FRANKFURT. Mit dem Vortrag 'Madern Gerthener und der Aufstieg Frankfurts zum Architekturzentrum im Spätmittelalter' startet die Goethe-Universität am 27. Oktober ihre neue Vorlesungsreihe 'Das neue Frankfurt - Innovationen in der Frankfurter Kunst vom Mittelalter bis heute'.
Organisiert von einem Team rund um den Kunsthistoriker Prof. Christian Freigang stellt die achtteilige Serie Werke und Persönlichkeiten der Frankfurter Kunst- und Architekturgeschichte vor. Dabei versuchen die ReferentInnen - sechs Wissenschaftler der Goethe-Universität und zwei externe Gäste - neue Sichtweisen über die eigene Stadt zu vermitteln und neben zahlreichen (historischen) Fakten auch viel Unbekanntes an den Tag zu bringen.
So im Falle des einstigen Stadtbaumeisters Gerthener (um 1360 bis 1430), den zum Auftakt Christian Freigang selbst portraitiert: Dank Gerthener wurde das spätmittelalterliche Frankfurt zu einem Innovationszentrum der gotischen Architektur und zog mit den städtebaulichen Unternehmungen gleich, die in anderen architektonischen Zentren des Reichs, etwa in Wien, Prag und Ulm, initiiert wurden. Anspruchsvolle Patrizierhäuser, eine neue Stadtbefestigung und der technisch höchst komplizierte Ausbau des Domturms ab 1415 standen für ein gezieltes Innovationsbestreben, das in der Figur Gertheners kulminierte. Ein Jahrhundert lang blieb Frankfurt ein bekanntes Architekturzentrum und beeinflusste das Baugeschehen in einer weiten Region. Der Auslöser dafür waren die patrizischen Schichten - etwa die Geschlechter der Holzhausens oder Glauburgs -, die eine regelrechte Kulturpolitik führen. Sie prägten damit als erste ein erkennbares Image der Stadt, das sich bis heute architektonisch wie technisch ausdrückt.
Die Frankfurter BürgerInnen prägten mit ihren Bemühungen aber nicht nur das technische und architektonische Bild der Mainmetropole. Sie waren es auch, die der Stadt zu ihrer Universität verhalfen: In den Jahren vor deren Gründung 1914 setzte sich wohl jeder, der in Frankfurt ein Interesse an Bildung hatte, für die neue Hochschule ein. Rein aus privaten Mitteln entstand so die erste Stiftungsuniversität Deutschlands. Ergo wollte die Goethe-Universität mit ihrer Rückkehr zu dieser Organisationsform im Januar 2008 auch nicht nur eine größere Autonomie erreichen. Der Wandel sollte zugleich ein Bekenntnis zu eben diesen Wurzeln als Stiftung von Bürgern für Bürger sein. Vor diesem Hintergrund will sie sich fortan noch stärker der Stadt und dem Umland zu öffnen, den BürgerInnen für ihre bis heute anhaltende Verbundenheit danken und ihnen auch etwas zurück geben. Beispielsweise in Form von Bürger-Vorlesungen, die in verständlicher Weise die Bezüge zwischen universitärer Forschung, alltäglichem Leben und der Geschichte und Gegenwart von Stadt und Region aufdecken sollen. Mit der Reihe ?Das 'neue' Frankfurt? wird im Wintersemester 2008/2009 der erste Schritt in diese Richtung gegangen, dem ab dem 6. November gleich der zweite folgende wird - in Gestalt der neuen, regelmäßigen 'Frankfurter Goethe-Vorlesungen'. Die Vorträge aus der Reihe 'Das neue Frankfurt' finden jeweils um 19.30 Uhr in der Zentralbibliothek der Stadtbücherei Frankfurt statt. Folgende Themen sind vorgesehen:
27.10.2008 - Prof. Christian Freigang (Goethe-Universität)
Madern Gerthener und der Aufstieg Frankfurts zum Architekturzentrum im Spätmittelalter
10.11.2008 - Prof. Jochen Sander (Städel Museum/Goethe-Universität)
Die frühe Stilllebenmalerei am Main
1.12.2008 - Dr. Evelyn Brockhoff (Institut für Stadtgeschichte)
Johann Friedrich Christian Hess - der Architekt des klassizistischen Frankfurt
8.12.2008 - Prof. Klaus Herding (Goethe-Universität)
Courbet in Frankfurt: 1851 bis 2011
15.12.2008 - Dr. Eckhard Herrel (Ernst May-Gesellschaft)
"Licht, Luft und Sonne" - Ernst May und das Neue Frankfurt
12.1.2009 - Prof. Thomas Kirchner (Goethe-Universität)
Frankfurt und der Aufbruch in die Ungegenständlichkeit
26.1.2009 - Dr. Ralf Michael Fischer (Goethe-Universität)
Rainer Werner Fassbinders Frankfurt
9.2. 2009 - Prof. Henry Keazor (Uni Saarbrücken/Goethe-Universität)
"Das schönste Gebäude der Welt" - Jean Nouvels Victoria-Haus und die Folgen
Die Reihe wird gemeinsam von Kunsthistorischem Institut, Stadtbibliothek und Stadtarchiv veranstaltet und von der Benvenuto Cellini-Gesellschaft - dem Förderverein des Kunstgeschichtlichen Instituts - unterstützt. Die Schirmherrschaft haben Frankfurts Oberbürgermeisterin Dr. h.c. Petra Roth und Universitätspräsident Prof. Rudolf Steinberg übernommen.
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Vorlesungsreihe
Das neue Frankfurt - Innovationen in der Frankfurter Kunst vom Mittelalter bis heute
Wann?
27. Oktober 2008 bis 9. Februar 2009, jeweils 19.30 Uhr
Wo?
Zentralbibliothek der Stadtbücherei Frankfurt, Hasengasse 4, 60311 Frankfurt am Main
Eintritt frei
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Informationen: Prof. Christian Freigang, Kunstgeschichtliches Institut, Tel.: (069) 798-22276, freigang@kunst.uni-frankfurt.de
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Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt am Main. Vor 94 Jahren von Frankfurter Bürgern gegründet, ist sie heute eine der zehn größten Universitäten Deutschlands. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein einzigartiges Maß an Eigenständigkeit. Rund um das historische Poelzig-Ensemble im Frankfurter Westend entsteht derzeit für rund 600 Millionen Euro der schönste Campus Deutschlands. Mit über 45 seit 2000 eingeworbenen Stiftungs- und Stiftungsgastprofessuren nimmt die Goethe-Uni den deutschen Spitzenplatz ein. In drei Forschungsrankings des CHE in Folge und in der Exzellenzinitiative zeigt sich die Goethe-Universität als eine der forschungsstärksten Hochschulen.
http://www.kunst.uni-frankfurt.de
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Bauwesen / Architektur, Kulturwissenschaften, Kunst / Design, Medien- und Kommunikationswissenschaften
regional
Buntes aus der Wissenschaft, Kooperationen
Deutsch

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