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22.12.2005 14:09

China stärkt Forschung und Lehre

Dr. Ralf Breyer Public Relations und Kommunikation
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt (Main)

    Vereinbarung zur Einrichtung einer chinesischen Stiftungsgastprofessur unterzeichnet / Erster Gastprofessor bereits 2006 an der Universität

    FRANKFURT. Um die freundschaftlichen Beziehungen zwischen der Volksrepublik China und der Bundesrepublik Deutschland zu fördern und das gegenseitige Verständnis der Kulturen der Völker beider Länder weiter zu vertiefen, haben die Abteilung für internationale Zusammenarbeit und Austausch des Bildungsministeriums der Volksrepublik China und die Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main der Bundesrepublik Deutschland die Vereinbarung getroffen, an der Universität Frankfurt eine chinesische Gastprofessur einzurichten. Ziele sind die Verbesserung der Vermittlung von Kultur, Wirtschaft und Recht Chinas sowie die Durchführung chinabezogener Lehre und Forschung im Rahmen der akademischen Diskurse an der Universität Frankfurt.

    So heißt es in der Präambel der Vereinbarung zur Einrichtung der permanenten Chinesischen Stiftungsgastprofessur - übrigens der ersten in Deutschland - an der Universität, die die Gesandte Botschaftsrätin, Frau Dr. Liu Jinghui, und Präsident Prof. Rudolf Steinberg heute unterschrieben haben. Bereits im kommenden Jahr soll der erste Gastprofessor an der Universität lehren und forschen.

    Frau Dr. Liu Jinghui hatte die Einrichtung der Professur auch vermittelt. Die guten Beziehungen der Universität Frankfurt zur Botschaft der VR China - wiederholt war Botschaft Ma Canrong in Frankfurt zu Gast gewesen - und anderen chinesischen Institutionen werden so weiter gefestigt. Frau Jingui wies auf die historischen Wurzeln der Zusammenarbeit hin: "Seit der Gründung des China-Instituts 1924 durch den Sino-logen Prof. Richard Wilhelm können die Sinologie sowie die Chinastudien an der Universität Frankfurt auf gut 80 Jahre zurückblicken. Sie haben einen großen Beitrag zum chinesisch-deutschen Kulturaustausch geleistet. Die enge und erfolgreiche Zusammenarbeit der heutigen Frankfurter Sinologie, unter anderem mit chinesischen Institutionen hat uns davon überzeugt, dass die Einrichtung einer chinesischen Stiftungs-gastprofessur am IZO, einem wichtigen Zentrum zur Pflege der Beziehungen zwischen China und Deutschland, eine auf die Zukunft orientierte und für unsere beiden Länder günstige Entscheidung ist."

    Frau Dr. Jinghui weiter: "Die chinesische Stiftungsgastprofessur stellt eine neue Form der chinesisch-deutschen akademischen Zusammenarbeit dar. So soll nicht nur die chinabezogene Lehre und Forschung an der Universität gefördert werden, sondern auch ein Fenster für die Deutschen geöffnet werden, um das Land China und seine Kultur besser und tiefer kennen zu lernen. Damit soll der chinesisch-deutsche Austausch auf eine neue Stufe gestellt werden. Das Projekt bietet den chinesischen Gastprofessorinnen und -professoren auch die Chance und zugleich die Herausforderung, mit den Kolleginnen und Kollegen einer renommierten Hochschule wie der Universität Frankfurt zusammen zu arbeiten."

    Hessens Wissenschaftsminister Udo Corts würdigte die Einrichtung der Professur als wichtiges Zeichen für die Wertschätzung des Bildungslandes Hessen durch ein Land, dessen Bedeutung als Partner von Hessen und Deutschland noch zunehmen werde. Corts wertete die Einrichtung der Professur aber auch als erste Bestätigung der Entscheidung der Hessischen Landesregierung, die Ostasienwissenschaften durch die Schaffung eines starken Zentrums an der Universität Frankfurt zu stärken.

    Im Rahmen dieser Neustrukturierung werden die Ostasienwissenschaften in den kommenden Jahren mit Unterstützung des Landes Hessen weiter ausgebaut. Die neue chinesische Stiftungsgastprofessur ergänzt das Lehr- und Forschungsprogramm der Universität, indem es chinesische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus verschiedenen Disziplinen nach Frankfurt bringt. Sie sollen die Lehre nicht nur im Fach Sinologie, sondern in allen im IZO vertretenen Fachgebieten wie Recht, Wirtschaft, Gesellschaft, Kultur, Geschichte und Philosophie um die chinesische Sichtweise erweitern. Die Lehrveranstaltungen werden für Studierende aller im IZO vertretenen Fächer zugänglich sein.

    Der Beiratsvorsitzende des Interdisziplinären Zentrums für Ostasienstudien (IZO), Bodo Krüger, Präsident des Deutsch-Asiatischen Wirtschaftskreises, unterstrich die Bedeutung der Gastprofessur für die Wirtschaft: "Frankfurt und die Metropolenregion RheinMain sind wichtige Zentren des wirtschaftlichen Austauschs mit einer großen chinesischen und ostasiatischen Gemeinde. Die Einrichtung der Professur ist ein wichtiges Zeichen der partnerschaftlichen Verbundenheit und Bedeutung der Region, in die China investiert."

    Präsident Prof. Rudolf Steinberg machte deutlich: "Wir sind überzeugt, dass wir durch die neue chinesische Gastprofessur die Attraktivität der Chinawissenschaften an der Universität nicht nur in Forschung und Lehre, sondern auch als gesellschaftliches Kompetenzzentrum deutlich steigern werden. Die Vereinbarung, die wir heute abgeschlossen haben, wird zu einer deutlichen Bereicherung der Arbeit des IZO und einer Vertiefung der wissenschaftlichen Beziehung zwischen der Universität Frankfurt und China führen."

    Das Bildungsministerium der VR China finanziert derzeit für einen Zeitraum von zwei Jahren einen Lektor für chinesische Sprache im Fach Sinologie. Ab 2006 übernimmt es das Gehalt und die Reisekosten der GastprofessorInnen, während die Universität Frankfurt die Kosten für die Unterkunft übernimmt und einen Arbeitsplatz zur Verfügung stellt.

    Das Internationale Zentrum für Ostasienwissenschaften (IZO) wurde 2005 eingerichtet. Ziel der Arbeit ist die Stärkung der Forschung über das moderne Ostasien und die Steigerung der Integration von Praxisbezügen in die Ausbildung.Es gründet auf Gegenwartsorientierung, Interdisziplinarität und Internationalisierung. Im Rhein-Maingebiet bietet das IZO ein einmaliges Forum für die Vernetzung ostasienbezogener Aktivitäten, es unterstützt die Optimierung des Informationsflusses unter Ostasieninteressierten und stellt Synergien zwischen Wissenschaft und Wirtschaft her.

    Kontakt: Prof. Dorothea Wippermann; Sinologie; Fachbereich 09: Sprach- und Kulturwissenschaften; Tel.: 069-798-22850, -22851; Fax: 069/798-22176; E-Mail: wippermann@em.uni-Frankfurt.de


    Weitere Informationen:

    http://www.izo.uni-frankfurt.de/index.html


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    fachunabhängig
    überregional
    Forschungs- / Wissenstransfer, Studium und Lehre
    Deutsch


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