idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
Medienpartner:
Wissenschaftsjahr


Teilen: 
08.06.2009 11:24

Forschungsprogramm BioGrenzflächen gestartet

Dr. Elisabeth Zuber-Knost Stabsabteilung Presse, Kommunikation und Marketing
Karlsruher Institut für Technologie

    BioGrenzflächen ist ein neues Forschungsprogramm im Bereich
    der Schlüsseltechnologien, das von der Helmholtz-
    Gemeinschaft, der größten wissenschaftlichen Fördereinrichtung
    in Deutschland, unterstützt wird. Im Rahmen von Bio-
    Grenzflächen arbeiten Biologen, Chemiker, Physiker, Werkstoffwissenschaftler
    und Informatiker zusammen. Mit einem
    jährlichen Budget von nahezu 20 Millionen Euro entwickeln die
    67 Forschergruppen in interdisziplinärer Kooperation innovative
    Instrumente und Technologien zur präzisen Kontrolle des
    Verhaltens von Zellen.

    Ziel von BioGrenzflächen ist es beispielsweise, neue Möglichkeiten
    zur Kultivierung von Stammzellen oder zur Manipulation von Zellen
    im Organismus und in Bioreaktorsystemen zu schaffen. Auch die
    Entwicklung neuer Therapien für zahlreiche degenerative Krankheiten der Muskeln, der Netzhaut oder des zentralen Nervensystems
    wird durch diese Schlüsseltechnologien vorangetrieben. Ein weiterer
    Schwerpunkt des Programms ist die Kontrolle bzw. Hemmung von
    Bakterienzellen, die Biofilme auf vom Menschen hergestellten Oberflächen
    bilden. Diese Arbeiten sind von großer technischer Bedeutung.

    "Die dem Programm BioGrenzflächen zugrunde liegende Philosophie
    besteht darin, von der Natur zu lernen und sie zu kopieren. Der
    erste Schritt unseres strategischen Ansatzes besteht also in einer
    konzentrierten, innovativen und umfassenden Analyse, um mehr
    über die natürlichen Kontrollmechanismen von Zellen und darüber,
    wie diese in optimaler Weise manipuliert werden können, zu erfahren",
    erklärt Professor Uwe Strähle, Sprecher des Programms und
    Leiter des KIT-Instituts für Toxikologie und Genetik. "Dazu werden
    Biologen eng mit Technologieentwicklern zusammenarbeiten. Anschließend
    werden multifunktionale molekulare Systeme konzipiert
    und gebaut oder komplexe Oberflächenmodifikationen vorgenommen,
    um die wichtigsten molekularen Kontrollpunkte zu beeinflussen
    und so das Zellverhalten zu kontrollieren", so Strähle.

    Der interdisziplinäre Charakter des Forschungsprogramms Bio-
    Grenzflächen verlangt eine neue Generation von Wissenschaftlern.
    Im Rahmen des Programms wurde daher gerade die Graduiertenschule
    BioGrenzflächen ins Leben gerufen, die interdisziplinäre
    Fortbildung für etwa 90 Doktorandinnen und Doktoranden bieten
    wird. Studenten können an Einführungskursen zu allen beteiligten
    Disziplinen teilnehmen. Mit der Finanzierung von interdisziplinären
    und "Partnerschafts"-Projekten wird die Schule den Austausch zwischen
    den vom Programm BioGrenzflächen abgedeckten Forschungsbereichen
    fördern.

    Entsprechend dem Grundgedanken der Helmholtz-Gemeinschaft
    haben die im Forschungsprogramm BioGrenzflächen tätigen Forscher
    Zugang zu Großanlagen oder betreiben sie selbst. Dazu zählen
    die größte Fischanlage Europas, die Synchrotronstrahlungsquelle
    ANKA, ein großes Rechen- und Datenspeicherzentrum, Mikround
    Nanofabrikationsanlagen sowie fortgeschrittene Oberflächenanalysesysteme.
    Das Forschungsprogramm ist auf dem Campus
    Nord des KIT, im Forschungszentrum Karlsruhe, angesiedelt. Dieses
    große Helmholtz-Forschungszentrum verfügt über Kompetenzen
    im Bereich der Mikro- und Nanotechnologie und der biologischen
    Grundlagenforschung. Das Forschungsprogramm BioGrenzflächen
    hat einen regionalen Fokus. Eine enge Kooperation mit der Universität Heidelberg ist vorgesehen. Strategisch gesehen ist Bio-
    Grenzflächen ein Schlüsselprogramm, das die enormen Potenziale
    des Karlsruher Instituts für Technologie deutlich macht.

    Im Karlsruher Institut für Technologie (KIT) schließen sich das
    Forschungszentrum Karlsruhe in der Helmholtz-Gemeinschaft
    und die Universität Karlsruhe zusammen. Damit wird eine Einrichtung
    international herausragender Forschung und Lehre in
    den Natur- und Ingenieurwissenschaften aufgebaut. Im KIT arbeiten
    insgesamt 8000 Beschäftigte mit einem jährlichen Budget
    von 700 Millionen Euro. Das KIT baut auf das Wissensdreieck
    Forschung - Lehre - Innovation.

    Die Karlsruher Einrichtung ist ein führendes europäisches
    Energieforschungszentrum und spielt in den Nanowissenschaften
    eine weltweit sichtbare Rolle. KIT setzt neue Maßstäbe in der
    Lehre und Nachwuchsförderung und zieht Spitzenwissenschaftler
    aus aller Welt an. Zudem ist das KIT ein führender Innovationspartner
    für die Wirtschaft.

    Diese Presseinformation ist im Internet abrufbar unter:
    http://www.kit.edu

    Das Foto kann in druckfähiger Qualität angefordert werden unter:
    presse@verwaltung.uni-karlsruhe.de oder +49 721 608-7414.


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Biologie, Chemie, Elektrotechnik, Informationstechnik, Medizin
    überregional
    Forschungsprojekte, Organisatorisches
    Deutsch


    Wachsende Zellen in einer beschichteten, dreidimensionalen Glasstruktur


    Zum Download

    x

    Hilfe

    Die Suche / Erweiterte Suche im idw-Archiv
    Verknüpfungen

    Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.

    Klammern

    Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).

    Wortgruppen

    Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.

    Auswahlkriterien

    Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).

    Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).