Zu diesem Thema spricht Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Herrmann Parzinger im Rahmen der jährlich vom Geisteswissenschaftlichen Zentrum für Geschichte und Kultur Ostmitteleuropas (GWZO) ausgerichteten Oskar-Halecki-Jahresvorlesungen. Dabei präsentiert Parzinger neue Forschungen in skythenzeitlichen Großkurganen in Wort und Bild. Der Vortrag ist zugleich Auftakt für die Jahrestagung des GWZO "Ostmitteleuropa und die Steppe".
Zeit: 18. November 2008, 18:00 Uhr
Ort: Geschwister-Scholl-Haus
Ritterstr. 8-10
Die Jahrestagung findet vom 14. bis 15. November 2008 in der Luppenstraße 1b statt.
Das östliche Mitteleuropa ist in der Vergangenheit immer wieder von Bewohnern der eurasischen Steppengebiete aufgesucht und in politischer und kultureller Weise beeinflusst worden. Skythen, Sarmaten, Hunnen, Awaren, Bulgaren und Ungarn verursachten durch ihre Plünderungszüge zunächst vielfach Unruhe, trugen durch Herrschaftsbildungen unterschiedlicher Dauer jedoch zur Prägung Ostmitteleuropas bei und wurden schließlich in differenzierter Form von den umwohnenden Bevölkerungen assimiliert bzw. in das mittelalterliche Europa integriert. Der Einfall der Mongolen im 13. Jahrhundert veränderte das Weltbild der mittelalterlichen Gelehrten und Kaufleute, und in der Neuzeit wurde in vielfältiger Weise zur Steigerung und Legitimierung adligen Selbstbewusstseins auf die Steppenvölker zurückgegriffen.
Hermann Parzinger ist Prähistoriker und Spezialist für die Kultur der Skythen. Seit dem 1. März 2008 leitet er als Präsident die Berliner Stiftung Preußischer Kulturbesitz. Weltweit bekannt wurde Parzinger durch die Entdeckung eines skythischen Fürstengrabes mit tausenden Goldobjekten im Juli 2001 bei Aržan in der südsibirischen Republik Tuwa. Diese bedeutenden Funde wurden im kulturhistorischen Kontext 2007 im Berliner Martin-Gropius-Bau ausgestellt. Ein weiterer bedeutender Fund war im Sommer 2006 Hermann Parzingers Entdeckung der Eismumie eines skytischen "Prinzen" im Altai Gebirge, mit erhaltenen Kleidungsstücken (z.B. Pelzmantel) und hölzernem Kompositbogen. 1998 wurde Hermann Parzinger mit dem Leibniz-Preis, dem höchstdotierten wissenschaftlichen deutschen Förderpreis, ausgezeichnet.
weitere Informationen:
Dr. Matthias Hardt
E-Mail: hardt@rz.uni-leipzig.de
Dr. Ewa Tomicka-Krumrey
Telefon: +49-(0)341 97 35 564
E-Mail: tomicka@rz.uni-leipzig.de
www.uni-leipzig.de/gwzo/konferen/Programm/Jahrestagung2008.pdf
Goldene Hirschfigur von einer Kopfbedeckung aus dem Fürstenkurgan Arzan, 7. Jh. v. Chr.
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Geschichte / Archäologie
regional
Buntes aus der Wissenschaft
Deutsch

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