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15.11.2007 14:57

Akademischer Senat der Freien Universität lehnt "International Forum of Advanced Studies" ab

Kerrin Zielke Kommunikations- und Informationsstelle
Freie Universität Berlin

    Gremium sieht die Gefahr, dass Berlin seine wissenschaftliche Strahlkraft verliert

    Nach dem Kuratorium der Freien Universität hat auch der Akademische Senat der Hochschule den Plan von Wissenschaftssenator Jürgen Zöllner für ein "International Forum of Advanced Studies" (IFAS) in Berlin abgelehnt. Eine solche Einrichtung würde den Wissenschaftsstandort Berlin nicht stärken, sondern schwächen, heißt es in einer Resolution, die gestern einstimmig bei zwei Enthaltungen verabschiedet wurde. Ziel müsse es vielmehr sein, die Kooperationen der Berliner Universitäten weiter auszubauen. Der Präsident der Universität wurde gebeten, diese Auffassungen in den weiteren Gesprächen mit dem Wissenschaftssenator nachdrücklich und zielführend zu vertreten.

    In ihrer Resolution machen die Mitglieder des Akademischen Senats deutlich, dass sie die Ankündigung des Senators, die Leistungsfähigkeit der Berliner Hochschulen im Rahmen der geplanten Ausbildungs- und Forschungsoffensive des Masterplans "Wissen schafft Berlins Zukunft" durch die Bereitstellung zusätzlicher Finanzmittel zu fördern, ausdrücklich begrüßen. "Es wird erwartet, dass diese erste vorsichtige Umkehr in der kontinuierlichen Kürzungspolitik der letzten Jahrzehnte deutlich erweitert wird", heißt es in dem Papier.

    Mit der gezielten Weiterentwicklung der breiten wissenschaftlichen Kooperationen zwischen den Berliner Universitäten und den außeruniversitären Forschungseinrichtungen werde der große Erfolg verstetigt, den die Berliner Universitäten im Rahmen der Exzellenzinitiative errungen haben. "Diese Förderung darf jedoch nicht durch die Schaffung weiterer kostspieliger Institutionen erfolgen, sondern in der Form flexibler moderner Netzwerke." Die Herausnahme einzelner Wissenschaftler oder Forschungsbereiche aus den Universitäten schaffe keine neuen Kooperationen, sondern bremse die wissenschaftliche Dynamik und berge das Risiko der disziplinären Isolation.

    "Eine noch stärkere nationale und internationale Sichtbarkeit des Wissenschaftsstandortes Berlin ist nur durch Spitzenwissenschaft auf dem Boden der Universitäten zu erreichen. Spitzenwissenschaft bedarf komplexer Forschungsvernetzungen, die - fachspezifisch verschieden - an die Ressourcen von Labors und Bibliotheken, an Arbeitsgruppen, Mitarbeiterstäbe, administrative Organisationsstrukturen und Studierende gebunden sind."

    Ziel müsse es daher sein, neue Kooperationen der Berliner Universitäten zu unterstützen und die bestehende, bereits erfolgreich betriebene Zusammenarbeit im Bereich von Exzellenzclustern, Sonderforschungsbereichen und Graduiertenschulen weiterzuentwickeln.

    Der Akademische Senat der Freien Universität hält auch die geplante Neueinrichtung einzelner Master- und Promotionsstudiengänge unter dem Dach des "International Form of Advanced Studies" für ungeeignet: "Das Prüfungs- und Promotionsrecht muss uneingeschränkt bei den Universitäten verbleiben, weil nur diese auf der Grundlage differenzierter Studiengänge die Vielfalt und Qualität wissenschaftlicher Ausbildung gewährleisten."

    Aufgaben der Steuerung des Berliner Hochschulsystems können nach Auffassung des Akademischen Senats auch nicht Aufgabe einer Einrichtung außerhalb der Universitäten sein. Die erfolgreiche Tradition und Verfassung der Berliner Universitäten als Kuratorial-Hochschulen zeige, "dass diese selbst in der Lage sind, ihre Strukturplanung in abgestimmter Verantwortung wahrzunehmen".

    Die Gründung des "International Forum of Advanced Studies" berge zudem die Gefahr, dass die Mutteruniversitäten zu Colleges mit dem Schwerpunkt einer reinen Berufsausbildung marginalisiert würden. "Der daraus resultierende Widerspruch zwischen den Restuniversitäten und den dauerhaft ausgelagerten Exzellenzbereichen wird nicht zur Stärkung des Wissenschaftsstandortes Berlin mit internationaler Sichtbarkeit führen, sondern zu einem Verlust dieser bereits intensiven internationalen Strahlkraft, wie sie durch internationale Gutachter im Exzellenzwettbewerb bestätigt wurde", heißt es in der Resolution.


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    fachunabhängig
    überregional
    Wissenschaftspolitik
    Deutsch


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