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25.11.1997 00:00

Sensorsystem für Medizin- und Energietechnik

Dr.rer.pol. Dipl.-Kfm. Ragnwolf Knorr Presse und Kommunikation
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

    Messverfahren: BMBF foerdert FAU-Projekt Sensorsystem fuer Medizin- und Energietechnik

    Ein Sensorsystem, das die Zusammensetzung von Gasen bis hin zu minimalen Konzentrationen bestimmen kann, wird am Lehrstuhl fuer Technische Thermodynamik (LTT) der Universitaet Erlangen-Nuernberg (Prof. Dr.-Ing. Alfred Leipertz) konzipiert und erprobt. Ein solches System koennte ebensogut im medizinischen Bereich wie in der Energietechnik eingesetzt werden. Das Bundesministerium fuer Bildung, Wissenschaft, Forschung und Technologie (BMBF) foerdert diese Forschungsarbeiten im Rahmen eines industriellen Verbundprojekts zur Nutzung von Laserdioden fuer die Gasanalyse. Die Foerdersumme fuer das Einzelprojekt, das von Dr.-Ing. Thomas Seeger betreut wird, betraegt 553.000 Mark fuer zunaechst drei Jahre.

    Um den Ablauf von technischen Prozessen, die sich in gasfoermigen Medien abspielen, mit hoher Genauigkeit kontrollieren oder sogar optimieren zu koennen, muss zunaechst bestimmt werden, wie sich die beteiligten Gase zusammensetzen und wie gross die Anteile verschiedener chemischer Substanzen sind. Unverzichtbar ist Exaktheit beispielsweise in der Ueberwachung und Dosierung von Anaesthesiegasen waehrend einer Operation. Eine objektivere Berechnungsgrundlage fuer die Energiewirtschaft liesse sich finden, wenn in Form des Heizwerts von Erdgas der eigentlich nutzbare Energieinhalt des Gases gemessen wuerde, der den Abnehmern zur Verfuegung steht.

    Beides ist mit Hilfe des neuen kompakten Sensorsystems moeglich, das eine Gasanalyse bis hinab in den oftmals wichtigen Niedrigkonzentrationsbereich von einigen ppm (Teile pro Million) ermoeglicht. Das System beruht auf dem physikalischen Prinzip der Ramanstreuung, benannt nach dem indischen Physiker Chandrasekhara Raman. Dieser wies nach, dass das Streulicht-Spektrum von chemischen Verbindungen, die mit Licht von nur einer Wellenlaenge bestrahlt werden, neben der Linie dieses anregenden Lichts weitere schwache Linien enthaelt, die auf die Schwingungs- oder Rotationsfrequenz des streuenden Molekuels zurueckzufuehren sind. Auf diese Weise lassen sich einzelne Gasteilchen aufspueren und in ihren Partialdichten bestimmen.

    Ueber den Verbund von Industrie und Forschungsinstitutionen wird das Vorhaben von Laserdioden-Produzenten mitfinanziert. Da das System in Medizintechnik und Energietechnik verwendbar sein wird, beteiligen sich ausserdem die Ruhrgas AG (Heizwert von Erdgas) und das Kieler Draeger-Werk (Anaesthesie-Messtechnik) an der Finanzierung des Projekts. Die kleine Erlanger Firma ESYTEC Energie- und Systemtechnik GmbH, ein Spin-off-Unternehmen des LTT, beteiligt sich ebenfalls in der Hoffnung, ueber die Entwicklung von Prototypen Zugang zum Markt zu finden. Die finanzielle Unterstuetzung dieser verschiedenen Unternehmen summiert sich auf zusaetzlich fast 400.000 Mark.

    Kontakt: Prof. Dr.-Ing. Alfred Leipertz, Lehrstuhl fuer Technische Thermodynamik, Am Weichselgarten 8, 91058 Erlangen, Tel.: 09131/85 -9900, Fax: 09131/85 -9901, E-Mail: sek@ltt.uni-erlangen.de


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    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Biologie, Elektrotechnik, Energie, Ernährung / Gesundheit / Pflege, Maschinenbau, Medizin, Meer / Klima, Umwelt / Ökologie
    überregional
    Es wurden keine Arten angegeben
    Deutsch


     

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