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26.07.1999 16:03

Möglichkeiten der interdisziplinären und fakultätsübergreifenden Zusammenarbeit intensiv nutzen

Ute Missel Presse und Kommunikation
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

    Mitte Juli tagte zum dritten Mal der Hochschulrat der Universität Erlangen-Nürnberg unter Vorsitz von Prof. Dr. Jürgen Mittelstraß aus Konstanz im Erlanger Schloß. Das Gremium hat dabei erstmals mit Vertretern dreier Fakultäten ausführlich deren Stärken, Schwächen und Entwicklungsperspektiven diskutiert. Der Hochschulrat, der diese Informationsgespräche in seinen nächsten Sitzungen fortsetzen wird, ist damit in eine Phase des intensiven Kennenlernens der einzelnen Fakultäten und Disziplinen der Universität eingetreten. "Die Gespräche", so Rektor Prof. Dr. Gotthard Jasper, "verliefen in außerordentlich produktiver Atmosphäre."

    Die einzelnen Fakultäten und Institute sollen die Wettbewerbsvorteile einer "Massenuniversität", sprich die Möglichkeit zu interdisziplinärer und fakultätsübergreifender Zusammenarbeit in Lehre und Forschung, intensiv nutzen. Dies ist eine der zentralen Empfehlungen, die der Hochschulrat im Verlauf seiner Gespräche mit Studiendekanen und Dekanen der Philosophischen Fakultät II (Sprach- und Literaturwissenschaft) und der Naturwissenschaftlichen Fakultät II (Biologie, Chemie und Pharmazie) für die Gesamtuniversität aussprach.

    In besonderem Maße gilt dies auch für die Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät (WiSo) in Nürnberg. In seinem Gespräch mit Vertretern der WiSo machte der Hochschulrat deutlich, daß er großen Wert sowohl auf eine intensivere fakultätsinterne Zusammenarbeit in Lehre und Forschung als auch auf eine bessere Verzahnung der WiSo mit den anderen Fakultäten legt. Gleichwohl konstatierte der Hochschulrat die besondere Situation der Nürnberger Fakultät aufgrund der räumlichen Trennung von Erlangen und sah zugleich im Kranz weiterer Fächer um die Wirtschaftswissenschaften eine strukturelle Besonderheit der WiSo, die es in Zukunft noch besser zu nutzen gelte.

    Fakultätsübergreifende Studiengänge zügig umsetzen
    Im Mittelpunkt des Gesprächs mit den Vertretern der WiSo stand der im Auftrag des Wissenschaftsministers vom Ausschuß Wirtschaftswissenschaften des Rates für Wissenschaft und Forschung vorgelegte Evaluierungsbericht, der die Situation der Wirtschaftswissenschaften an den bayerischen Universitäten analysiert. Der Hochschulrat empfahl der WiSo und der Universität, in ihren Stellungnahmen für das Wissenschaftsministerium die Identität der WiSo, Entwicklungslinien und konkrete Projekte in den Vordergrund zu rücken sowie selbstbewußt die Potentiale, die gerade auch in der Breite des Lehrspektrums der Nürnberger Fakultät liegen, aufzuzeigen. Die Mitglieder des Gremiums ermunterten die Vertreter der Fakultät, die Realisierung geplanter fakultätsübergreifender neuer Studiengänge, etwa mit dem Ziel des "Wirtschaftsingenieurs" oder des "Wirtschaftsjuristen", zusammen mit der Technischen Fakultät beziehungsweise der Juristischen Fakultät zügig voranzutreiben.

    Darüber hinaus appellierte der Hochschulrat an alle Fächer und Fakultäten, bei der Entwicklung von Zukunftskonzepten den Vergleich mit den jeweils besten Fächern national wie international zu suchen, die deutlich werdenden Defizite und Differenzen zu analysieren und daraus die Ziele für die Zukunft und das eigene Profil zu entwickeln.

    Die dynamischen Entwicklungen in vielen Disziplinen machen es notwendig, daß Hochschulen flexibel auf neue Situationen reagieren können. Aufgrund seiner Gespräche mit den Vertretern der drei Fakultäten empfahl der Hochschulrat der Hochschulleitung daher, Stellen unterhalb von Professorenstellen für den wissenschaftlichen Nachwuchs offenzuhalten und deren Dauerbesetzung mit Akademischen Räten nur im Ausnahmefall zuzulassen.

    Fonds zur gezielten Projektförderung
    Grundsätzlich grünes Licht hat der Hochschulrat für das Modell gegeben, nach dem im Haushalt 1999 etwa 30 Prozent der zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel innerhalb der Universität verteilt werden sollen. Die Zustimmung des Hochschulrates dazu war nötig, da das Gremium nach Art. 26 Abs. 1 Satz 2 Nr. 4 des neuen Bayerischen Hochschulgesetzes (BayHSchG) bei Grundsatzfragen und Schwerpunkten des Haushalts mitwirkt. Die Universität kommt mit dem "Mittelverteilungsmodell" ihrer ebenfalls im neuen Gesetz festgeschriebenen Verpflichtung nach, die Mittel für Lehre und Forschung leistungs- und belastungsbezogen zuzuweisen (Art. 7 Abs. 1 Satz 2 BayHSchG).

    Besonders unterstrichen hat der Hochschulrat in seiner Diskussion die Bedeutung eines Fonds, aus dem die Hochschulleitung unter anderem in Einzelfällen Forschungsprojekte gezielt anstoßen oder unterstützen kann. Dieser Fonds soll von Anfang an Gelder enthalten und schrittweise erhöht werden. Der Hochschulrat ging im übrigen davon aus, daß das Modell nach dem erstmaligen Einsatz im Haushalt 1999 überprüft und weiterentwickelt wird.

    * Kontakt:
    Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
    Doris Schuler, Assistentin des Rektors
    Schloßplatz, 4 91054 Erlangen
    Tel.: 09131/85 -24804, Fax: 09131/85 -22188


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    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    fachunabhängig
    überregional
    Studium und Lehre
    Deutsch


     

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