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10.03.2009 11:50

Umlernen ist schwerer als Lernen

Dr. Bärbel Adams Pressestelle
Universität Leipzig

    Warum das so ist und wie man dem entgegenwirken kann, bewiesen Sportwissenschaftler der Universität Leipzig in einem Projekt der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Speziell wurde untersucht, warum Eisschnellläufer große Probleme bei der Umstellung auf eine veränderte Lauftechnik mit einem neuen, innovativen Schuh hatten.

    Dr. Stefan Panzer, vom Institut für Allgemeine Bewegungs- und Trainingswissenschaft der Sportwissenschaftlichen Fakultät der Universität Leipzig, bearbeitete gemeinsam mit vier Kollegen seiner Fakultät das DFG-Projekt "Lernen, Transfer und Umlernen von Bewegungen".

    "In verschiedenen Tests ging Dr. Panzer der Frage nach, wie die Eingewöhnungsphase der Athleten für das Erlernen neuer motorischer Abläufe verkürzt werden kann", sagt Prof. Dr. Jürgen Krug, Direktor des Institutes für Allgemeine Bewegungs- und Trainingswissenschaft. "In seinen Forschungen und aufwändigen praxisnahen Tests fand er eine Lösung, die ihre Feuertaufe bereits bestanden hat."

    "Die Sportler müssen in unterschiedlichen Kontexten die neue Technik anwenden", erklärte Dr. Panzer. Für die Eisschnellläufer bedeutete dies, ihre Bahnen nicht wie gewohnt gegen, sondern im Uhrzeigersinn zu drehen - und das mit den neuen Schuhen. Auf diese Art konnten sie nach seinen Worten besser alte Fähigkeiten mit neu erworbenem Wissen verknüpfen. Diese Erkenntnis gelte ihm zufolge auch in anderen Bereichen des Alltags wie beispielsweise beim Autofahren oder beim Spielen eines Instruments. Von 2005 bis 2008 wurde Projekt von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert.

    Der Sportwissenschaftler fand auch heraus, dass der Eingewöhnungseffekt nur dann entsteht, wenn man seine Bewegungen selbst nicht von außen sieht und nur auf die inneren Informationen vertrauen muss wie etwa beim Schwimmen oder Skispringen. Wer seine Bewegungen wie etwa die eigene Hand beim Basketball-Freiwurf sehen kann, lerne Neues wesentlich schneller. Die Ergebnisse seines Forschungsprojektes stellte Dr. Panzer zunächst der Deutschen Eisschnelllauf Gemeinschaft zur Verfügung. Später veröffentlichte er sie in mehreren renommierten Publikationen wie der "Zeitschrift für Sportpsychologie" und dem internationalen Fachblatt "Human Movement Science".

    Der Sportwissenschaftler beantragte bei der DFG neue Fördergelder und kann sich nun in einem neuen Projekt bis 2011 dem motorischen Lernen widmen. In seinem neuen Projekt arbeitet er mit Wissenschaftlern der Universitäten in Poitiers in Frankreich sowie der Texas A & M University zusammen. Neben dem wissenschaftlichen Austausch haben auch Leipziger Studenten die Chance, die Arbeit an der amerikanischen oder der französischen Universität vor Ort kennen zu lernen. Gemeinsamen forschen sie daran, wie erworbene Bewegungsvorstellungen auf neue Situationen angewandt werden können.

    Susann Huster

    weitere Informationen:

    Prof. Dr. Jürgen Krug
    Telefon: 0341 97-31670
    E-Mail: krug@uni-leipzig.de
    www.uni-leipzig.de/~sportfak

    PD Dr. Stefan Panzer
    Telefon: 0341/ 97 31 681
    E-Mail: panzer@rz.uni-leipzig.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Psychologie, Sportwissenschaft
    überregional
    Forschungs- / Wissenstransfer, Forschungsergebnisse
    Deutsch


    Eine Athletin springt mit einer Drehpunkteinstellung von einer Messplattform. Als Rückmeldung wurde direkt ihr Kraftzeitverlauf über ein Videobild gelegt.


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