Immunglobuline bei CIDP: Größte internationale Studie unter führender Beteiligung der Neurologischen Klinik belegt Langzeitwirksamkeit

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30.01.2008 16:30

Immunglobuline bei CIDP: Größte internationale Studie unter führender Beteiligung der Neurologischen Klinik belegt Langzeitwirksamkeit

Susanne Dopheide Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Universitätsklinikums
Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

    Neuropathien sind Erkrankungen des peripheren Nervensystems. Für eine bestimmte Form dieser Schädigungen, das so genannte CIDP (chronisch-inflammatorische demyelinisierende Polyradikuloneuropathie), wurde jetzt in einer multinationalen Studie belegt, dass betroffene Patienten von einer Therapie mit Immunglobulinen profitieren können. Die vermutete Autoimmunerkrankung entwickelt sich über Monate und geht mit Lähmungserscheinungen und Sensibilitätsstörungen einher, die zur Schwerbehinderung und zum Tod führen können. Professor Dr. Hans-Peter Hartung, Direktor der Neurologischen Klinik des Universitätsklinikums Düsseldorf, war als Mitglied des Steuerungskomitees an der in Europa, Australien und Nordamerika durchgeführten Studie wesentlich beteiligt.

    Die Ergebnisse dieser bislang größten Therapiestudie (die sog. ICE Studie) zu dieser Erkrankung sind soeben in der Fachzeitschrift "Lancet Neurology" (Lancet Neurology 2008; 7) publiziert worden.

    Sie belegen nachdrücklich die therapeutische Wirksamkeit von intravenösen Immunglobulinen und zeigen erstmals die Langzeitwirksamkeit dieser immunmodulierenden Behandlung auf.

    Studiendesign:
    Trotz aller Maßnahmen versterben auch heute noch Patienten an CIPD. 117 Patienten nahmen an dieser randomisierten, doppel-blind, placebo-kontrollierten Cross-Over-Studie teil. Während der initialen Behandlungsperiode erhielten Patienten intravenöses Immunglobulin (IGIV-C) oder Placebo alle drei Wochen für sechs Monate. Patienten, die auf ihre jeweilige Behandlung nicht ansprachen und sich bzgl. ihres neurologischen Behinderungszustandes verschlechterten, erhielten die alternative Therapie in einer Cross-Over-Periode. Die primäre Zielgröße war der Anteil jener Patienten, die sich um einen definierten Wert auf einer Behinderungsskala verbesserten. Patienten mit Verbesserung wurden dann weitere sechs Monate unter verblindeten Bedingungen beobachtet. Dann wurde analysiert, welcher Prozentsatz der Patienten aus beiden Therapiearmen einen Rückfall erlitt. 54 Prozent der IGIV-C behandelten Patienten verbesserten sich während der ersten sechs Monate im Vergleich zu 21 Prozent der Placebo behandelten. Mit Placebo behandelte Patienten erlitten signifikant häufiger einen Rückfall während der darauf folgenden sechsmonatigen Beobachtungsperiode.

    Publikation: Lancet Neurology 2008; 7: 136-144.

    Kontakt: Prof. Hans-Peter Hartung Tel.: 0211 / 81-17880


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Ernährung / Gesundheit / Pflege, Medizin
    überregional
    Forschungsergebnisse, Wissenschaftliche Publikationen
    Deutsch


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