Die Universität Leipzig richtet unter der Leitung von Prof. Dr. Wolfgang Fach, Prorektor für Lehre und Studium, ein hochschuldidaktisches Zentrum für alle sächsischen Hochschulen ein. "Das Ministerium für Wissenschaft und Kunst hat uns damit beauftragt, nachdem eine Landesarbeitsgemeinschaft zur Hochschuldidaktik schon wertvolle Vorarbeit geleistet hatte", erklärt Fach.
In den Jahren 2009 und 2010 stehen zunächst jeweils 200.000 Euro für die neue Einrichtung bereit. Wie Fach erläutert, soll das Zentrum einerseits punktuelle Defizite in der Wissensvermittlung beseitigen helfen, andererseits denen, die eine systematische Weiterbildung durchlaufen, dies durch ein Zertifikat bescheinigen. Damit antworte man auf einen Trend, der sich seit einiger Zeit abzeichne: Hochschulkarrieren würden zunehmend an derartige Zusatzqualifikation gebunden.
Sachsen war nach den Angaben des Prorektors eines der wenigen Bundesländer ohne ein solche Einrichtung. Während anderswo einzelne Universitäten mit Zentren ausgestattet worden sind, hat man sich in Sachsen für ein zentral organisiertes Angebot entscheiden.
Das hat nach Fachs Worten mehrere Gründe: Zum einen würden Zertifikate einzelner Hochschulen das Risiko mit sich bringen, von anderen Universitäten nur bedingt oder vielleicht auch gar nicht anerkannt zu werden; zum anderen könne es sich keine sächsische Hochschule finanziell leisten, elaborierte Programme im Alleingang aufzubauen; schließlich werde es so auch möglich, die verstreut schon existierenden Initiativen in ein Gesamtangebot zu integrieren.
Das in Leipzig angesiedelte Zentrum wird als serviceorientierte Einrichtung betrieben und keine eigene Forschung unternehmen: "Wir folgen damit einer Empfehlung des Wissenschaftsrats, der mit seiner Vermutung wohl recht hat, dass ansonsten der Dienstleistungsaspekt leicht zu kurz kommt. Das soll aber nicht heißen, dass der Service die laufende Forschung einfach ausblenden darf, denn dann verkommt er zur Stümperei", meint der Prorektor.
Dasselbe Schicksal würde seiner Meinung nach drohen, sollte das Zentrum die Hochschuldidaktik monopolisieren wollen Es müsse ein ausdifferenziertes Angebot entwickelt werden, das der Tatsache Rechnung trage, dass Institutionen und Personen auch Bedürfnisse haben, denen pauschale Angebote nicht gerecht werden. Je spezifischer die Nöte seien, desto mehr müsse sich das Zentrums darauf konzentrieren sicherzustellen, dass geeignete Hilfestellungen vor Ort auch zur Verfügung stehen: "Dass etwas nur lokal gemacht werden kann, ist keine hinreichende Bedingung dafür, dass es auch lokal gemacht wird." Das sei keine Frage des guten oder schlechten Willens, sondern der verfügbaren Kompetenzen und Ressourcen.
Das hochschuldidaktische Zentrum wird am 8. Juli seine vorläufigen Räume im Gebäude der Dresdner Bank am Dittrichring beziehen. Aus diesem Anlass wird Wissenschaftsministerin Dr. Eva-Maria Stange nach Leipzig kommen. Eingeladen sind Vertreter aller sächsischen Hochschulen.
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Weitere Informationen:
Prof. Dr. Wolfgang Fach
Prorektor für Lehre und Studium
Telefon: +49 341 97-30010
E-Mail: prorektorls@uni-leipzig.de
Merkmale dieser Pressemitteilung:
fachunabhängig
überregional
Forschungs- / Wissenstransfer, Wissenschaftspolitik
Deutsch

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