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19.08.1999 17:16

Bayerischer Habilitationsförderpreis für Dr.-Ing. Gabriella Kókai

Ute Missel Kommunikation und Presse
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

    Mit einem Bayerischen Habilitationsförderpreis wird im Fachgebiet Informatik Dr.-Ing. Gabriella Kókai von der Universität Erlangen-Nürnberg ausgezeichnet. Dr. Kókai und weitere zwölf Wissenschaftlerinnen und ein Wissenschaftler wurden jetzt von einer Fachkommission aus 43 Bewerbungen ausgewählt und ihre Habilitationsvorhaben als besonders hochkarätig bewertet. Die Preisverleihung wird voraussichtlich Mitte November in München stattfinden.

    Dr.-Ing. Gabriella Kókai wurde 1966 in Szeged (Ungarn) geboren und studierte dort an der József Attila Universität (Szeged) Informatik. Sie kam im Laufe ihres Promotionsverfahrens mehrmals mit Hilfe von Stipendien nach Deutschland, zunächst 1992/93 nach Rostock, dann 1995/96 und 1997/98 nach Erlangen zu Prof. Dr. Hans-Jürgen Schneider, Inhaber des Lehrstuhls für Programmiersprachen. Dort promovierte sie 1998.

    Das Habilitationsprojekt von Dr.-Ing. Gabriella Kókai zum Thema "Kombinationen verschiedener maschineller Lernverfahren mit induktiver logischer Programmierung" ist hochaktuell und von großer theoretischer und praktischer Bedeutung, was von den Fachgutachtern außerordentlich positiv gewürdigt wurde.

    Maschinelle Lernverfahren ermöglichen es Computern, Wissen zu sammeln und zu verknüpfen. Ein noch nicht zufriedenstellend gelöstes Problem hierbei ist, wie man auf möglichst effiziente Weise dem Rechner möglichst viel Wissen so eingibt, daß der Rechner die Informationen auch in hinreichender Geschwindigkeit abrufen und kombinieren kann. Im Rahmen ihres Habilitationsprojektes versucht Dr. Kókai durch die Kombination derartiger Verfahren die Effizienz des Lernvorgangs zu steigern. Konkret geht es hierbei um die Kombination der Verfahren mit induktiver logischer Programmierung, d.h. auf Grund von einem vorgegebenen Hintergrundwissen ist das System in der Lage durch Positiv- und Negativbeispiele zu lernen. Denkbar ist etwa die Kombination dieser Methode mit Verfahren zum Lernen eines bestimmten Typs von Regelwerken (attributierte Grammatiken) oder mit evolutionären Algorithmen (ein der natürlichen Evolution nachempfundenes Verfahren).

    Mit dem Habilitationsförderpreis sollen hochqualifizierte promovierte Frauen und Männer für eine Weiterqualifikation an den Hochschulen gewonnen werden, damit die in den kommenden Jahren frei werdenden Professuren hervorragend besetzt werden können. Der Preis, den das Bayerische Wissenschaftsministerium vergibt, wurde für Bewerberinnen ohne Fächerbegrenzung ausgeschrieben. Für männliche Bewerber wurde der Förderpreis auf den Fächerbereich Angewandte Informatik beschränkt.

    Der Förderpreis mit einer Förderungshöchstdauer von drei Jahren besteht aus einem monatlichen Stipendium von 5.500 Mark. Daneben kann ein Sachkostenzuschuss von bis zu 15.000 Mark jährlich bewilligt werden. Der Universität kann für eine ergänzende Ausstattung, die dem Preisträger zugute kommt, ein einmaliger Betrag von bis zu 50.000 Mark gewährt werden.
    U.M.

    * Weitere Informationen:
    Dr.-Ing. Gabriella Kókai, Lehrstuhl für Informatik
    (Programmier- und Dialogsprachen sowie ihre Compiler)
    Tel.: 09131/85 -27830, Fax: 09131/85 -28809
    E-Mail: kokai@informatik.uni-erlangen.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Informationstechnik
    überregional
    Personalia
    Deutsch


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