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19.11.2020 18:23

Regionalgespräch „30 Jahre Wiedervereinigung. Zur anhaltenden Aktualität Ostdeutschlands.“

Dr. Felix Müller Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Leibniz-Institut für Raumbezogene Sozialforschung (IRS)

    Noch immer wird Deutschland routinemäßig in „Ost“ und „West“ unterteilt, wo und wann immer von wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen und Verhältnissen die Rede ist. Doch trägt die Kategorie „Ostdeutschland“ heute noch, und wenn ja, welchen wissenschaftlichen, politischen und kulturellen Gehalt transportiert sie? Was heißt es, heute von Ostdeutschland zu sprechen? Dieser Frage widmet sich das 49. Brandenburger Regionalgespräch des Leibniz-Instituts für Raumbezogene Sozialforschung (IRS) in Erkner. Es findet am 25. November 2020 ab 14 Uhr als Online-Podiumsgespräch statt.

    Im dreißigsten Jahr nach der Wiedervereinigung hat sich vieles an der Realität in Gesamtdeutschland verändert. Ein höheres Maß an geteilten biographischen Erfahrungen, insbesondere in den jüngeren Generationen, sich langsam angleichende Löhne und Renten, infrastrukturelle Erneuerungen aber auch gesamtdeutsch erlebte Krisen und Feierstunden hätten zu einer Angleichung der Lebensbedingungen und des Lebensgefühls in Ost und West führen können. Umso verwunderlicher ist die konstant hohe Bedeutung der Kategorie „Ostdeutschland“ in öffentlichen, aber auch wissenschaftlichen Diskursen – eine räumliche Kategorie, welche die Unterschiedlichkeit und Besonderheit eines Teilterritoriums gegenüber dem Rest Deutschlands betont. Dabei wird leicht übersehen, dass Begriffe nicht nur Realität beschreiben, sondern oft auch erzeugen. Welchen analytischen, politischen oder kulturellen Gehalt hat die Kategorie Ostdeutschland heute? Auf welche Themen wird sie wie angewendet? Handelt es sich um eine anhaltende oder eine neue Ungleichheit? Welche Art von Realität erzeugt die Benutzung dieses Begriffes, gewollt oder ungewollt? Und wie sollte sich in Zukunft das Reden über Ostdeutschland wandeln?

    Das 49. Brandenburger Regionalgespräch nimmt das dreißigste Jahr seit der Wiedervereinigung zum Anlass, um diese und weitere Fragen in ihrer historischen Dimension mit den eingeladenen Expertinnen und Experten auf einem virtuellen Podium zu diskutieren:

    Dagmar Rothacher ist Unterabteilungsleiterin im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie und Leiterin des Arbeitsstabes neue Bundesländer des Beauftragten der Bundesregierung für die neuen Bundesländer.

    Sabine Rennefanz, aufgewachsen im brandenburgischen Eisenhüttenstadt, ist Journalistin und Autorin. Seit 2001 ist sie Redakteurin der Berliner Zeitung. In ihren Arbeiten und öffentlichen Beiträgen setzt sie sich regelmäßig mit ostdeutschen Themen und Lebensrealitäten auseinander. 2013 veröffentlichte sie das Buch „Eisenkinder“ über die Nachwende-Generation in Ostdeutschland.

    Dr. Annett Steinführer forscht am Johann Heinrich von Thünen-Institut, Bundesforschungsinstitut für Ländliche Räume, Wald und Fischerei in Braunschweig. Ihr wissenschaftliches Interesse gilt Transformationsprozessen in Ostdeutschland, gleichwertigen Lebensverhältnissen, Kleinstädten im soziodemographischen Wandel, sozialräumlichen Prozessen in ländlichen Räumen und regionalen Ungleichheiten.

    Prof. Dr. Oliver Ibert ist Wirtschaftsgeograph. Seit 1. Juli 2019 ist er Direktor des Leibniz-Instituts für Raumbezogene Sozialforschung (IRS) in Erkner und Professor für Raumbezogene Transformations- und Sozialforschung an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg. Das heute international vernetzte und forschende IRS ist das einzige sozialwissenschaftliche Leibniz-Institut in Brandenburg. Es untersucht raumbezogene Transformationsprozesse und hat ostdeutsche Regionalentwicklungsprozesse seit seiner Gründung im Jahr 1992 immer wieder wissenschaftlich mitbeforscht.

    Wolfgang Kil ist Architekturkritiker und Publizist. Er befasst sich mit Städten und Regionen, die in Ostdeutschland durch Bevölkerungsverluste gekennzeichnet sind. Kil thematisiert dabei den Zusammenhang von gebauter Umwelt und gesellschaftlichen Entwicklungen und Realitäten. 2004 erschien sein viel beachtetes Buch „Luxus der Leere“.

    Dr. Sören Becker ist wissenschaftlicher Mitarbeiter der Arbeitsgruppe Wirtschaftsgeographie am Geographischen Institut der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. Zuvor war er an der Humboldt-Universität zu Berlin und am Leibniz-Institut für Raumbezogene Sozialforschung (IRS) tätig. Im Sommer 2020 gab er zusammen mit Matthias Naumann den umfangreichen Sammelband „Regionalentwicklung in Ostdeutschland“ heraus.

    Termin: 25. November 2020, 14:00 – 16:45 Uhr

    Das Regionalgespräch wird über Zoom abgehalten. Ein Einwahllink wird rechtzeitig vor Beginn verschickt.

    Zur Anmeldung: https://leibniz-irs.de/aktuelles/veranstaltungen/2020/11/30-jahre-wiedervereinig...


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Prof. Dr. Oliver Ibert
    oliver.ibert[at]leibniz-irs.de
    03362 793 118


    Weitere Informationen:

    https://leibniz-irs.de/aktuelles/veranstaltungen/2020/11/30-jahre-wiedervereinig...


    Anhang
    attachment icon Programm

    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, jedermann
    Geschichte / Archäologie, Gesellschaft, Medien- und Kommunikationswissenschaften, Politik
    überregional
    Forschungs- / Wissenstransfer, Wissenschaftliche Tagungen
    Deutsch


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