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27.06.2000 11:23

Fachbereich Physik vergibt Ehrendoktorwürde

Dr. Gottfried Oy Public Relations und Kommunikation
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt (Main)

    Prof. Dr. Rudolf Bock, Dr. Hermann Grunder und Prof. Dr. Marcos Moshinsky für ihr Lebenswerk geehrt

    FRANKFURT. Der Fachbereich Physik der Goethe-Universität verleiht die Ehrendoktorwürde an Professor Dr. Rudolf Bock, Gesellschaft für Schwerionenphysik (GSI) in Darmstadt und Universität Marburg, Dr. Hermann Grunder, Direktor des Thomas Jefferson Institutes in Newport News, USA, und Professor Dr. Marcos Moshinsky, Universidad Autónoma de México (UNAM). Die feierliche Verleihung findet statt am Freitag, den 30. Juni 2000, um 15.00 Uhr in der Aula der Universität (Hauptgebäude, Mertonstraße 17,
    60325 Frankfurt).

    Mit der Verleihung der Ehrendoktorwürde würdigt der Fachbereich die Verdienste von Rudolf Bock und Hermann Grunder auf dem Gebiet der relativistischen Kernmateriephysik, für das sie in den
    70-er Jahren entscheidende Pionierleistungen erbracht haben. Die beiden Wissenschaftler gründeten 1973 eine deutsch-amerikanische Forschungskollaboration, die mit Experimenten an Synchroton-beschleunigern zu Materiezuständen in Supernovae und Neutronen-sternen eine Brücke schufen zwischen Kernphysik und Astrophysik. Diese Kollaboration legte die Fundamente für das heutige Forschungsprogramm der Gesellschaft für Schwerionenphysik (GSI) in Darmstadt sowie für das Schwerionenprogramm des euro-päischen Grosslabors CERN in Genf und des Brookhaven National Laboratory bei New York.

    Mit Marcos Moshinsky würdigt der Fachbereich einen international renommierten Physiker. Moshinsky hat eine Vielzahl fundamentaler mathematischer Methoden der Physik begründet. Insbesondere wandte er gruppenspezifische Ordnungsprinzipien bei Vielteilchen-problemen erstmals erfolgreich an. Eines seiner Hauptarbeitsgebiete war der harmonische Oszillator.

    Der 1927 in Mannheim geborene Rudolf Bock studierte Physik an der Universität Heidelberg, wo er 1958 am Max-Planck-Institut für medizinische Forschung bei Walter W. Bothe, Nobelpreisträger des Jahres 1954, promovierte. Bevor Rudolf Bock als Ordinarius an die Universität Marburg berufen wurde, war er von 1958 bis 1967 am Max-Planck-Institut für Kernphysik in Heidelberg tätig. Als Grün-dungsmitglied der Gesellschaft für Schwerionenforschung (GSI) in Darmstadt prägte er das wissenschaftliche Profil dieses "Spitzen-instituts der internationalen Atom- und Kernphysik" zwischen 1970 und 1990 entscheidend. Bock erforschte die so genannten tief-inelastischen Reaktionen zwischen kollidierenden Kernprojektilen, beschäftigte sich mit den Gebieten der relativistischen und ultra-relativistischen Kernphysik und brachte schließlich ein Forschungs-programm in Gang zur Gewinnung von Fusionsenergie mit Hilfe von relativistischen Schwerionenprojektilen, das er auch nach seiner Emeritierung 1995 noch leitet.

    Hermann Grunder wurde 1931 in Basel geboren. Nach einem Ingenieurdiplom 1958 promovierte er 1967 im Fach Kernphysik an der Universität in Basel. Er ist Konstrukteur und Erbauer zahl-reicher Beschleunigungsanlagen für Kernphysik, Hochenergiephysik und Elektronenphysik, unter anderem des 6GeV-Elektronen-beschleunigers im Jefferson National Laboratory, das er seit 1985 leitet. In diesem "Zentrallabor der amerikanischen Grundlagen-forschung" wird die Struktur der Hadronen erforscht. Gemeinsam mit Rudolf Bock entwickelte Hermann Grunder das Forschungs-gebiet der relativistischen Kernphysik grundlegend weiter.

    Marcos Moshinsky wurde 1921 in Rußland geboren und wuchs als mexikanischer Staatsbürger in Mexiko auf. Er studierte bis 1947 Physik an der Universidad Autónoma de México (UNAM), erwarb 1947 den Master of Science an der Universität in Princeton, USA, und promovierte dort zwei Jahre später bei Eugen Wigner. Nach Mexiko zurückgekehrt war er als Professor am Instituto de Fisica der Universidad Autónoma de México (IFUNAM) tätig, dessen "Theoretical Physics Department" er von 1968 bis 1974 leitete. Seit 1972 ist er Mitglied im "El Colegio Nacional" und Gründer des "Escuela Latinoamerica de Fisica" (ELAF), dessen Direktor er von 1959 bis 1998 war.

    Nähere Informationen: Prof. Dr. Reinhard Stock, Dekan des Fachbereichs Physik, Gräfstraße 39, Tel. 069/798-23313, Fax: 069/798-28309


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Mathematik, Physik / Astronomie
    regional
    Personalia
    Deutsch


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