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07.09.2021 13:33

Kommentar zu: 30 Jahre unabhängiges Nordmazedonien

Franz Kurz Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Leibniz-Institut für Ost- und Südosteuropaforschung Regensburg (IOS)

    Nordmazedonien feiert am 8. September 30 Jahre Unabhängigkeit. In dieser Zeit haben Gesellschaft und Politik Erstaunliches geleistet, obwohl das Land wie kaum sonst eines in der Region gegen absurde Widerstände auch aus der EU kämpfen muss: Aktuell sperrt sich Bulgarien gegen EU-Beitrittsgespräche, weil es die historische Eigenständigkeit der mazedonischen Nation nicht anerkennen will. Dabei ist es höchste Zeit, die nordmazedonische Erfolgsgeschichte mit einem Beitritt zur Europäischen Union zu einem guten Ende zu führen, kommentiert Prof. Dr. Ulf Brunnbauer, Historiker und Direktor des Leibniz-Instituts für Ost- und Südosteuropaforschung.

    „Politik und Gesellschaft in Nordmazedonien haben in den 30 Jahren seit der Unabhängigkeit erstaunliche Resilienz an den Tag gelegt. Gerade aufgrund der nach wie vor recht tristen ökonomischen Lage und der Umtriebe anti-demokratischer Kräfte von außerhalb – Russland, Türkei, Serbien, aber auch Ungarn – am Balkan ist daher eine realistische EU-Perspektive umso wichtiger, zumal die nordmazedonische Seite ,liefert‘. Dass mit Bulgarien ausgerechnet jenes Land, das sich als der größte Freund Nordmazedoniens geriert und als Nachbar ein vitales Interesse an einer raschen EU-Mitgliedschaft haben müsste, diese blockiert, ist mehr als nur eine Ironie. Es könnte sich zur Tragödie auswachsen, nicht nur für Nordmazedonien, sondern für das ohnehin mehr als angeknackste Image der EU auf dem Westbalkan, wo man sich in der ewigen Warteschleife gefangen und von immer neuen Forderungen traktiert sieht. Die Aussicht auf EU-Mitgliedschaft ist letztlich das einzige effektive außenpolitische Instrument der EU – dieses lässt man sich jetzt von einem Land wie Bulgarien aus der Hand nehmen, das zwar aktuell selbst zu keiner Regierungsbildung fähig ist, aber seit 100 Jahren an einem mazedonischen Phantomschmerz leidet.“

    Der gesamte Kommentar unter: https://ostblog.hypotheses.org/2073


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Prof. Dr. Ulf Brunnbauer, Wissenschaftlicher Direktor, Leibniz-Institut für Ost- und Südosteuropaforschung, 0941/943-5475, brunnbauer@ios-regensburg.de


    Weitere Informationen:

    https://ostblog.hypotheses.org/2073


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Studierende, Wissenschaftler, jedermann
    Geschichte / Archäologie, Politik
    überregional
    Forschungs- / Wissenstransfer
    Deutsch


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