff im Mai 1868 im norwegischen Bergen auslief, waren die Ziele für die Expedition hochgesteckt. Ein Weg durch das Packeis zum Nordpol sollte gefunden werden. Am 15. September 1868 erreichte sie als erstes deutsches Polarforschungsschiff – unter der Leitung von Kapitän Carl Koldewey – die nördlichste Breite, die sich für ein Segelschiff nachweisen lässt. Mehr als drei Monate war die 12-köpfige Mannschaft mit dem Schiff unterwegs, ohne irgendeinen Schaden zu nehmen. Den Weg zum Nordpol hat die Mannschaft zwar nicht gefunden, aber als das Schiff am 10. Oktober 1868 unter dem Jubel der Bevölkerung in Bremerhaven einlief, waren viele neue Erkenntnisse gewonnen.

    Der 29 Meter lange Einmaster wurde nach der Expedition 1871 nach Norwegen verkauft und diente dort rund hundert Jahre als Küstenfrachter, bevor der maritime Schatz 1973 wiederentdeckt wurde und durch die Investition von 120.000 DM wieder in deutschen Besitz und in den Museumshafen des DSM nach Bremerhaven kam.
    In der heutigen Zeit ist es die POLARSTERN, die solch ferne Gebiete erforscht. Bereits seit 37 Jahren ermöglicht sie Erkenntnisse über Klima, Ozeane und Polarregionen. Nach einer vom Meereis geprägten Saison wird der Eisbrecher jetzt in der Werft darauf vorbereitet, ab September die größte Arktis-Forschungsexpedition aller Zeiten durchzuführen. Die Forschungsreisen in die Arktis verbinden diese beiden Schiffe miteinander. Umso schöner, dass diese zwei Größen der maritimen Geschichte sich noch heute auf See begegnen können.

    Weitere Informationen zur GRÖNLAND und zur POLARSTERN: https://www.dsm.museum/ausstellung/exponate/polarforschung-segelschiff-groenland...
    https://www.awi.de/expedition/schiffe/polarstern.html

    Fotomaterial und Drohnenvideos unter:
    https://cloud.dsm.museum/s/G6ZxbH3efmtbe7x
    Passwort: DSM2019
    Fotoaufnahmen: © DSM / Niels Hollmeier / Drohnenaufnahmen: © Steffen Spielke

    Pressekontakt:
    Deutsches Schifffahrtsmuseum
    Leibniz-Institut für Maritime Geschichte
    Thomas Joppig
    Leitung Kommunikation
    T +49 471 482 07 832
    joppig@dsm.museum

    Über das Deutsche Schifffahrtsmuseum / Leibniz-Institut für Maritime Geschichte:
    Die wechselvolle Beziehung zwischen Mensch und Meer zu erforschen und in Ausstellungen erlebbar zu machen – das hat sich das Deutsche Schifffahrtsmuseum / Leibniz-Institut für Maritime Geschichte (DSM) in Bremerhaven zur Aufgabe gemacht. Es ist eines von acht Leibniz-Forschungsmuseen in Deutschland. Mit seinen mehr als 80 Mitarbeitenden und Auszubildenden und rund 8000 Quadratmetern überdachter Ausstellungsfläche zählt es zu den größten maritimen Museen Europas. Zurzeit befindet sich das DSM im Wandel und verbindet eine Gebäudesanierung sowie den Bau eines Forschungsdepots mit einer umfassenden Neukonzeption aller Ausstellungs- und Forschungsbereiche. Während dieser bis 2021 andauernden Phase bleibt das Haus geöffnet – mit einem vielfältigen Programm, wechselnden Sonderausstellungen und Veranstaltungen. Auch die mehr als 600 Jahre alte Bremer Kogge und die Museumsschiffe im Außenbereich können weiterhin besichtigt werden.
    Forschungsprojekte am DSM werden durch namhafte nationale und internationale Förderprogramme unterstützt. Als attraktiver Arbeitsort für junge und berufserfahrene Talente in der maritimen Forschung unterhält das DSM vielfältige Kooperationen mit Universitäten, Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen.
    Unterstützung erfährt das Museum nicht zuletzt von den fast 3000 Mitgliedern des „Fördervereins Deutsches Schifffahrtsmuseum e.V.“ Dieser sowie das „Kuratorium zur Förderung des Deutschen Schifffahrtsmuseums e.V.“ hatten einst die Eröffnung des Hauses im Jahr 1975 vorangetrieben und begleiten es nun auf seinem Zukunftskurs.
    Für weitere Informationen: https://dsm.museum/ueber-uns


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Lehrer/Schüler, Studierende, Wissenschaftler
    Biologie, Geschichte / Archäologie, Meer / Klima, Umwelt / Ökologie, Verkehr / Transport
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft, Kooperationen
    Deutsch


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