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03.03.2005 14:20

Virtuelle Vereinigung einer der ältesten Bibelabschriften

Volker Schulte Stabsstelle Universitätskommunikation/Medienredaktion
Universität Leipzig

    Zu dem Projekt der Zusammenführung des Codex Sinaiticus findet am 10. März 2005 in der British Library (London, NW1 2DB, 96 Euston Road) eine Pressekonferenz statt.

    Am 9. März 2005 wird in der British Library in London ein Partnerschaftsabkommen zwischen dem Erzbischof des St.-Katharinen-Klosters auf dem Sinai (Ägypten), dem Direktor der Russischen Nationalbibliothek in St. Petersburg, der Generaldirektorin der British Library und dem Direktor der Universitätsbibliothek Leipzig unterzeichnet. Damit kommt ein internationales Bibliotheksprojekt in die Realisierungsphase: die virtuelle Vereinigung des Codex Sinaiticus, einer der ältesten Abschriften der Bibel.

    Die vier besitzenden Institutionen haben sich nach intensiven Vorgesprächen darauf geeinigt, die zur Zeit an vier Orten (London, Leipzig, St. Petersburg und auf dem Sinai) befindlichen Teile des Codex Sinaiticus auf dem Wege der Digitalisierung virtuell in einer Datenbank zusammenzuführen. Alle Teile sollen künftig sowohl der internationalen Wissenschaftsgemeinde als auch der interessierten Öffentlichkeit frei zugänglich gemacht und zugleich wissenschaftlich erschlossen im Internet präsentiert werden. Des weiteren sind eine gedruckte Faksimileausgabe und eine digitale Edition auf DVD vorgesehen.

    Der Codex Sinaiticus ist neben dem Codex Vaticanus die zweite der ältesten erhalten gebliebenen Abschriften der Bibel. Es handelt sich um eine griechische Pergament-Handschrift des 4. Jahrhunderts. Sie befand sich über viele Jahrhunderte im Alleinbesitz des St.-Katharinen-Klosters auf der Halbinsel Sinai. Fragmente des Codex (43 Blätter auf Pergament) wurden im Jahre 1844 von dem deutschen Theologen und Orientforscher Constantin von Tischendorf nach Deutschland gebracht, wo sie seitdem in der Universitätsbibliothek Leipzig aufbewahrt werden. Weitere Blätter erwarb Tischendorf vom Kloster im Jahre 1859 und übereignete sie dem Zaren Alexander II. für die Russische Nationalbibliothek in St. Petersburg. Bis auf 5 Fragmente verkaufte die sowjetischen Regierung sie im Jahre 1933 an das British Museum London. Von dort gingen sie an die British Library. 12 weitere Fragmente wurden 1975 im St.-Katharinen-Kloster aufgefunden.


    Weitere Informationen:
    Dr. Ekkehard Henschke
    Telefon: 0341 97-30501
    E-Mail: henschke@ub.uni-leipzig.de
    www.ub.uni-leipzig.de

    Catriona Finlayson, British Library
    Telefon: 0044 20 7412 7115
    E-Mail: catriona.finlayson@bl.uk
    Fax: 0044 20 7412 7168


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Geschichte / Archäologie, Informationstechnik, Medien- und Kommunikationswissenschaften, Philosophie / Ethik, Religion
    überregional
    Forschungsprojekte, Wissenschaftliche Publikationen
    Deutsch


    Fragment aus dem Codex Sinaiticus


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