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12.02.2008 16:38

Wissenschaftler untersuchen multiple Wechselwirkungen zwischen Molekülen

Kerrin Zielke Kommunikations- und Informationsstelle
Freie Universität Berlin

    Neuer Sonderforschungsbereich an der Freien Universität Berlin eröffnet

    Fernziel ist die Entwicklung neuartiger Medikamente und Materialien, Nahziel das grundlegende Verständnis von Wechselwirkungen zwischen Molekülen: "Multivalenz als chemisches Organisations- und Wirkprinzip - neue Architekturen, Funktionen und Anwendungen" heißt der Sonderforschungsbereich (SFB), der heute an der Freien Universität Berlin offiziell eröffnet wird. Mit 7,5 Millionen Euro wird das Wissenschaftsprojekt in den kommenden vier Jahren von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert.

    Der neue SFB 765 soll zentrale Fragen in den Bio- und Materialwissenschaften beantworten helfen. "Wir wollen das Phänom der multivalenten Bindungen verstehen", sagt der Sprecher Rainer Haag, Institut für Chemie und Biochemie der Freien Universität Berlin. Solche Bindungen spielen beispielsweise bei Entzündungen eine entscheidende Rolle. Denn als Reaktion darauf rekrutiert der Körper vermehrt weiße Blutkörperchen, die sich genau an den Entzündungsherden festsetzen, dort ins Gewebe eindringen und die Entzündung noch verstärken. Dass sich die weißen Blutkörperchen an diesen Stellen sammeln, hängt mit der Oberflächenstruktur der Zellen in dem entzündeten Gewebe zusammen. Sie bilden bestimmte Moleküle aus, an denen die weißen Blutkörperchen mit speziellen Rezeptoren "andocken" - ähnlich einem Schlüssel, der genau in ein Schloss passt. "Wenn es gelingt, diese Bindungsstellen multivalent zu blockieren, könnte das der Weg zu neuartigen Medikamenten sein", sagt Haag.

    An dem Sonderforschungsbereich sind neben der Freien Universität auch die Humboldt-Universität und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen in Berlin beteiligt. Der SFB 765 ist Teil des Gesamtberliner Forschungsschwerpunktes "Nanomedizin". Er schließt auch ein Graduiertenkolleg mit 35 Doktorandenstellen und fünf Graduiertenstipendien ein. Das Kolleg ist eines der ersten, das in dieser integrierten Form bewilligt wurde.

    Weitere Auskünfte erteilt Ihnen gern:
    Prof. Dr. Rainer Haag, Institut für Chemie und Biochemie der Freien Universität Berlin, Tel. (030) 838-52633 oder (030) 838-53358 (Sek.), E-Mail: haag@chemie.fu-berlin.de


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    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Biologie, Chemie, Ernährung / Gesundheit / Pflege, Informationstechnik, Maschinenbau, Medizin, Werkstoffwissenschaften
    überregional
    Forschungsprojekte
    Deutsch


     

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