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25.02.2008 10:41

Was wir von Mikroorganismen lernen können

Dr. Anne Hardy Marketing und Kommunikation
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt (Main)

    Ein Antibiotikum aus der Milch, wie Einzeller miteinander "reden", Leben ohne Licht und Sauerstoff - dies sind Themen der Mikrobiologentagung vom 9.-11. März in Frankfurt

    FRANKFURT. Mikroorganismen sind raffinierter als man denkt. Über die Signalstoffe können sie ihre Nachbarn informieren, ob es sich lohnt, bestimmte Gene an- oder abzuschalten. Diese "Zelldichtemessung" nutzen viele Bakterien, um konzertierte Reaktionen auf veränderte Umweltbedingungen einzuleiten: Sie fangen an zu leuchten (Biolumineszenz), bilden Biofilme oder setzen Antibiotika frei. Über diese und andere faszinierende Entdeckungen sowie mögliche Anwendungen in Medizin und Technik berichten international ausgewiesene Wissenschaftler auf der Jahrestagung der "Vereinigung für Allgemeine und Angewandte Mikrobiologie" (VAAM) an der Universität Frankfurt.

    Die VAAM tagt in diesem Jahr gemeinsam mit der "Gesellschaft für Biochemie und Molekularbiologie" (GBM), denn beide Bereiche bilden zusammen eine der Kernkompetenzen der Goethe-Universität. Sie prägen die Arbeit zweier Sonderforschungsbereiche sowie das Exzellenzcluster "Makromolekulare Komplexe". Ein weiterer Sonderforschungsbereich ist in Planung.

    Die an Wissenschaft interessierte Öffentlichkeit ist zu einem allgemein verständlichen Vortrag des Münchener Biochemikers Prof. Dieter Oesterhelt von Max-Planck-Institut für Biochemie in Martinsried eingeladen. Oesterhelt erklärt, wie Bakterien mit Retinalproteinen "sehen" und sich orientieren.
    Schulklassen ab Klasse 11 sind parallel zu der Tagung zu einem Schülerkongress eingeladen. Auf dem Programm stehen vielfältige Experimentierangebote, Vorträge, Mitmachstände sowie Informationen zu Ausbildungs- und Studiengängen.
    Kontakt: Frau Muth (VAAM), Tel. 069-66056720
    E-Mail: muth@vaam.uni-halle.de.

    Die Highlights der Tagung

    Können Bakterien "sehen"?
    Öffentlicher Vortrag:
    Dieter Oesterhelt, Max-Planck-Institut für Biochemie, Martiensried:
    "Retinalproteine: Die Augen und der Motor archaealer Mikroorganismen"

    Wie Einzeller miteinander "reden"
    Peter Greenberg, University of Washington:
    "Quorum sensing control of gene expression".

    Ein Antibiotikum aus der Milch
    Wilfred A. van der Donk, University of Illinois, Urbana:
    "Biosynthesis of lantibiotics, complex macrocyclic natural products".

    RNA-Schalter - neuartige Regulatoren der Genexpression
    Ron Breaker, Howard Hughes Medical Institute, Yale:
    "The diversity of riboswitch structures and functions"

    Leben ohne Licht und Sauerstoff
    Gerhard Gottschalk, Institut für Mikrobiologie und Genetik, Genomics Laboratory, Göttingen:
    "Wanderings through clostridial genomes"

    Rein und Raus: Transport über biologische Membranen
    A. Pugsley, Institut Pasteur, Paris:
    "The secrets of secretins"
    Sonntag, 9.3., 14:30-15:15 Uhr, Festsaal Casino Campus Westend
    M. Forgac, Tufts University, Boston:
    "Structure, function and regulation of the vacuolar ATPases"
    Sonntag, 9.3., 17:30-18:15 Uhr, Festsaal Casino Campus Westend
    M. Wikström, University of Helsinki, Helsinki:
    "Warburg's Atmungsferment is a molecular machine"
    Sonntag, 9.3., 18:15-19:00 Uhr, Festsaal Casino Campus Westend

    Was?
    Jahrestagung der "Vereinigung für Allgemeine und Angewandte Mikrobiologie"

    Wann?
    9.-11. März 2008
    Öffentlicher Vortrag: 9. März, 11:00 Uhr

    Wo?
    Casino Campus Westend, Grüneburgplatz 1, 60323 Frankfurt

    Programm
    www.vaam-gbm2008.de

    Schülerkongress:
    10.-12. März
    www.vaam.de

    Highlights der Tagung:
    www.muk.uni-frankfurt.de/pm/pm2008/0208/033/

    Weitere Informationen:

    Prof. Dr. V. Müller
    Molekulare Mikrobiologie & Bioenergetik
    Universität Frankfurt
    Tel.: 069-798-29507
    E-Mail: vmueller@bio.uni-frankfurt.de

    Prof. Dr. K.-D. Entian
    Molekulare Genetik und Zelluläre Mikrobiolgie
    Universität Frankfurt
    Tel.: 069-798-29526
    E-Mail: Entian@bio.uni-frankfurt.de


    Bilder

    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Biologie, Chemie, Informationstechnik
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft, Wissenschaftliche Tagungen
    Deutsch


     

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