Vom 21. - 24. Mai findet an der Universität Leipzig das 3. Internationale Symposium zum Corpus Judaeo-Hellenisticum statt. Unter dem Thema "Neues Testament und hellenistisch-jüdische Alltagskultur" widmen sich Wissenschaftler altertumswissenschaftlicher Disziplinen aus aller Welt der Frage, unter welchen politischen, religiösen und kulturellen Bedingungen das frühe Christentum und seine im Neuen Testament gesammelten Schriften entstanden sind.
Zeit: 21.05.2009 bis 24.05.2009
Ort: "Villa Tilmanns"
Wächterstraße 30
"Um unsere Kultur verstehen zu können, muss man an die Anfänge zurückkehren", so beschreibt der Tagungsleiter und Dekan der Theologischen Fakultät der Universität Leipzig, Prof. Dr. Jens Herzer, die aktuelle Relevanz des Projektes. Im Blickpunkt stehen vorwiegend nicht-literarische Zeugnisse wie Inschriften, Papyri, Münzen und archäologische Befunde des antiken Judentums. Alltägliche Dinge wie Rechnungen, Quittungen sowie private und offizielle Briefe, aber auch die Architektur werden untersucht, um die damalige Kultur zu verstehen. Archäologen, Papyrologen, Philologen und Althistoriker erforschen gemeinsam mit Neutestamentlern die Bedeutung der hellenistisch-jüdischen Alltagskultur für das Verständnis des Neuen Testaments und damit der Ursprünge des Christentums.
Eröffnet wird das Symposium am 21. Mai 2009 um 20:00 Uhr durch einen Vortrag von Carol und Eric Meyers von der Duke University (USA) unter dem Titel: "The Material Culture of Late Hellenistic-Early Roman Palestinian Judaism: What it Can Tell Us about Earliest Christianity and the New Testament". In den folgenden Tagen werden Referate und Diskussionen von Wissenschaftlern nicht nur aus Deutschland und dem europäischen Ausland, sondern auch aus Russland und den USA erwartet. Indem Neutestamentler und Forscher benachbarter Disziplinen in Paarvorträgen ein Thema jeweils gemeinsam beleuchten, wird dem Untertitel der Tagung "Wechselseitige Wahrnehmungen" Rechnung getragen: Was trägt die Kenntnis der antiken jüdischen Kultur zum Verstehen des Neuen Testaments bei? Und umgekehrt: Was können die frühchristlichen Schriften zum Verständnis der antiken Alltagskultur beisteuern? Neben den Vorträgen werden in Arbeitsgruppen unter der Leitung ausgewiesener Experten Dokumente des antiken Judentums gelesen.
Einen besonderen Höhepunkt stellt der öffentliche Vortrag von Prof. Dr. Reinhold Scholl, Leiter der Papyrussammlung der Universität Leipzig, dar. Am 22. Mai referiert er um 20:00 Uhr im alten Ratsplenarsaal des Neuen Rathauses zum Thema "Licht aus dem Osten. Die Leipziger Papyrussammlung und die Erforschung des Neuen Testaments".
Das Symposium ist zugleich Teil eines Kommentarprojektes zum Neuen Testament, welches durch die Heranziehung von Schriften und Dokumenten des griechisch sprechenden Judentums (das sog. Corpus Judaeo-Hellenisticum) die Texte des Neuen Testaments in ihrem geschichtlichen und kulturellen Kontext interpretiert. Es ist bereits die 3. Tagung, welche nach den Beziehungen zwischen dem Neuen Testament und dem zeitgenössischen Judentum fragt. Eröffnet wurde die Reihe 2003 in Eisenach mit einem Symposium unter dem Titel "Philo und das Neue Testament. Wechselseitige Wahrnehmungen", 2006 fand in Greifswald eine Tagung zu Josephus und dem Neuen Testament statt und das für 2012 geplante 4. Symposium wird sich mit dem Verhältnis zwischen Neuem Testament und der Septuaginta, der für die frühen Christen maßgeblichen griechischen Übersetzung des Alten Testaments, beschäftigen.
Wie bereits bei den vorangegangenen Tagungen werden die Beiträge in einem Sammelband publiziert, der im Verlag Mohr Siebeck in Tübingen erscheinen wird.
weitere Informationen:
Prof. Dr. Jens Herzer
Telefon: +49 341 97-35420
herzer@uni-leipzig.de
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Geschichte / Archäologie, Gesellschaft, Kulturwissenschaften, Religion
überregional
Wissenschaftliche Tagungen
Deutsch

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