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20.12.1999 15:45

Wachstumsstörungen im Kindesalter

Volker Schulte Stabsstelle Universitätskommunikation / Medienredaktion
Universität Leipzig

    Wachstumsstörungen im Kindesalter
    Stiftungsprofessur an der Universität Leipzig um weitere fünf Jahre verlängert

    Vor fünf Jahren erhielt Dr. med. Eberhard Keller, Spezialist für Wachstumsstörungen aus der Universitätskinderklinik Leipzig, eine Stiftungsprofessur der Firma Serono Pharma GmbH. Prof. Keller hatte sich nicht nur durch multizentrische Studien bei Patienten mit Wachstumshormonmangel und die Erfindung von Meßgeräten, mit denen man Wachstumsstörungen schon frühzeitig erkennen kann, einen Namen in der Fachwelt gemacht, sondern auch durch seine Bestrebungen, die Behandlung an der Universitätskinderklinik mit der Weiterbehandlung bei den niedergelassenen Kinderärzten, später dann auch an Kinderkrankenhäusern zu verbinden. Er entwickelte das sogenannte duale, dann triale System, das man wohl als einmalig in Deutschland bezeichnen kann.

    Was verbirgt sich dahinter? Ausgangspunkt ist die Überlegung, daß ein Kinderarzt in seiner Praxis mit seltenen, oft chronischen Erkrankungen, kaum ausreichende Erfahrungen sammeln kann, um in gebotener Schnelligkeit und Exaktheit diagnostizieren und behandeln zu können. Dann ist eine frühzeitige Überweisung an einen ausgewiesenen Spezialisten notwendig. Um Konflikte mit dem kassenärztlich tätigen Kinderarzt zu vermeiden, schlug Keller gemeinsam mit einem Dresdner Kollegen ein System vor, nach dem der Kinderarzt das chronisch kranke Kind in die Hände des Spezialisten gibt, der Spezialist die Diagnose stellt und ein Behandlungskonzept erarbeitet, das dann wieder über den behandelnden Kinderarzt in die Praxis umgesetzt werden soll. Später wurden in das bisherige duale System noch Kinderkrankenhäuser integriert, so daß man auf Grund der drei Partner jetzt vom trialen System spricht.

    Gemeinsam mit der sächsischen Firma Längenmeßtechnik GmbH Limbach-Oberfrohna entwickelte Prof. Keller ein Präzisionsmeßinstrument, an dem leicht abgelesen werden kann, ob ein Kind zu groß oder zu klein für sein Alter ist. Mit Hilfe von Sponsoren sorgte er dafür, daß in den mit ihm durch Vertrag gebundenen Kinderarztpraxen ein solches Gerät aufgestellt wurde, so daß der Kinderarzt rechtzeitig erkennen kann, wann er das Kind zum Spezialisten überweisen muß. Dieser kann dann nach gründlicher Untersuchung die Behandlung einleiten und diese mit dem überweisendem Kinderarzt abstimmen.

    Inzwischen beteiligen sich 109 medizinische Kindereinrichtungen auch an einem diesbezüglichen wissenschaftlichen Projekt der Universitätskinderklinik Leipzig. Wachstumsdaten der jeweiligen Klientel werden anonymisiert an eine Auxologische Datenbank weitergegeben und wissenschaftlich ausgewertet. Auffällige Datensätze werden an den Kinderarzt zurückgemeldet, auf ihre Richtigkeit überprüft und bei Einverständnis der Sorgeberechtigten an einen Wachstumsspezialisten ihrer Wahl geschickt, der gegebenenfalls das betroffene Kind genau untersucht und eine Behandlung einleitet.

    Die auxologische Datenbank ist von unschätzbaren Wert für statistische Erhebungen. Danach konnte festgestellt werden, daß von September 1998 bis September 1999 in den 68 Einrichtungen 30182 Patienten erfaßt worden sind, von den insgesamt 2188 , das sind 7,24 %, in bezug auf ihr Größenwachstum auffällig waren. Davon sind 3,01 % hochwüchsig und etwas mehr, 3,76 %, kleinwüchsig. Eingabe- bzw. Übermittlungsfehler, die zu unplausiblen Auswertungen führten, gab es nur in 0,47 % der Fälle. Multizentrische Studien über verschiedene Strategien vervollständigen die erfolgreiche Arbeit Prof. Kellers und seines Teams.

    Dem entsprach nun auch die Firma Serono Pharm, indem sie die Stiftungsprofessur nunmehr um weitere fünf Jahre verlängerte - das ist einmalig an der Universität Leipzig. Prof. Keller kann nunmehr mit seinen Mitarbeitern die Abteilung Auxologie weiter ausbauen. Anläßlich der Verlängerung der Stiftungsprofessur gab es ein wissenschaftliches Symposium, auf dem das Triale System erstmalig für die Öffentlichkeit als Kompetenznetzwerk für Wachstumsstörungen demonstriert wurde.

    Dr. Bärbel Adams


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    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Ernährung / Gesundheit / Pflege, Medizin
    überregional
    Forschungsergebnisse, Personalia
    Deutsch


     

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