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21.07.2008 13:43

Älteste Bibel der Welt online

Sandra Hasse Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Universität Leipzig

    Der erste Teil des Codex Sinaiticus, der weltweit ältesten überlieferten Bibel, wird öffentlich zugänglich gemacht. Unter www.codex-sinaiticus.net sind dann alle Blätter abrufbar, die in der Universitätsbibliothek Leipzig aufbewahrt werden, zusammen mit anderen, die im Besitz der British Library London sind. Die Freischaltung der Webseite am 24. Juli 2008 ist der erste entscheidende Schritt einer Unternehmung, alle Teile der Bibel - sie befinden sich weltweit an vier verschiedenen Orten - über das Internet zugänglich zu machen.

    Durch die einmalige Kooperation zwischen der British Library, dem Katharinenkloster
    auf dem Sinai, der Universitätsbibliothek Leipzig und der Russischen Nationalbibliothek in
    St. Petersburg wird bis zum Abschluss des Projekts im Juli 2009 der gesamte Text der Handschrift für jedermann zugänglich gemacht.

    Die nach neuesten Standards erstellte interaktive Webseite wird am 24. Juli 2008 freigeschaltet und gibt einen ersten Teil der Heiligen Schrift allen Bibel-Lesern und Wissenschaftlern auf vorher nie dagewesene Weise in die Hand.

    Jede hochaufgelöste Fotografie der Manuskriptseiten wird durch eine vollständige Transkription des griechischen Textes ergänzt, die auch alle über die Jahrhunderte dort versammelten Korrekturen enthält. Ausgewählte Bücher und Stellen werden auch in deutschen und englischen Übersetzungen zugänglich gemacht. Alle Textelemente sind miteinander verlinkt, und das Anklicken eines Wortes in der Transkription wird durch die Markierung im Manuskript unterstützt. Besucher der Webseite können verschiedene Ansichten wählen: Standardlicht oder Seitenlicht zur besseren Verdeutlichung der physischen Eigenschaften des Pergaments.

    Zu den freigeschalteten Seiten gehören ab dem 24. Juli 2008 sämtliche 43 Blätter (86 Seiten) der Universitätsbibliothek Leipzig, ergänzt um 67 Blätter aus der British Library. Neben den Psalmen und dem Markus-Evangelium - zwei der sowohl historisch wie aktuell wichtigsten Texte der Bibel -, wird der Codex Sinaiticus ab dem 24. Juli 2008 in der Online-Edition die folgenden biblischen Bücher enthalten: Erstes Buch der Chronik, Zweites Buch Esra, die Bücher Ester,Tobit,Jeremia und die Klagelieder Jeremias.

    Ulrich Johannes Schneider, Direktor der Universitätsbibliothek Leipzig, betont die Bedeutung der virtuellen Gesamtedition: "Die 43 Leipziger Blätter gehören zu den ersten, die im Katharinenkloster auf dem Sinai als Teil einer sehr frühen Bibel identifiziert wurden und 1844 nach Leipzig gelangten. Die Geschichte der Entdeckung durch Konstantin von Tischendorf war zugleich die Geschichte der Fragmentierung dieser Handschrift, und eben diese Geschichte kommt nun an ihr Ende. Mit der Online- Edition hat die internationale Zusammenarbeit ihr höchstes Ziel erreicht. Es wird ein äußerst wertvoller Text in allen überlieferten Teilen der interessierten Weltöffentlichkeit übergeben."

    Der Codex Sinaiticus stammt aus der Mitte des 4. Jahrhunderts und ist nach heutigem Wissen die älteste existierende christliche Bibel mit vollständigem Neuen Testament. Überliefert sind mehr als 800 Seiten und über 40 Fragmente, die alle nach Abschluss des Projektes im Juli 2009 über die Webseite konsultiert werden können.

    Das Codex Sinaiticus Projekt wird durch Stiftungen großzügig unterstützt, u. a. von: The Arts and Humanities Research Council, Deutsche Forschungsgemeinschaft, The Leventis Foundation und The Stavros Niarchos Foundation.
    weitere Informationen:

    Prof. Dr. Ulrich Johannes Schneider
    Telefon: 0341 97-30500
    E-Mail: schneider@ub.uni-leipzig.de
    www.ub.uni-leipzig.de


    Weitere Informationen:

    http://www.codex-sinaiticus.net


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Geschichte / Archäologie, Gesellschaft, Philosophie / Ethik, Religion, Sprache / Literatur
    überregional
    Forschungs- / Wissenstransfer, Wissenschaftliche Publikationen
    Deutsch


    Der Codex Sinaiticus ist vierspaltig geschrieben. Hier als Ausschnitt das Ende des Buchs Jeremia.


    Zum Download

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